Jack Nicholson
Glenn Close
Annette Bening
Regie: Tim Burton
Verleih: Warner
Aliens mit einem ausgeprägten Sinn für moderne Unterhaltungskultur sind an strategisch so bedeutenden Plätzen wie Washington und Las Vegas gelandet und bedrohen den weiteren Fortbestand der Menschheit. Präsident, Wissenschaft und Militärs mühen sich um Auswege, doch die finale Rettung der Zivilisation obliegt einem cleveren Teenager.

Nach seiner Hommage an den schlechtesten Filmemacher aller Zeiten "Ed Wood" bläst Regisseur Tim Burton ("Batman") mit seiner bizarr-überdrehten Alien-Invasions-Extravaganz zum Angriff auf die amerikanische Popkultur. Das Aufeinanderprallen der amerikanischen Bevölkerung ,verkörpert von einer sensationellen Besetzungsriege, mit den von ILMs ausgefeilten Computergraphiken generierten grünen Marsmännchen zollt den Sci-fi-B-Movie-Klassikern der fünziger und sechziger Jahren augenzwinkernden Tribut und parodiert nicht zuletzt ausgiebig "ID4".
Die 1962 erschienen, doch aufgrund ihrer gewalttätigen Darstellungen bald wieder eingezogenen und somit extrem raren Topps-Sammlerkarten unter dem programmatischen Titel "Mars Attacks!" dienten dem Drehbuchautoren Jonathan Gems als irrwitzige Inspiration. Die simple Story verfolgt die Ereignisse nach einer Alienlandung in Washington, Las Vegas und einem Nest in Kansas, deren Tiefgang von Regisseur Burton mit einer Episode von "Love Boat" (US-Pendant zu "Das Traumschiff") verglichen wird. Es ist die ausgesprochen vielfältige Palette an schrillen Charakteren und die faszinierend unflätigen, kompromißlos destruktionsverliebten Außerirdischen, die ein in sich hermetisch abgeriegeltes Ultrakitsch-Universum voller zynisch-spitzer Humorattacken entstehen lassen, was vom Sneak-Preview-Publikum in den USA immer wieder mit euphorischem Szenenapplaus bedacht wurde. Entsprechend cheesy ist auch die obskure Optik der kleinen grünen Marsmännchen, die über grüne Totenkopfgesichter mit inquisitorischen Kulleraugen und aufgeblähter Gehirnmasse auf dürren, kleinen "Beavis & Butt-Head"-artigen Körpern verfügen. Sie geben enervierendes entenähnliches Gequacke von sich und pulversieren mit ihren Ray Guns friedliebende Hippies, New-Age-Spinner, Kongressabgeordnete und Militärangehörige. Die hinterlistigen Hirnies verschaffen sich sogar in Gestalt des kurvenreichen Marsmädchens (Burtons Lebensgefährtin Lisa Marie) Zugang zum weißen Haus. Dort regiert als optimistischer amerikanischer Präsident Jack Nicholson, der zudem einen glamourösen Redneck-Immobilienhai mimt. An seiner Seite echauffiert sich Glenn Close als First Lady, Rod Steiger verkörpert einen Eisenkopf- General der "Dr. Strangelove"-Schule, Pierce Brosnan debattiert als pfeifekauender Professor, Martin Short hat als Pressesekretär Schwierigkeiten, seinen Hormonhaushalt unter Kontrolle zu halten, und Michael J. Fox ist ein Yuppiereporter, der mit seiner Freundin, der ebenso modischen wie hohlköpfigen TV-Journalistin Sarah Jessica Parker, in Konkurrenz steht. In Las Vegas erfreut Danny DeVito als frivoler Casinogast, Annette Bening als spirituelle Spirituosenliebhaberin, Blaxploitation-Star und Schwergewichtsboxer Jim Brown schlägt sich mit den Marsmännchen auf die altmodische Art, und die Loungecore-Legende Tom Jones spielt sich selbst! Der Schlüssel zur Rettung der Erde findet sich jedoch bei einem Teenager (Lukas Haas) und seiner unschuldig-unbedarften Großmutter (Sylvia Sidney) in Kansas.
