Originaltitel: The Black Dahlia
USA/Deutschland 2006
Josh Hartnett
Scarlett Johansson
Aaron Eckhart
Regie: Brian De Palma
Verleih: Warner
Auf einem Stück Brachland mitten in Los Angeles wird 1948 die Leiche des Starletts Elizabeth Short gefunden, übel verstümmelt, quer in der Taille halbiert und ausgeweidet. Die Cops Leland "Lee" Blanchard (Aaron Eckhart) und Dwight "Bucky" Bleichert (Josh Hartnett), die neben der Vergangenheit im Boxring auch die Zuneigung zur selben platinblonden Freundin (Scarlett Johansson) teilen, sollen den Fall klären. Schnell wird er für beide zur Obsession. Als Bucky ein wenig im Leben der Society-Lady Linscott (Hilary Swank) schnüffelt, sticht er in ein Wespennest.
Voyeurismus, Besessenheit, Verschwörung - Hitchcock-Epigone Brian De Palma ("Carrie", "Dressed To Kill") ist ganz in seinem Element bei der prachtvollen Adaption des wohl persönlichsten Buches von Krimi-Star James Ellroy.
Brian De Palma verfilmt James Ellroy: knallhart, tiefschwarz und gnadenlos. Ein bildgewaltiges Epos, das der Vorlage in allen Belangen gerecht wird.
Im Jahr 1947 entdecken Passanten auf einem leer stehenden Grundstück in Los Angeles eine grausam zugerichtete Frauenleiche. Ihr Rumpf ist durchtrennt, der Mund zu einem grotesken Lachen aufgeschnitten. Die Ermordete wird als Starlet Elizabeth Short identifiziert, ihr Mörder nie gefunden. Als "The Black Dahlia" hält der bizarre Fall Einzug in die Kriminalgeschichte, James Ellroy fiktionalisiert ihn unter gleichem Titel als Auftakt seiner L.A.-Tetralogie.
Lange Zeit galten die Romane wegen ihrer komplexen Struktur und der zahlreichen Nebenhandlungen als unverfilmbar, bis Curtis Hanson vor knapp zehn Jahren mit "L.A. Confidential" das Gegenteil bewies. Nun hat Brian De Palma das erste Buch adaptiert.
Tiefschwarz, realitätsnah und überaus handfest gehen zwei befreundete, grundverschiedene Cops (Aaron Eckhart & Josh Hartnett) in der Stadt der (gefallenen) Engel auf Tätersuche, stoßen dabei auf korrupte Kollegen, machtgeile Politiker, knallharte Gangster und intrigante Frauen. Seelische Abgründe tun sich auf und paranoide Gewaltvisionen füllen die Leinwand.
Kameramann Vilmos Zsigmond ("Heaven's Gate") zeigt sich auf der Höhe seiner Kunst, ebenso Produktionsdesigner Dante Ferretti ("Gangs of New York"). Streckenweise an "Chinatown" erinnernd, entwirft Hitchcock-Adept De Palma in seinem bislang vielleicht stimmigsten Werk ein virtuoses Neo-Noir-Puzzle, das von einem vorzüglichen Ensemble getragen wird.
Zuletzt hielt er es 30 Tage unter Vampiren und 40 Nächte ohne Sex aus. Gut abgehärtet zieht Josh Hartnett jetzt schneller als sein Schatten und dreht den wilden, wilden Western von morgen ...
Zieht schnell im Western von morgen: Josh Hartnett dreht "Gunslinger" (Foto: Kurt Krieger)
In "30 Days of Night" bewies Josh Hartnett einmal mehr sein Action-Potential, in "40 Tage und 40 Nächte" Leidensfähigkeit und in "Black Dahlia", wie man eine ausgewachsene Obsession auf die Leinwand bringt. Diese drei Dinge braucht der Mann jetzt, wenn er in "Gunslinger" zur Kanone greift. Regisseur Chris Nahon beschreibt, in welches Abenteuer er Hartnett da zu schicken gedenkt: "Die Geschichte zeigt in einem einzigartigem Look, wie die Gesetzlosigkeit des alten Westens zurückkehrt ... aber mit viel besseren Waffen!"
In "Gunslinger", zu deutsch "Revolverheld", ist von Amerika nur noch eine postapokalyptische Ödnis übrig geblieben. Das Wetter ist auch noch schlecht, es herrscht Winter. Heiße Rache liegt in der kalten Luft, denn eine Bande Outlaws hat Joshs Eltern auf dem Gewissen. Gemeinsam mit seinem Bruder startet er einen fanatischen Feldzug. Diese Zutaten und Josh Hartnetts Mitwirken lassen einen intensiven Actionfilm erahnen, mit grandiosen Westernaufnahmen, wie sie zuletzt in "Open Range" zu sehen waren. Gedreht wird Anfang 2010 in Kanada.
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