Regie: Dean Deblois, ...
Verleih: Buena Vista
Der bösartige kleine Alien Stitch ist auf Zerstörung programmiert und soll auf Befehl des obersten intergalaktischen Gerichts eliminiert werden. Ihm gelingt eine spektakuläre Flucht, die ihn auf die Erde verschlägt. Auf Hawaii wird er von dem einsamen Mädchen Lilo aufgenommen, die ihn für ein Hündchen hält. Zunächst hat Stitch nur Mätzchen im Kopf, aber als außerirdische Kopfgeldjäger die Jagd auf ihn eröffnen, ist er gezwungen, sich mit Lilo zu arrangieren.
Zeichentrickabenteuer aus dem Hause Disney, in dem ein garstiges Pokémon durch die Liebe eines Mädchens und die Lieder von Elvis zur Menschlichkeit bekehrt wird. Mit den deutschen Stimmen von Shir Hommelsheim, Bob van der Houven, Vanessa Petruo und Katharina Thalbach.
Ein blauer Außerirdischer im Hundepelz und ein mutiges kleines Mädchen treffen sich auf Hawaii: Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.
Er ist klein, blau, frech, hat große Augen und macht die Galaxis unsicher: "626", ein Außerirdischer im Hundepelz, der mit seinen sechs Beinen in jedes Fettnäpfchen tappt und die Außerirdischen auf Trab hält. Das Ergebnis eines illegalen Experiments landet nach seiner Flucht schließlich auf Hawaii, allerdings nicht am Strand, sondern im Tierheim. Ausgerechnet diesen seltsamen Außerirdischen mit einziehbaren Stacheln auf dem Rücken will Lilo adoptieren. Ihre ältere Schwester ahnt Böses, kann sich aber nicht durchsetzen.
Also zieht Lilo mit ihrem neuen Haustier nach Hause, wo Stitch, wie sie den Außerirdischen nennt, erst einmal "aufräumt" und alle ins Chaos stürzt. Aber das Mädchen hat einen Narren gefressen an dem seltsamen Wesen und bei Elvis Presley-Songs sind die beiden ein Herz und eine Seele.
Es könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein: Lilo müsste sich nicht mehr über die sie hänselnden Schulkameraden ärgern und Stitch hätte endlich eine richtige Familie, wüsste, wo er hingehört - "Ohana" nennt man dieses Lebensgefühl auf Hawaii. Wenn, ja wenn da nicht die Verfolger von seinem Heimatplaneten wären.
Mit diesem Animationsfilm voller skurriler Gestalten treffen die Regisseure Chris Sanders und Dean DeBlois mitten ins Herz. Nicht nur Kinder, die ihren ganz besonderen Spaß haben werden, kommen hier auf ihre Kosten, der Soundtrack wird auch den Fans des King of Rock'N'Roll wie ein Teufel in die Beine fahren.
"Lilo & Stitch" ist ein Film über Zuneigung und Zusammenhalt, Freundschaft und Familie. Der aus Deutschland stammende Chefzeichner Andreas Deja, der seit über 20 Jahren bei Disney Figuren wie Skar, Dschafar oder Hercules animierte, war für Lilo verantwortlich und steckte all seine Energien in den liebenswerten und fantasiereichen Dickkopf mit der süßen Knollennase.
Auch Vanessa Petruo von den "No Angels", die in der deutschen Fassung die große Schwester Nani spricht, erlag bei der Synchronisationsarbeit ihrem Charme: "Ich hab bei jeder Szene gedacht: oh Mann, ist die Lilo süß, die will ich haben. Sie war so schnuckelig. Ich glaube, dass sich alle Zuschauer in Lilo verlieben werden."
Damit alles authentisch wirkt, düsten Regisseure und Art-Direktoren mit Kamera, Pinsel und Zeichenblock auf die Insel, um die Landschaft zu studieren, lernten die Sprache und guckten grazilen Tänzerinnen zu (damit Lilo auch richtig tanzt). "Lilo & Stitch" sind schräg und wild, mutig und sensibel, clever und quirlig. Ein tolles Gespann.
