Freizügige Roman-Verfilmung, in der drei junge Menschen im revolutionären Frühjahr 1968 in Paris ihre Sexualität ausleben. http://images.kino.de/flbilder/max03/mbiz03/mbiz50/z0350502/b150x150.jpg Die Träumer

Filmdetails

Die Träumer

Freizügige Roman-Verfilmung, in der drei junge Menschen im revolutionären Frühjahr 1968 in Paris ihre Sexualität ausleben.


Die Träumer
Start: 22.01.2004

Originaltitel: The Dreamers

Drama

Großbritannien/Frankreich/Italien 2003
Laufzeit: 114 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Michael Pitt
Eva Green
Louis Garrel

Regie: Bernardo Bertolucci
Verleih: Concorde

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Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Als im politisch unruhigen Frühjahr des Jahres 1968 die Pforten der Pariser Cinemathèque auf Befehl von oben geschlossen werden, sitzt der amerikanische Filmfreak Matthew (Michael Pitt aus "Mord nach Plan") quasi auf der Straße. Fürs erste kommt er in der großbürgerlichen, zum Glück gerade elternfreien Wohnung des befreundeten Geschwisterpaares Theo und Isabelle unter. In der Abgeschiedenheit des Hauses testet man zwischen Filmquiz und Politdebatte die neuen Freiheiten der sexuellen Revolution, ohne von der richtigen draußen auf der Straße allzu viel mitzubekommen.

Die Studentenrevolte der späten 60er dient als Kulisse für den sexuellen Aufbruch im kleinen. Bernardo Bertolucci ("Der letzte Tango in Paris") zeigt sich zwischen Kinonostalgie, kalkuliertem Tabubruch und autobiografischem Bezug ganz in seinem Element.


Kritik

Freizügige Roman-Verfilmung, in der drei junge Menschen im revolutionären Frühjahr 1968 in Paris ihre Sexualität ausleben.

Großansicht Kino bedeutet Isabelle fast alles (Foto: Concorde)

Kino bedeutet Isabelle fast alles (Foto: Concorde)

Der junge Amerikaner Matthew und das französisches Geschwisterpaar Theo und Isabelle treffen sich im Frühjahr 1968 bei einer Protestaktion gegen die Entlassung des Leiters der Cinemathèque, Henri Langlois.

Die Filmfreaks stehen gehen auf die Straße. Da die Eltern der Zwillinge in Urlaub fahren, zieht Matthew in die großbürgerliche Wohnung am Saint Germain - der Auftakt zur Verstrickung in ein Geflecht aus Macht und Emotionen.

Immer mehr schließt sich das Trio von der Außenwelt ab, lotet eigene Grenzen aus, lebt bedingungslos den eigenen Traum aus. Sie spielen Filmszenen nach und denken sich ein Ratequiz aus, falschen Antworten folgt die Strafe.

Großansicht Die drei verschließen sich in ihrer eigenen Welt (Foto: Concorde)

Die drei verschließen sich in ihrer eigenen Welt (Foto: Concorde)

Fleischeslust

Der bodenständige, aber naive Matthew gerät zunehmend in den dunklen Sog des inzestuösen Paares. Während draußen Studenten und Arbeiter auf die Straße gehen, tauchen sie immer mehr in ihre eigene Welt ein.

Italiens Regie-Ikone Bernardo Bertolucci kehrt zu einem ur-europäischen Thema zurück. "Die Träumer" erinnert an das revolutionäre Jahr 1968 in Paris und den Beginn der Studentenrevolte, die Schließung der Cinemathèque Francaise und die Wendung zur Gewalt - allesamt Folie für ein Kammerspiel, in dem drei junge Menschen in einer Welt aus Filmzitaten Sinnlichkeit und Sexualität entdecken.

Die Träumer

Darsteller:  Michael Pitt   als Matthew
  Eva Green   als Isabelle
  Louis Garrel   als Theo
  Robin Renucci   als Vater
  Anna Chancellor   als Mutter
  Florian Cadiou   als Patrick
 
Regie:  Bernardo Bertolucci  
Drehbuch:  Gilbert Adair  
Produzent:  Jeremy Thomas  
Koproduzent:  John Bernard  
Kamera:  Fabio Cianchetti  
Schnitt:  Jacopo Quadri  
Produktionsdesign:  Jean Rabasse  
Kostüme:  Louise Stjernsward  
Ton:  Stuart Wilson  
Casting:  Lucy Boulting  
  Howard Feuer  
  Juliette Ménager  

Cannes-Splitter

Das 64. Festival de Cannes war ein wahrhaft großes Fest für den Film. Und obwohl gelitten, gestorben, gedemütigt und geweint wurde, schließlich sogar die Welt unterging und in Pressekonferenzen Unsinn verzapft wurde - was zurückbleibt von zehn Tagen voller Filme ist das Gefühl, Bedeutendes miterlebt zu haben. Bei etwas dabei gewesen zu sein, was zählt. Nicht nur bei den Filmen auf der Leinwand, sondern auch in den Momenten am Rande.

Großansicht Unvergessen: Jean-Paul Belmondo in Godards Meisterwerk "Außer Atem" (Foto: Neue Visionen)

Unvergessen: Jean-Paul Belmondo in Godards Meisterwerk "Außer Atem" (Foto: Neue Visionen)

Die bewegendsten Momente vor und auf der Leinwand

Er kam auf Krücken, erklomm am Arm seiner jungen, attraktiven Frau nur mühsam die wenigen Stufen zur Bühne, aber er hat nichts von seiner Anziehungskraft verloren: Jean-Paul Belmondo, Action-Star und Charakterkopf, nahm die Herzen im Sturm, wurde gefeiert wie ein Held. "Bébel", wie ihn die Franzosen liebevoll nennen, wurde mit einer Goldenen Palme für sein Lebenswerk geehrt.

