Harvey Keitel
George Clooney
Quentin Tarantino
Regie: Robert Rodriguez
Verleih: Scotia (Buena Vista)
Das mordende Brüderpaar Seth und Richard Gecko befindet sich nach einem Bankraub auf der Flucht ins Gangsterparadies El Rey in Mexiko. Um die Grenze zu überqueren, kidnappen sie einen ungläubigen Priester und seine beiden Kinder. In einer üblen Bikerbar entfaltet sich ein regelrechtes Hölleninferno und die ungleiche Reisegesellschaft wird von blutrünstigen Vampir-Stripperinnnen attackiert. Die Situation scheint auswegslos...

Die Zeitgeist-Kultfiguren Quentin Tarantino und Robert Rodriguez müssen mit ihrem hochenergetischen und hypergewalttätigen Genreversatzstück aus Gangster-Roadmovie und Vampirschocker-Komödie einem gewaltigen Hype gerecht werden. Selbst wenn der Massenappeal von "Pulp Fiction" nicht erreicht werden kann, bietet "From Dusk Till Dawn" wildeste Unterhaltung für ein großes Publikum, zumal er mit George Clooney ("ER - Emergency Room") in der Hauptrolle einen charismatischen Leinwand-Heroen zu bieten hat, der das Zeug zum Superstar hat.
15 Monate, nachdem sich Quentin Tarantino mit dem phänomenalen Erfolg seiner Crime & Blood-Orgie "Pulp Fiction" als frenetisch gefeierter Generation-X-Guru etablierte, läßt er nun mit dem bereits 1990 geschriebenen "From Dusk Till Dawn" erneut seine Brillanz als Drehbuchautor mit einem unfehlbaren Gespür für interessante Charaktere und Dialoge unter Einstreuung treffender Popkultur-Referenzen und zahlloser Filmhommagen aufblitzen. Action-Ästhet Robert Rodriguez ("Desperado") inszenierte das unkonventionelle Genregemisch stilsicher und mit hervorragendem Timing in der Tradition eines hyperventilierenden Exploitation-Spektakels und huldigt Kultikonen wie Blaxploitation-Held Fred Williamson, Komiker Cheech Marin und F/X-Großmeister Tom Savini, die in fabelhaften Nebenrollen besetzt wurden.
In der "Mörder auf der Flucht"-Eingangssequenz hinterlassen die beiden Bankräuber-Brüder Seth (Frauenschwarm Clooney versprüht eisgekühlten Charme) und Richard Gecko (Tarantino fällt als leicht debiler Kindskopf-Killer zumindest nicht negativ auf) bei einem exzessiv-blutigen Shootout zahlreiche Leichen. Das Ziel dieser "Natural Born Killers" ist die Gangster-Enklave El Rey (aus Jim Thompsons Erzählung "The Getaway") in Mexiko. Um die Grenze zu überqueren, kidnappen sie den Priester Jacob Fuller (superb: Harvey Keitel) und seine beiden Kinder in Gestalt von Juliette Lewis und Ernest Lui. Tarantino greift hier wieder das theologische Thema von verlorenem Glauben und Erlösung auf, das bereits in "Pulp Fiction" eine nicht unerhebliche Rolle spielte. Anlaufstelle der Geckos ist eine üble Biker-Bar mit dem vielversprechenden Namen "Titty Twister" (Celicia Montiel kreierte ein grandios atmosphärisches Produktionsdesign), in der nach Salma Hayeks ("Desperado") stimulierendem Schlangentanz ein Hölleninferno im Stil von George Romeros "Die Nacht der lebenden Toten" oder noch deutlicher Sam Raimis "Tanz der Teufel" ausbricht. Genußvoll ironisiert schüttet Rodriguez kübelweise Horrorklischees von Blood, Guts, Gore und Splatter aus, nur um den Teufelsritt schließlich in einen von "Assault - Anschlag bei Nacht" inspirierten Showdown münden zu lassen, in dem die Protagonisten sich auf die finale blutrünstige Auseinandersetzung mit den barbarischen Blutsaugern vorbereiten.
Deutlich schneidet bei diesem Doppel-Film die erste Hälfte besser ab, da das überspitzte Vampirelement trotz etlicher witziger Dialoge und frenetischem Tempo bisweilen langatmig wirkt. Genügend cineastisches Gedankenfutter bietet dieses ungewöhnliche Spektakel dennoch allemal, um Tarantino-Puristen und Fans überdrehter Unterhaltung von Sonnenuntergang bis zum Morgengrauen hitzig diskutieren zu lassen. ara.
| Darsteller: | Harvey Keitel | als Jacob Fuller | |
|---|---|---|---|
| George Clooney | als Seth Gecko | ||
| Quentin Tarantino | als Richard Gecko | ||
| Juliette Lewis | als Kate Fuller | ||
| Richard "Cheech" Marin | als Chet Pussy / Carlos | ||
| Fred Williamson | als Frost | ||
| Salma Hayek | als Santanico Pandemonium | ||
| Marc Lawrence | als Motelbetreiber | ||
| Michael Parks | als Texas Ranger Earl McGraw | ||
| Kelly Preston | als Kelly Houge | ||
| Tom Savini | als Sex Machine | ||
| John Saxon | als FBI Agent Stanley Chase | ||
| Danny Trejo | als Razor Charlie | ||
| Ernest Liu | als Scott Fuller | ||
| John Hawkes | als Pete Bottoms | ||
| Regie: | Robert Rodriguez | ||
| Drehbuch: | Quentin Tarantino | ||
| Produzent: | Gianni Nunnari | ||
| Meir Teper | |||
| Ausf. Produzent: | Lawrence Bender | ||
| Robert Rodriguez | |||
| Quentin Tarantino | |||
| Kamera: | Guillermo Navarro | ||
| Schnitt: | Robert Rodriguez | ||
| Musik: | Graeme Revell | ||
| Produktionsdesign: | Cecilia Montiel | ||
| Kostüme: | Graciela Mazon | ||
Unsere Ehrenlegion soll schöner werden! Vielleicht schlägt der französische Präsident Nicolas Sarkozy deshalb Latina-Superstar Salma Hayek zu Ritterin ...
Vielleicht hat Nicolas Sarkozy ihre Stimme in "Der gestiefelte Kater" (die ursprüngliche Geschichte stammt aus Frankreich) gemocht - oder alles andere an Salma Hayek in "From Dusk Till Dawn". Der französische Präsident wird die schöne Latina jedenfalls in die französische Ehrenlegion aufnehmen.
Innerhalb der nächsten beiden Monate wird Salma Hayek zu einer formellen Zeremonie antreten und dort den 'Legion d'Honneur' erhalten. Das bedeutet, sie wird zur Ritterin geschlagen.
Die französische Ehrenlegion wurde 1802 von Napoléon Bonaparte ins Leben gerufen, sowohl Militärangehörige als auf Zivilisten können aufgenommen werden. Die Ehrenlegion ist nicht auf französische Staatsbürger beschränkt. Hauptsache, man hat sich um die Grande Nation verdient gemacht. Salma Hayek ist das wohl irgendwie eindrucksvoll gelungen - wie vor ihr auch schon Clint Eastwood, Robert Redford und Robert De Niro.
Salma Hayek hat übrigens eine enge Verbindung zur Ehrenlegion: Sie ist mit dem Franzosen Francois-Henri Pinault verheiratet, dessen Vater Francois Pinault kürzlich zum Grand Officer, einem hohen Rang in der Legion, befördert wurde.
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