| Sprecher: | Christopher Sanders | als Genetic Experiment 626 /Stitch | |
|---|---|---|---|
| Daveigh Chase | als Lilo | ||
| Tia Carrere | als Nani | ||
| Ving Rhames | als Cobra Bubbles | ||
| David Ogden Stiers | als Dr. Jumba Jookiba | ||
| Kevin McDonald | als Agent Pleakley | ||
| Jason Scott Lee | als Kawena, David | ||
| Zoe Caldwell | als Grand Councilwoman | ||
| Kevin Michael Richardson | als Captain Gantu | ||
| Kunewa Mook | als Hula Teacher | ||
| Regie: | Dean Deblois | ||
| Christopher Sanders | |||
| Drehbuch: | Christopher Sanders | ||
| Dean Deblois | |||
| Produzent: | Clark Spencer | ||
| Schnitt: | Darren T. Holmes | ||
| Musik: | Alan Silvestri | ||
| Produktionsdesign: | Ric Sluiter | ||
| Paul Felix | |||
| Ton: | Christopher Boyes | ||
Das Frühjahr im Kino? Schnell abhaken. Das war's nicht, weder was Umsätze noch puren Filmgenuss anbetrifft. Zu viel "Rollerball", zu wenig "Mulholland Drive", und kein "Black Hawk Down" weit und breit.
Besserung naht, so darf man als Filmfan hoffen, im Sommer - einst belächelte Stiefsaison, mittlerweile aber mit ähnlich viel Power wie in den USA, wo man seit Jahren die höchsten Umsätze während der Hitzewelle einfährt. Mit Staunen kann man also seine Augen über das Lineup der diesjährigen Sommersaison wandern lassen - und sich erstmal freuen angesichts der Popcorn-Wunder, die auf uns zurollen.
Besonders augenfällig ist selbstverständlich das Duell zwischen "Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger" und "Spider-Man", das mit dem Zweikampf von "Harry Potter" und " Herr der Ringe" im vergangenen (und kommenden) Winter zu vergleichen ist.
"Episode 2" kann auf den eingeführten Namen setzen und vertrauen: "Episode I" kam vor drei Jahren auf acht Mio. Besucher und war erfolgreichster Kinofilm des Jahres 1999. Der neue Film verspricht spektakulärere Action, aufwändigere Bilder und eine komplexere, dramatisch dichtere Handlung, also sollte sich der Erfolg des Vorgängers durchaus toppen lassen.
Auf Spinnenbeinen an die Spitze?
Es sei denn, der drei Wochen später startende "Spider-Man" nimmt dem SF-Epos den Wind aus den Segeln. Ebenfalls für mehr als 100 Mio. Dollar hergestellt, handelt es sich um die von Comicfans seit Jahren herbeigesehnte Verfilmung des beliebtesten aller Marvel-Comics.
Mit Tobey Maguire, Kirsten Dunst und Willem Dafoe brillant besetzt, ist es Sam Raimi tatsächlich gelungen, den Look und das Feeling der Hefte adäquat für die Leinwand zu übersetzen: Hier gibt es nicht nur Effekte en masse, sondern auch eine witzige, berührende Geschichte eines Teenagers, der von einer Null zum Helden wird und schmecken muss, dass mit Ruhm auch die bittere Last der Verantwortung einhergeht.
Back in black
Aber auch die "Men in Black 2" darf man nicht unterschätzen: Vor fünf Jahren war der erste Teil mit 7,3 Mio. Besuchern der zweiterfolgreichste Film 1997 (nach "Titanic"). Nun hat sich das komplette Erfolgsteam von damals (Will Smith, Tommy Lee Jones, Barry Sonnenfeld) erneut eingefunden, um die pfiffige Saga weiter zu erzählen, in der diesmal die Rollen vertauscht sind (Smith muss jetzt Jones anlernen).
Mit "Scooby-Doo" geht noch eine weitere Comicverfilmung an den Start und zielt vor allem auf das Familienpublikum. Die Frage ist lediglich, ob der in den USA kultisch verehrte Cartoon-Hund (unterstützt von dem Jungstar-Kollektiv Matthew Lillard, Freddie Prinze und Sarah Michelle Gellar) hierzulande über den ausreichenden Bekanntheitsgrad verfügt, um in der Endabrechnung unter den ganz großen Rennern der Saison landen zu können - zumal am gleichen Wochenende zwei weitere Hitkandidaten an den Start gehen.
Cartoon Connection
"Spirit - Der wilde Mustang", der zweite Dreamworks-Zeichentrickfilm nach "Der Prinz von Ägypten", wendet sich überdies auch noch an die gleiche Zielgruppe, während "Wir waren Helden" mit Mel Gibson vornehmlich ein erwachsenes Publikum ansprechen sollte. In den USA war der ebenso kompromisslose wie patriotische Kriegsfilm mit einem Einspiel von etwa 75 Mio. Dollar einer der Hits des Frühjahrs.