Während der Aufführung einer neuen Doku über das Rauhbein mit dem weichen Kern gab es immer wieder bewegenden Szenenapplaus, wenn der Star, der auch die gefährlichsten Stunts selbst machte, an einem Hubschrauber hängend über ganz Venedig fliegt oder aus der Luft auf einem fahrenden Boot landet. Kaum zu glauben, dass dieser nach einem Schlaganfall vor zehn Jahren gebrechliche alte Mann diese Kunststücke vollbrachte.

Aber nicht nur für sie lieben und verehren ihn seine Landsleute noch heute: Er war das Gesicht der Nouvelle Vague, entdeckt von Jean-Luc Godard, der ihn und die gesamte neue, mächtige Welle mit Filmen wie "Außer Atem" und "Elf Uhr nachts" ins Bewusstsein des Weltkinos spülte, ehe er, in freundschaftlicher Rivalität mit Alain Delon, die Kinokassen klingeln ließ. Sein Publikum bescherte der Ikone des französischen Kinos, der sich in den letzten Jahren hauptsächlich dem Theater widmete, einen enthusiastischen Empfang.

Ebenso Bernardo Bertolucci, Meister großer Skandalfilme ("Der letzte Tango in Paris", 1972) und Epen ("1900", 1976), der im Rahmen der Eröffnungsgala ebenfalls für sein Lebenswerk geehrt wurde. Einige Tage später stellte er in der Reihe "Cannes Classics" "Der große Irrtum" von 1970 vor. Er kam im Rollstuhl, doch seine Worte und Gedanken sind ebenso hellwach wie einst. Die scharfsinnige Analyse von politischem Opportunismus, Faschismus und unterdrückter Sexualität geht heute noch genauso unter die Haut wie vor 40 Jahren. Echte Meisterwerke sind eben wirklich zeitlos. Leider scheint sich der Oscar-Preisträger ("Der letzte Kaiser") nach seinem letzten Film "Die Träumer" von 2003 zur Ruhe gesetzt zu haben.

Noch weiter zurück ging es bei den "Cannes Classics" mit Georges Méliès' "Die Reise zum Mond". Der 16-minütige Farbfilm von 1902, der lange als vermisst galt, wurde 1993 wieder aufgefunden und jüngst restauriert. Jetzt war er erstmals in den damals verwendeten, überraschend leuchtenden Farben zu sehen, mit einem neuen Soundtrack der französischen Popband Air.

Bilder zu "Die Reise zum Mond"

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Und dann sorgte am Ende doch ein ganz aktueller, eigentlich unspektakulärer Film für Furore, in einem Brot nach Cannes geschmuggelt: Mit "This is not a Film" beweist der iranische Filmemacher Jafar Panahi, vom Regime mit langjähriger Haft und 20jährigem Berufsverbot belegt, dass selbst brutalste Unterdrückung nicht mundtot machen muss.

Der "Nicht-Film" zeigt, wie Panahi in seiner Teheraner Wohnung, abgeschlossen von der Außenwelt, mit seiner Anwältin und Freunden telefoniert und im Wohnzimmer sein letztes Drehbuch nachstellt. Vorlesen und schauspielern ist nicht verboten - und wo es keinen Film gibt, wird auch gegen keine Auflage verstoßen. Doch irgendwann bricht er entmutigt ab: Filme sollte man inszenieren, nicht vorlesen - was hat das für einen Sinn? Das geht unter die Haut. Sein Akt großen Mutes, der die Aufmerksamkeit der Welt von der Sonne Cannes' an einen dunklen Ort richtete, wird in Erinnerung bleiben.

Ebenso wie die tollsten Film-Szenen dieses starken Jahrgangs:

Den stärksten Eindruck hinterließen auf jeden Fall Terrence Malicks Palmen-Gewinner "The Tree of Life" und "Melancholia". Ersterer stellt sich mit aller filmischen Wucht und optischen Opulenz den Fragen nach dem Wunder des Lebens, der Suche des Menschen nach Einheit mit sich selbst und mit der Natur.

Als dunkles Gegenstück quasi kann Lars von Triers ("Antichrist") großartiger, aufwühlender "Melancholia" (Start: 6. Oktober) gelesen werden, mit den eindringlichsten Bildern des Festivals, die man so schnell nicht vergessen wird, und einem wuchtigen Prolog, untermalt von Wagners "Tristan und Isolde"-Ouvertüre. Unvergesslich auch die Bilder vom Golfplatz, der das Anwesen umgibt, auf dem die Schwestern Justine (Darsteller-Preis für Kirsten Dunst) und Claire (Trier-Muse Charlotte Gainsbourg aus "Antichrist") der Weltuntergang ereilt. Auf den Grüns versinkt man knietief im Morast, und spätestens am 19. Loch (beim Golfsport gibt es nur 18) weiß man dann, dass es kein gutes Ende mit der Erde nehmen wird ...

Kurios, aber fantastisch: Sean Penn im italienischen Beitrag "This Must Be the Place" von Paolo Sorrentino: als stark überschminkter, auf Goth getrimmter alternder Rockstar rechnet er auf auf einer wahnwitzigen Odyssee durch die Vereinigten Staaten mit einem Kriegsverbrecher ab, der einst seinen Vater quälte, und kann so auch seine eigenen Dämonen bändigen. So hat man Sean Penn noch nie gesehen, so behält man ihn gern im Gedächtnis.

Bilder zu "Cheyenne - This Must Be the Place"

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Star

Eva Green

Prinzessin der Popkultur, erotische Charakterdarstellerin mit Traumfigur und abgründig lockenden Augen, ist die dunkelhaarige Eva Green nach Claudine...

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