Ergreifende Literaturverfilmung um die tragische Liebesgeschichte eines ungarischen Grafen und einer verheirateten Engländerin während des 2. Weltkriegs. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz33/z0233105/b150x150.jpg Der englische Patient

Filmdetails

Der englische Patient

Ergreifende Literaturverfilmung um die tragische Liebesgeschichte eines ungarischen Grafen und einer verheirateten Engländerin während des 2. Weltkriegs.


Der englische Patient
Start: 27.02.1997

Originaltitel: The English Patient

Drama / Abenteuer

USA 1996
Laufzeit: 145 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Ralph Fiennes
Juliette Binoche
Willem Dafoe

Regie: Anthony Minghella
Verleih: Studiocanal

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Inhalt

Der ungarische Graf Almasy wird von den Nazis über der Wüste abgeschossen. Bis zur Unkenntlichkeit verbrannt und an Amnesie leidend wird er von der französischen Rotkreuzschwester Hana gegen Kriegsende in einer toskanischen Klosterruine gepflegt. Allmählich erinnert er sich an seine tragische Liebesaffäre mit der verheirateten Engländerin Katherine, die mit ihrem Mann an der selben geographischen Expedition wie Almasy teilnahm.


Kritik

Der englische Patient

Die epische Verfilmung von Michael Ondaatjes 1992 erschienenen, mit dem Booker-Preis ausgezeichneten Romans erzählt vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs eine vielschichtige Geschichte von leidenschaftlicher Liebe, persönlichen und politischen Verrats und herzzerreißenden Verlust. Regisseur und Drehbuchautor Anthony Minghella ("Wie verrückt & aus tiefstem Herzen") konstruierte ein multidimensionales Mosaik, das durch eine dichte Atmosphäre voller poetischer und erotischer Suggestion besticht.

Als Produzent fungierte die 73jährige "Institution" Saul Zaentz (Oscars für "Amadeus" und "Einer flog über's Kuckucksnest"), der auch diesem für 31 Mio. Dollar realisierten Projekt seinen unverkennbaren persönlichen Stempel großen Erzähl- und Gefühlskinos aufgedrückt hat. Ähnlich wie bei einer seiner weiteren literarischen Verfilmungen "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" werden eine internationale Besetzung, malerische Locations und raffinierteste technische Stilmittel brillant zum Einsatz gebracht. So sorgen neben den exzellenten darstellerischen Leistungen von Ralph Fiennes ("Schindlers Liste"), der mit anrührender Einfühlsamkeit einen halsstarrigen Idealisten darstellt, den die tiefe Tragik seines Schicksals schließlich weicher und menschlicher werden läßt, und Kristin Scott Thomas' ("Vier Hochzeiten und ein Todesfall"), die sinnliche Intelligenz pur ausstrahlt, vor allem die visuelle Präsentation für verdienten Oscar-Buzz. Hervorragend sind der intuitive Schnitt von Walter Murch, der in Verbindung mit perfekt abgestimmten Farben und Klängen ausgeklügelte Brücken zwischen Gegenwart und Vergangenheit des mit fragmentarischen Rückblenden durchwobenen Erzählteppichs schlägt. Kameramann John Seale versteht es, magisch-mystischen Bildcollagen zu entwerfen, und seine symbolträchtigen Kompositionen weitläufiger Wüstenlandschaften rufen Erinnerungen an David Leans Klassiker "Lawrence von Arabien" hervor.

