Roland Emmerichs Film über eine Sonneneruption, die eine Katastrophenkette und den Tod von Milliarden Menschen auslöst, ist die Mutter aller Zerstörungsspektakel. http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz39/z0939505/b150x150.jpg 2012

Filmdetails

2012

Roland Emmerichs Film über eine Sonneneruption, die eine Katastrophenkette und den Tod von Milliarden Menschen auslöst, ist die Mutter aller Zerstörungsspektakel.


2012
Start: 12.11.2009

Science Fiction / Drama

USA 2009
Laufzeit: 158 Min.
FSK: ab 12 Jahre

John Cusack
Chiwetel Ejiofor
Amanda Peet

Regie: Roland Emmerich
Verleih: Sony Pictures

Bogey - Box Office Germany Award

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(1 Bewertung)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Ein indischer Wissenschaftler macht eine schreckliche Entdeckung. Eine gewaltige Sonneneruption und eine seltene Sternenkonstellation werden auf der Erde zu Beben, Fluten und anderen Katastrophen führen, die alles Leben vernichten. Fieberhaft entwickelt die US-Regierung mit den führenden Nationen einen Plan, um ausgewählte Tierarten und ein paar Tausend Menschen zu retten. Curtis Jackson weiß, wie alle anderen, davon nichts und wird, wie alle anderen, ums Überleben kämpfen, wenn das größte Inferno in der Erdgeschichte ausbricht.


Kritik

2012

Die Welt geht unter! Im Kino eine positive Prognose, über die sich keiner den Kopf zerbrechen muss. Denn Roland Emmerichs "Mutter aller Katastrophenfilme" bedient den Bauch und verblüfft die Augen.

"The Day After Tomorrow" wirkt wie ein Testlauf für das in jeder Hinsicht verbesserte XXL-Desaster, das von gut 1400 visuellen Effekten, aber auch von einigen engagierten Darstellern und überraschend treffsicherem Humor lebt. Die Helden im Skript von Emmerich und Harald Kloser repräsentieren eine globale Perspektive, schließen das weiße und schwarze Amerika, aber auch Inder, Russen und Tibeter mit ein. Die am Anfang eingeführten Figuren sind wie die Plotlinien Retorte, aber sympathisch und mitunter auch brüchig genug, dass man ihrer Entwicklung auch folgen will. In John Cusacks Familienvater Curtis ist Tom Cruises Charakterprofil aus "Krieg der Welten" geklont: geschieden, unzuverlässig, aber mit Potenzial, sich Respekt und Zuneigung seiner Kids zurückzuerobern. Chiwetel Ejiofors Präsidentenberater ist das Gewissen, die gewinnende Naivität, steht für Menschlichkeit in der Katastrophe, vor der er gerne jeden warnen würde. Das aber verbietet der Masterplan des Präsidenten, dank Danny Glover der Inbegriff von Integrität und Würde, und des Stabschefs, den Oliver Platt erfrischend widersprüchlich anlegt: arrogant, rücksichtslos, aber auch witzig, smart und pragmatisch gegenüber Untugenden wie Selbstsucht und der Dominanz von Geld über Moral.

45 Minuten entwickelt der Film zwei Erzählebenen. Hier die Staatsmänner und Wissenschaftler, die wissen, dass nach der größten Sonneneruption aller Zeiten die Menschheit dem Untergang geweiht ist, dass riesige Archen gebaut werden müssen, auf denen Tiere und ein paar Tausend Ausgewählte Platz für den Neubeginn finden sollen. Dort die Ahnungslosen, die überrascht werden, als eine seltene Planetenkonstellation die Natur Amok laufen lässt. Die Curtis-Familie steht für das individuelle Schicksal, für die Hoffnung auf Überleben. Mit Auto und Flugzeug flüchtet sie, befreit von den Gesetzen der Physik, gesteuert von den visuellen Konventionen von Videospielen, zu den Archen im Himalaja, während die Welt untergeht. Neben einer grandiosen Erdbebensequenz in Los Angeles, in der Straßen auseinanderbrechen, Menschen und kollabierende Gebäude in Richtung Erdkern stürzen, bietet Emmerich einen spektakulären Vulkanausbruch und epische Fluten, die Washington und auch Tibets Gipfel verschlingen.

Konsequent befolgt der Film die Linie, nicht zu detailliert das Sterben abzubilden und dorthin zu sehen, wo noch Leben ist. In den Effekten ist dies Emmerichs überzeugendster Event-Film, im reduzierten Pathos, in der Dramatik und im Humor auch. Situationskomik bieten Woody Harrelson als Verschwörungsspinner im Look von Catweazle, aber auch ein Rubel-Milliardär zwischen Mafioso und Familienmensch. Auch durch Wortwitz werden Treffer gelandet, selbst abgenutzte Politspitzen wie Schwarzeneggers gouvernale Authentizität ("Glaubt ihm nicht...er liest nur ein Drehbuch") finden durch gutes Timing ihr Ziel. Für einen reißbrettartig entworfenen 200-Millionen-Dollar-Tonner ist das alles sehr unterhaltsam und am Ende sogar versöhnlich. Denn auch Deutschlands Kanzlerin überlebt. kob.

