Existenzielles, in Norwegen angesiedeltes Drama um ein deutsches Paar, das nach einem Unfall sein Leben und seine Überzeugungen überdenken muss. http://images.kino.de/flbilder/max12/auto12/auto02/12020394/b150x150.jpg Gnade

Filmdetails

Gnade

Existenzielles, in Norwegen angesiedeltes Drama um ein deutsches Paar, das nach einem Unfall sein Leben und seine Überzeugungen überdenken muss.


Gnade
Start: 18.10.2012

Drama / Thriller

Deutschland/Norwegen 2012
Laufzeit: 132 Min.

Jürgen Vogel
Birgit Minichmayr
Henry Stange

Regie: Matthias Glasner
Verleih: Alamode (Filmagentinnen)

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Inhalt

Hammerfest im äußersten Norden Norwegens. Das halbe Jahr herrscht Winter, von Ende November bis Ende Januar schafft es die Sonne nicht einmal über den Horizont. Niels, Maria und ihr gemeinsamer Sohn Markus sind von Deutschland hierher ausgewandert, um ihrem Leben einen neuen Impuls zu geben. Der Mann arbeitet als Ingenieur, seine Frau in einem Hospiz, und nebenbei züchten die beiden Schafe. Die Familie hat sich eingelebt, mit den Gegebenheiten arrangiert. Da wird Maria auf der Heimfahrt in einen Unfall verwickelt, überfährt etwas oder jemanden. Ohne zu überlegen gibt sie Gas.


Kritik

Gnade

Existenzielles, in Norwegen angesiedeltes Drama mit Thriller-Touch um ein deutsches Paar, das nach einem tödlichen Unfall mit Fahrerflucht sein Leben und seine Beziehung überdenken muss.

Birgit Minichmayr, die 2009 in Maren Ades "Alle anderen" mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet worden war, kehrt 2012 in den Wettbewerb der Berlinale zurück. Der deutsche Regie-Außenseiter Matthias Glasner ("Der freie Wille") stürzt nach einem Drehbuch von Kim Fupz Aakeson die Krankenschwester Maria - eine christliche Konnotation ist bei diesem Namen durchaus denkbar - in eine tiefe Sinnkrise, nachdem diese nach einer Doppelschicht auf der Palliativstation ein junges Mädchen totgefahren hat. Von Deutschland ist die Familie in den nordwestlichen Zipfel Norwegens nach Hammerfest gezogen, eine zweite Chance sucht sie hier. Niels, ihr Mann (Jürgen Vogel), Techniker bei der örtlichen, mysteriös leuchtenden Gasverflüssigungsanlage, hat sie betrogen. Und dann ist da noch Sohn Markus, ein Teenager im "schwierigen Alter", der sich die falschen Freunde aussucht.

Eiszeit der Gefühle ist angesagt. Die Eltern leben nebeneinander her, haben die Kommunikation aufs Notwendigste reduziert. Maria geht in der Arbeit auf, findet eine Freundin in der schwangeren Chefin. Eisfischer Niels schweigt, will von einer Kollegin nur schnellen, harten Sex und hat Markus ein iPhone geschenkt - vielleicht um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Der Sohn filmt damit die Eltern, wobei er die Szenen am Computer mit Thriller-Sounds unterlegt. Ein Chronist und Interpret des Unausgesprochenen.

(Theater-)Star Minichmayr brilliert mit vielschichtigem, einfühlsamem Spiel, Vogel tut sich schwer, wirklich dagegen zu halten. Er überzeugt jedoch in jenen Momenten, in denen er zupacken, sich körperlich den elementaren Fragen von Schuld und Sühne stellen muss. Eine kammerspielartige, perfekt durchdachte, stellenweise überkonstruierte Arbeit, deren nachtschwarze, atmosphärische Breitwandbilder (Kamera: Jakub Bejnarowicz) den inneren und äußeren Kampf der Protagonisten perfekt widerspiegeln. Und wenn am Ende dieser langen Frostnacht die Sonne sich wieder über den Horizont kämpft, Menschen und Dinge endlich Konturen bekommen, ist Tauwetter angesagt - innerlich und äußerlich. geh.

Gnade

Darsteller:  Jürgen Vogel   als Niels
  Birgit Minichmayr   als Maria
  Henry Stange   als Markus
  Ane Dahl Torp   als Linda
  Maria Bock   als Wenche
  Stig Henrik Hoff   als Björn
  Iren Reppen   als Sophie
  Richard Andre Knutsen   als Mikkel
  Christopher Mortensen   als Ole
  Katharina Strauch   als Stine
  Bjørn Sundquist   als Mads
  Hallvard Holmen   als Witwer
  Kristine Holmen   als Ingvild
  John Ronald Holm   als Lehrer
  David Hjelle Pettersen   als Petter
  Rolf Erling Heggem   als Axel
  Ken Are Johansen   als Kjell
 
Regie:  Matthias Glasner  
Drehbuch:  Kim Fupz Aakeson  
Produzent:  Kristine Knudsen  
  Matthias Glasner  
  Andreas Born  
Koproduzent:  Aage Aaberge  
Ausf. Produzent:  Andreas Born  
Kamera:  Jakub Bejnarowicz  
Schnitt:  Heike Gnida  
Musik:  Home Sweet Home  
Produktionsdesign:  Claus-Rudolf Amler  
Kostüme:  Sabine Keller  
Ton:  Stefan Soltau  

Die Berlinale mit Angelina Jolie im Zeichen von Film, Blut und Honig

Auch wenn das Thermometer gerade bundesweit in den Keller rutscht - eine "Eis-Berlinale" wie vor zwei Jahren ist offenbar nicht zu befürchten.