Zu Unrecht gilt der ungarische Graf Almasy (Fiennes) als "englischer Patient", nachdem er von den Nazis über nordafrikanischem Wüstengebiet abgeschossen wird. Bis zur Unkenntlichkeit verbrannt und an Amnesie leidend, wird er von der französischen Rotkreuzschwester Hana (Juliette Binoche) gegen Kriegsende in einer toskanischen Klosterruine gepflegt. Allmählich erinnert er sich an seine tragische Liebesaffäre mit der verheirateten Engländerin Katherine (Kristin Scott Thomas), die mit ihrem Mann an der selben geographischen Expedition wie Almasy teilnahm. Almasys Flashbacks wirken wie das Eintauchen in Morphiumträume. Sie sind das pulsierend-emotionale Herzstück des Films. Daneben entfalten sich die Geschichten der Romanze Hanas mit dem indischen Bombenexperten Kip (Naveen Adrews) und das Los des kanadischen Spions Carravaggio (Willem Dafoe in einer prägnanten Nebenrolle), der alsbald ebenfalls im Kloster Unterkunft findet. Mit dem in der Eröffnungsszene gezeigten Wüstenflug Almasys endet das ergreifende Melodram, und der Kreis schließt sich.

Moralische Komplexität und lodernde Emotionalität machen das technisch versierte Epos zu einem klassischem Kinoerlebnis, das keineswegs staubig wirkt. Einem überzeugenden Erfolg an der Kinokasse und bei der Oscar-Verleihung dürfte nichts im Weg stehen. ara.

Der englische Patient

Darsteller:  Ralph Fiennes   als Count Laszlo Almasy
  Juliette Binoche   als Hana
  Willem Dafoe   als Caravaggio
  Kristin Scott Thomas   als Katharine Clifton
  Naveen Andrews   als Kip
  Colin Firth   als Geoffrey Clifton
  Julian Wadham   als Peter Madox
  Jürgen Prochnow  
  Kevin Whately   als Sgt. Hardy
  Clive Merrison  
  Nino Castelnuovo  
  Hichem Rostom  
  Peter Rühring  
 
Regie:  Anthony Minghella  
Drehbuch:  Anthony Minghella  
Produzent:  Saul Zaentz  
Ausf. Produzent:  Bob Weinstein  
  Harvey Weinstein  
  Scott Greenstein  
Buchvorlage:  Michael Ondaatje  
Kamera:  John Seale  
Schnitt:  Walter Murch  
Musik:  Gabriel Yared  
Produktionsdesign:  Stuart Craig  
  Stephenie McMillan  
Kostüme:  Ann Roth  
Ton:  Walter Murch  
  Mark Berger  
  David Parker  
  Chris Newman  

Trauer um Anthony Minghella

Er schenkte der Filmwelt epische Meisterwerke.

Großansicht Von Anthony Minghellas schwerer Erkrankung hatte niemand gewusst (Foto: Kurt Krieger)

Von Anthony Minghellas schwerer Erkrankung hatte niemand gewusst (Foto: Kurt Krieger)

Der britische Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Anthony Minghella ist überraschend verstorben, wie seine Agentin bestätigt hat. Minghella wurde nur 54 Jahre alt. Ein Sprecher Minghellas berichtet, dieser habe am Dienstag Morgen im Londoner Charing Cross Hospital nach einer Operation eine Gehirnblutung erlitten. Grund für den Eingriff war eine Krebserkrankung an Hals und Mandeln gewesen.

Minghella, der für "Der englische Patient" mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, gehört zu den renommiertesten europäischen Regisseuren mit einem besonderen Talent für großes Schauspielerkino. Zu seinen bekanntesten Werken zählt neben "Der englische Patient" etwa "Der talentierte Mr. Ripley" oder "Unterwegs nach Cold Mountain". Als Produzent unterstützte er "Michael Clayton", Sydney Pollacks "Die Dolmetscherin" und Tom Tykwers "Heaven".

Zu Minghellas aktuellen Projekten gehört seine Regiearbeit "The No. 1 Ladies Detective Agency", die noch im Dreh ist, und als Produzent "Der Vorleser", dessen Dreharbeiten derzeit in Berlin und Brandenburg in die letzte Phase gehen.

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Ralph Fiennes

Als Sohn eines Architekten und einer Malerin schloss Fiennes seine Ausbildung an der Royal Academy of Dramatic Arts ab, wurde Mitglied der...

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Juliette Binoche

Ihre Krankenschwester in Italien, die sich in dem Welterfolg "Der englische Patient" in einem verlassenen Kloster um den mysteriösen...

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