2012

Darsteller:  John Cusack   als Jackson Curtis
  Chiwetel Ejiofor   als Adrian Helmsley
  Amanda Peet   als Kate Curtis
  Oliver Platt   als Carl Anheuser
  Thandie Newton   als Laura Wilson
  Danny Glover   als Präsident Thomas Wilson
  Woody Harrelson   als Charlie Frost
 
Regie:  Roland Emmerich  
Drehbuch:  Roland Emmerich  
  Harald Kloser  
Produzent:  Roland Emmerich  
  Mark Gordon  
  Harald Kloser  
  Larry Franco  
Koproduzent:  Volker Engel  
  Marc Weigert  
Ausf. Produzent:  Ute Emmerich  
  Roland Emmerich  
Kamera:  Dean Semler  
Musik:  Harald Kloser  
Produktionsdesign:  Barry Chusid  

"Shakespeare hat zu 100% nicht selbst geschrieben!"

"Anonymus" ist einer der kostengünstigsten Filme von Roland Emmerich - und einer der riskantesten. Der 55-jährige Regisseur folgte mit diesem Passionsprojekt seinen künstlerischen Interessen. Und das war nur dank seiner bisherigen Erfolge möglich.

Großansicht Katastrophen-Spezialist Roland Emmerich am Set von "Anonymus" im nachgebauten Globe Theatre, wo die angeblichen Shakespeare-Meisterwerke ihre Premieren feierten (Foto: Constantin)

Katastrophen-Spezialist Roland Emmerich am Set von "Anonymus" im nachgebauten Globe Theatre, wo die angeblichen Shakespeare-Meisterwerke ihre Premieren feierten (Foto: Constantin)

Wie kommt ein Regisseur, der für Weltuntergangsszenarien bekannt ist, zu einer Geschichte, die sich mit dem Urheber der Shakespeare-Stücke beschäftigt?
ROLAND EMMERICH: Das begann vor über neun Jahren. Damals bekam ich das Drehbuch "Soul of the Age", das die Grundlage für "Anonymus" bildete, zugeschickt. Ich fand die Geschichte absolut unglaublich und rief sofort Autor John Orloff an. Der Grund, diesen Film zu machen, war: Sein Skript hat mich umgehauen.

Dass Sie mit diesem Film Ihr Stammpublikum, das mit Ihnen Filme wie "Independence Day" oder "2012" verbindet, verblüffen, ist Ihnen bewusst?
Ich glaube, ich gelte noch als "Master of Disaster", wovon ich gar nicht so begeistert bin. Schon vor "2012" wollte ich keinen Katastrophenfilm mehr machen, bis mich mein Schreibpartner Harald Kloser doch überredet hat. Dean Devlin, mein Koautor von "Independence Day", war von "Anonymus" total überwältigt. Nach der ersten Vorführung redete er stundenlang auf mich ein, bis ich sagte: "Reg dich wieder ab."

Was sagte er denn genau zu Ihnen?
Er mochte, dass ich endlich das gemacht habe, was er in mir gesehen hat. Die Leute, die mit mir arbeiten, wissen, was ich so lese und wofür ich mich privat interessiere. Ich bin ja mit Thomas Mann und Dostojewski groß geworden. Dean meinte zu mir: "Es ist toll, dass du es allen Leuten zeigst." Das war nie mein Ziel. Ich habe den Film gemacht, weil ich von der Geschichte tief berührt war.

Vor sechs Jahren starteten Sie ja bereits einen Anlauf, stoppten aber das Projekt.
Weil es zu teuer geworden wäre. Aus heutiger Sicht bin ich froh, dass es seinerzeit nicht geklappt hat. Ich war damals noch nicht so weit und die Technik auch nicht. Außerdem hatte ich seinerzeit nicht den Einfluss wie heute. Dass ich mit "2012" viel Geld für Sony verdient habe, hat sicher geholfen. Die wollen weiter Filme mit mir machen. Sonst darf ja nur eine kleine Gruppe von Regisseuren von Scorsese bis Stephen Daldry so etwas drehen. Aber ich fühlte mich sicher: Wenn ich das in den Sand setze, wird mir keiner den Kopf abreißen. Außerdem mochte Sony-Studiochefin Amy Pascal das Drehbuch. Ich habe sogar einen Weg gefunden, den Film für 26 Mio. Dollar zu machen - nachdem das Budget ursprünglich auf 40 Mio. angesetzt war.