Großansicht Am 9. Februar öffnet die 62. Berlinale ihre Pforten - unter anderem für Angelina Jolies Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" um eine Liebe im Bosnienkrieg (Foto: Wild Bunch (Central))

Am 9. Februar öffnet die 62. Berlinale ihre Pforten - unter anderem für Angelina Jolies Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" um eine Liebe im Bosnienkrieg (Foto: Wild Bunch (Central))

Zumindest attestieren die Wetterdienste, dass die Temperaturen bis zur Eröffnung wieder in den einstelligen Minusbereich zurückkehren. Ob Frost oder nicht: Die Berlinale, die am 9. Februar ihre Pforten öffnet, wird keinen Besucher kalt lassen. Zu viel gibt es zu entdecken! Neben den 395 gezeigten Filmen locken an den elf Festivaltagen zahllose Partys, Empfänge und Diskussionsrunden - und natürlich die Stars am roten Teppich.

Viele Regisseure erzählen in ihren Filmen von einer Welt im Umbruch. Darunter auch ein prominentes Regiedebüt: Hollywoodstar Angelina Jolie stellt "In the Land of Blood and Honey" vor, ein Film über den Bürgerkrieg in Bosnien, der der humanitär engagierten Schauspielerin eine Herzensangelegenheit war.

Deutschlands Hollywood-Exportschlager Diane Kruger gibt die französische Königin Marie Antoinette, die von den Unruhen der Französischen Revolution erfasst wird, in dem Historiendrama "Leb wohl, meine Königin!", dem diesjährigen Berlinale-Eröffnungsfilm.

Dänemarks Superstar Mads Mikkelsen ist ebenfalls in einem königlichen Drama zu sehen, in "Die Königin und der Leibarzt" spielt er den Doktor der dänischen Königin Caroline Mathilde. Der Arabische Frühling, der vor einem guten Jahr begann, zieht sich durch alle Sektionen und zahlreiche Diskussionen.

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Selbst der oft vergessene Kontinent Afrika rückt in den Fokus und erzählt von Menschen auf der Suche nach einer besseren Zukunft. Der asiatische Film ist traditionell stark in allen Reihen vertreten, etwa mit bei Cineasten heiß gehandelten philippinischen "Skandalfilmer" Brillante Mendoza. Auch Angelina Jolies Ex-Mann, der Schauspieler Billy Bob Thornton, wechselt alle Jahre wieder auf den Regiestuhl, in Berlin hat er die starbesetzte Culture-Clash-Komödie "Jayne Mansfield's Car" im Gepäck.

Tom Hanks und Sandra Bullock sind die Protagonisten in dem oscarnominierten 9/11-Drama "Extrem laut und unglaublich nah", während "Twilight"-Star Robert Pattinson auf dem roten Teppich für Kreischalarm sorgen sollte - er spielt im Paris des 19. Jahrhunderts angesiedelten Bel Ami" einen eleganten Liebhaber - u.a. von Uma Thurman und Christina Ricci. Clive Owen beglückt die Berliner dagegen anlässlich der Premiere des britischen Thrillers "Shadow Dancer".

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Auch in diesem Jahr ist Berlinale natürlich DAS Schaufenster für den deutschen Film. Insgesamt 87 deutsche Filme und Koproduktionen laufen in den verschiedenen Sektionen. Auch im Wettbewerb wird geklotzt, gleich drei Schwergewichte des deutschen Autorenfilms rücken ins Rampenlicht: Hans-Christian Schmid mit seinem Familiendrama "Was bleibt", Christian Petzold mit dem geheimnisvollen Drama "Barbara" und Matthias Glasner mit dem am Nordkap gedrehten "Gnade". Außer Wettbewerb zeigt Doris Dörrie ihren neuen Film "Glück", eine berührende Liebesgeschichte zwischen einem Punk und einer jungen Prostituierten.

Welche Wettbewerbsfilme, Darsteller und Filmemacher dieses Jahr die begehrten Bären mit nach Hause nehmen dürfen, das entscheidet die Jury um den Präsidenten Mike Leigh ("Happy-Go-Lucky"). Als kompetente Unterstützung an seiner Seite hat der Top-Regisseur dabei unter anderem Hollywood-Star Jake Gyllenhaal, den legendären Fotografen und Regisseur Anton Corbijn, den Oscar-Nominierten Filmemacher Asghar Farhadi ("Nader und Simin") und die französischen Filmlieblinge Charlotte Gainsbourg und François Ozon. Die glanzvolle Verleihung geht am 19. Februar zum großen Berlinale-Finale über die Bühne.

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