"Spirit" und "Scooby-Doo" treffen überdies auf den Widerstand von "Lilo & Stitch", Disneys 41. abendfüllender Zeichentrickfilm, der zwar inhaltlich ganz neue Wege geht, aber auf die Power von einer handvoll Elvis-Songs setzen darf, die ganz wunderbar in die Story der Freundschaft eines hawaiianischen Mädchens mit einem garstigen Pokemon-Alien eingebaut wurden.
Blockbuster-Classics
Darüber hinaus setzt der Verleih wie gewohnt auf Blockbuster-Produzent Jerry Bruckheimer, dessen "Bad Company" vom Look und Inhalt an "Der Staatsfeind Nr. 1" erinnert: Anthony Hopkins muss in Windeseile aus dem Straßenpunk Chris Rock einen brauchbaren CIA-Agenten machen, um die Welt zu retten.
Und auch der Drachenfilm " Reign of Fire " mit Matthew McConaughey und Christian Bale hat das Zeug zum Renner des letzten Sommerabschnitts, was auch für John Woos "Windtalkers" oder den vierten Jack-Ryan-Film "Sum of All Fears", diesmal mit Ben Affleck (überdies ab 29. August in dem bemerkenswerten US-Nummer-eins-Film "Spurwechsel") gilt.
Komödien satt
Besonderes Augenmerk sollte man auf "About a Boy" (UIP, 22. August) richten, der männlichen Antwort auf "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" nach einem Bestseller von Nick Hornby, in der Hugh Grant seine bislang reifste komödiantische Leistung abliefert.
Jugendliche Filmfans werden indes mit der "Zurück in die Zukunft"-Variante "Clockstoppers", dem Sexulk "40 Tage und 40 Nächte" mit Josh Hartnett, dem Grossout-Spaß "Van Wilder" und der neuen Adam-Sandler -Komödie "Mr Deeds" (Columbia TriStar, 25. Juli) bedient.
Die ganze Palette aus Deutschland
Nicht allzu viele deutsche Produktionen stellen sich dem Ansturm der Hollywood-Schwergewichte: Die besten Karten hat vermutlich "Erkan & Stefan und die Mächte der Finsternis", da die beiden Blödelexperten auf einen erfolgreichen ersten Film (1,2 Mio. Besucher) und dank ihrer TV-Sendung "Headnut TV" auf gesteigerte Popularität bauen können.
Mit "Auf Herz und Nieren" meldet sich Thomas Jahn nach mehrjähriger Schaffenspause wieder mit einer markigen Krimikomödie zurück, während Michael Gutmann in der Claussen + Wöbke-Produktion "Herz im Kopf" eine ungewöhnliche Liebesgeschichte erzählt. Mit "Der Felsen" und "Baader" suchen auch zwei deutsche vieldiskutierte Wettbewerbsbeiträge der Berlinale ihr Glück beim Sommerpublikum.
Preisgekrönt und künstlerisch
Überhaupt stehen die Zeichen gut für attraktives Kunstkino: Berlinale-Publikumsliebling "8 Frauen" hat das Zeug zum Sleeperhit; Etienne Chatiliez versucht, mit "Tanguy - Der Nesthocker" an den Erfolg von "Das Glück liegt in der Wiese" anzuknüpfen, und Robert Altman öffnet endlich die Pforten zu seinem Oscar-nominierten "Gosford Park", in dem er Agatha Christie mit listiger Sozialkritik verknüpft.
Echte Leckerbissen sind neben dem nach zwei Jahren Wartezeit endlich auch bei ins in die Kinos kommenden "Sexy Beast" mit einem sensationellen Ben Kingsley die feine Romanverfilmung "Besessen" mit Gwyneth Paltrow und Adrian Lynes Rückkehr auf " Verhängnisvolle Affäre"-Territorium mit "Untreu", in dem Richard Gere eine, nun ja, verhängnisvolle Affäre seiner Ehefrau auf die Spur kommt. Politisch Interessierte werden bei "Der Stellvertreter" von Costa-Gavras auf ihre Kosten kommen.
Und wer jetzt immer noch nichts gefunden hat, worauf er sich freut, dem sei jetzt schon viel Spaß im Freibad, bei der Radtour, am Strand oder im Biergarten gewünscht.
Thomas Schultze
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.