Wie haben Sie das gemacht?
Ich habe zum ersten Mal alles, was ich gelernt habe, benutzt, um einen Film billiger zu machen. Man braucht keine große Komparserie mehr oder alle Bauten. Mit ein bisschen Vordergrund kann man alles so herstellen, dass kein Mensch sieht, dass es CG ist. Das haben wir bereits bei "2012" so gemacht. Der Zeitdruck war auch ein bisschen größer, trotz der Budgetbeschränkungen habe ich das kaum gemerkt. Ich finde, der Film sieht aus, als hätte er 70 oder 80 Mio. Dollar gekostet. Wir haben uns alle ins Zeug gelegt. Und wenn viele Leute begeistert von etwas sind, merkt man das eben. Es hat auch geholfen, dass ich in Deutschland gedreht habe. Die Deutschen sind die besten Filmtechniker der Welt.

Sie hätten das Projekt auch aus eigener Tasche finanzieren können.
Ganz am Anfang sagte ich, ich zahle die Hälfte. Aber dann saß ich in einem Meeting mit Amy Pascal. Man muss eben sein Glück herausfordern.

Heißt das, Sie lassen sich auf weitere riskante Passionsprojekte ein?
Ich habe schon immer das Risiko geliebt. Auch bei meinen großen Filmen. Ich kann -sagen, ich habe alles erreicht. So gesehen ist mir alles egal, selbst wenn ich natürlich nicht gern Geld verliere. Ich erkenne ein gutes Drehbuch und gute Schauspieler. So habe ich mich relativ sicher gefühlt, als ich "Anonymus" gemacht habe.

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Wie nervös sind Sie, da Ihr Passionsprojekt in die Kinos kommt?
Ich bin ziemlich entspannt. Einmal dachte ich, ich hätte einen wirklich guten Film gemacht, das war "Der Patriot". Die Reaktionen des Publikums und der Kritik haben mich sehr enttäuscht. Seither sage ich mir: Dreh deine Filme und mach dir keine Sorgen. In dem Beruf musst du zum Zen-Meister werden.

Nervös könnten vielleicht ein paar Forscher werden. Ihr Film schreibt ja die Urheberschaft der Shakespeare-Texte Edmund de Vere, dem Earl of Oxford, zu.
Richtig. Die sogenannten "Stratfordianer" haben vor diesem Film große Angst. In unserer Zeit glauben die Leute aber eher dem, was sie im Film sehen, und nicht dem, was sie lesen. Als "Amadeus" herauskam, hatten alle Befürchtungen, dass er das Bild von Mozart ankratzen könnte; tatsächlich hat ihn der Film hip und cool gemacht.

"Amadeus" war eine fiktive Geschichte. Wer war nun nach Ihrer Auffassung der wahre Autor?
Ich bin zu 100 Prozent sicher, dass William Shakespeare es nicht war. Der war ein Geschäftsmann, kein Autor. Das ergibt keinen Sinn, wenn man sich die Fakten anschaut. Ich würde nicht die Hand ins Feuer legen, dass der Earl of Oxford der Autor war, aber ich halte ihn für den wahrscheinlichsten Kandidaten.

Mit Ihrem nächsten Projekt "Singularity" wenden Sie sich wieder dem Science-Fiction-Film zu. Bleibt "Anonymus" Ihr einziger Ausflug ins Arthouse-Kino?
Ich will andere Genres ausprobieren. Große Unterhaltungsfilme gehören für mich mit dazu. Gleichzeitig plane ich weitere kleinere Projekte, die ich zwischendrin drehen möchte. Aber auch diese Filme versuche ich so unterhaltend und für ein so breites Publikum wie möglich zu machen. Ein anderer Regisseur hätte in "Anonymus" vielleicht nur Talking Heads gefilmt, aber ich wollte eben auch Totalen und ein bisschen opulenter werden, ohne großes Geld zu haben. Und das möchte ich auch künftig so halten. Ich mag historische Stoffe. In deren Rahmen kann man etwas zeigen, was einen auch heute noch beschäftigt. In meinem Kopf habe ich so viele Filme, die ich noch machen will. Am liebsten würde ich jedes Jahr einen drehen.

Mit "Anonymus" zeigen Sie, wie politisch Kunst sein kann. Wird das auch für "Singularity" gelten?
Oh ja. "Singularity" wird extrem politisch. Er handelt von der Zukunft der Pharmaindustrie, und es geht um Fragen, wie, warum wir ewig leben wollen und welche Gefahren das mit sich bringt. Das wird ein intellektueller Actionfilm.

Nur intellektuell?
Mit viel Action. Die erste Reaktion von Sony war: "Es gibt zu viel Action." Ich sagte nur: "Wirklich?"

Star

John Cusack

In der Verfilmung des Nick-Hornby-Romans "High Fidelity" sind Charakteristika des Schallplattenbesitzers Rob: Das Kind im Manne und die ewige...

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