Wie man es von einem Tim-Burton-Film erwartet, ist das Produktionsdesign (von Wynn Thomas) innovativ und stylisch ausgefallen, und für die atmosphärischen Space-Klänge ist wie gewohnt der Meister makabrer Melodien, Danny Elfman, zuständig. Auch das Budget tummelt sich mit ca. 80 Mio. Dollar in atmosphärischen Höhen. Kein Anlaß für Kopfschmerzen: Die wahnwitzig-gigantomanische Sci-fi-Persiflage, die den Standard für die Armada von Genrestoffen für das Jahr 1997 setzt, sollte sich mühelos in den Orbit der Camp-Kultklassiker katapultieren. ara.
| Darsteller: | Jack Nicholson | als Präsident Dale / Art Land | |
|---|---|---|---|
| Glenn Close | als First Lady Marsha Dale | ||
| Annette Bening | als Barbara Land | ||
| Pierce Brosnan | als Professor Donald Kessler | ||
| Danny DeVito | als unhöflicher Spieler | ||
| Martin Short | als Jerry Ross | ||
| Sarah Jessica Parker | |||
| Michael J. Fox | |||
| Rod Steiger | |||
| Lukas Haas | |||
| Natalie Portman | |||
| Jim Brown | |||
| Sylvia Sidney | |||
| Tom Jones | |||
| Lisa Marie | |||
| Christina Applegate | |||
| Joe Don Baker | |||
| Pam Grier | |||
| Paul Winfield | |||
| Jack Black | |||
| Brandon Hammond | |||
| O-Lan Jones | |||
| Janice Rivera | |||
| Ray J | |||
| Brian Haley | |||
| Jerzy Skolimowski | |||
| Timi Prulhiere | |||
| Barbet Schroeder | |||
| Regie: | Tim Burton | ||
| Drehbuch: | Jonathan Gems | ||
| Produzent: | Tim Burton | ||
| Larry Franco | |||
| Kamera: | Peter Suschitzky | ||
| Schnitt: | Chris Lebenzon | ||
| Musik: | Danny Elfman | ||
| Produktionsdesign: | Wynn Thomas | ||
| Kostüme: | Colleen Atwood | ||
Über 700 Exponate aus der Welt von Tim Burton sind im New York Museum of Modern Art zu bewundern.
Skurriler Hit: "Tim Burton's Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche" (Foto: Warner Home Video)
Die bunte Welt von Filmemacher Tim Burton kann man jetzt in einer Ausstellung im renommierten New York Museum of Modern Art nacherleben. Tim Burton selbst war bei der Eröffnung dabei und brachte neben allerlei Fans, Freunden und Kollegen auch Winona Ryder und Crispin Glover mit. Winona spielte mit Burton im Fantasymärchen "Edward mit den Scherenhänden" und Glover war zuletzt als Herzbube bei "Alice im Wunderland" zu sehen.
Die Retrospektive umfasst mehr als 700 Ausstellungsstücke, darunter Zeichnungen des Regisseurs, Puppen, Fotografien, Storyboards und Kostüme aus seinen berühmtesten Filmen.
Der bekennende Fan von Horrofilmen und Comics Tim Burton liebt das Düster-Groteske und hat ein Herz für bizarre Freaks und Außenseitergestalten. Von ihm stammen einige der skurrilsten Werke der Filmgeschichte, wie "Tim Burton's Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche" oder "Mars Attacks!".
Als nächstes plant Burton, der zur Zeit noch an der Leinwandumsetzung der Vampir-Soap "Dark Shadows" mit seinem Lieblingsstar Johnny Depp sitzt, eine Neuverfilmung des "Glöckners von Notre Dame". Josh Brolin will produzieren und Quasimodo spielen - und Tim Burton führt natürlich Regie.
Kaum ein Hollywood-Star kann heute noch wie Jack Nicholson auf eine derartig abwechslungsreiche Karriere zurückblicken. Sein Leinwanddebüt...
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