Zeiten des Aufruhrs (2008)

Originaltitel: Revolutionary Road
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Zeiten des Aufruhrs: Mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio besetztes Meisterdrama über ein Ehepaar, das aus der Konformität des Vorstadtglücks der Fünfzigerjahre ausbrechen will.

Große Pläne und noch mehr Ambitionen haben Frank (Leonardo DiCaprio) und April Wheeler (Kate Winslet), als sie sich in den 50er Jahren im ländlichen Connecticut niederlassen. Beide glauben, auf die prüde Gesellschaft pfeifen zu können, merken aber bald, dass sie genau jene Spießer werden, die sie zeitlebens verachtet haben: Frank hat einen öden Bürojob, April verwelkt als Hausfrau. Ein Umzug ins europäische Paris soll alle Sorgen beenden.

Zwölf Jahre nach “Titanic” stehen Leonardo di Caprio und Kate Winslet wieder gemeinsam vor der Kamera. Oscarregisseur Sam Mendes (“American Beauty”) zeigt sie als Paar, das ein Leben ohne Kompromisse sucht, aber nur fortwährend der eigenen Selbsttäuschung erliegt.

Mitte der Fünfzigerjahre hat Frank und April Wheeler die Realität erreicht. Ihre Träume, anders zu leben als im genormten Vorstadtglück, haben sich nicht erfüllt. Frank ist frustriert als Bürodrohne, April darüber, sich nur als Mutter zweier Kinder zu definieren. Als sie den Vorschlag macht, nach Paris zu ziehen, kommt neues Leben in die Ehe. Doch wird Frank wirklich das Risiko der Routine vorziehen können?

Mitte der Fünfzigerjahre hat das junge Ehepaar Frank und April Wheeler die Realität erreicht. Ihre Träume, anders zu leben als im genormten Vorstadtglück, haben sich nicht erfüllt. Frank ist frustriert als Bürodrohne, die einstmals ambitionierte Schauspielerin April unglücklich darüber, sich nur als Mutter zweier Kinder zu definieren. Als sie den Vorschlag macht, den Trott hinter sich zu lassen und nach Paris zu ziehen, kommt neues Leben in die Ehe. Doch wird Frank wirklich das Risiko der Routine vorziehen können?

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    Wunderbar gefühlvoll, eindringlich gespielt: "Zeiten des Aufruhrs" beschwört die Rückkehr des Charakterkinos herauf.
  • Sam Mendes’ meisterlich inszenierte Reunion der “Titanic”-Stars Leonardo DiCaprio und Kate Winslet tranchiert den amerikanischen Traum messerscharf und zeitlos gültig.

    Wie eine bittere Keimzelle für “American Beauty” wirkt Mendes’ vierte Regiearbeit, die – im Wohlstandsglück der Fifties platziert – bis ins Heute greift und die Ehe als genormtes Arrangement von Haus, Garten, Kindern und Job demontiert. Vorlage ist Richard Yates’ 1961 erschienener Roman, ein literarischer Geheimtipp über Drohnen und Weibchen, die in der Konformität den Sprung zur Individualität nicht wagen. Eine Ausnahme scheinen Frank und April Wheeler zu sein, die Mobilität schon im Nachnamen tragen und nicht in der Vorstadtreservation enden, nicht nur materiell träumen wollen.

    Mit einem Partyblick beginnt diese Beziehung und der Film. Noch während der Song-Opener im Soundtrack läuft, sind die Wheelers verheiratet, steckt die Ehe in der Krise, kommt es über Aprils geplatzte Schauspielträume zu einem giftigen Streit, den Frank fast mit der Faust beendet. Am nächsten Morgen steht eine Armee von Anzugträgern am Zug, verkriecht sich verloren in kleinen Bürozellen, während die Frauen das Glück am sonnendurchfluteten Küchenfenster suchen. Frank, frustriert darüber, ein Klon seines Vaters zu werden, erobert eine naive Büromaus, doch mehr euphorisiert ihn Aprils überraschender Vorschlag, bald nach Paris zu ziehen, den Schritt ins Risiko zu wagen. Es folgen Monate des Glücks. Nur jetzt, in der Zeit des Aufbruchs, sind kurz auch die beiden Kinder zu sehen. Dann, als April erneut schwanger und Frank in der Firma Perspektive nach oben angeboten wird, bricht alles zusammen. Sie denkt an Abtreibung, doch Paris ist längst unerreichbar, weil Frank der Mut fehlt, um aus der Routine auszubrechen.

    Ein diffiziles Psychogramm einer Ehe ist hier zu sehen, die in “Stepford”-Stasis abzugleiten droht – wie alle Ehen an der “Revolutionary Road” (Originaltitel), die eine Straße der Resignation, nicht der Revolution ist. Einsamer, offener Mahner in dieser Landschaft des Arrangements ist der Sohn einer Maklerin, die den amerikanischen Traum strahlend und Honiglaute zirpend verkauft. Eine Powerperformance von Michael Shannon als psychisch Deformierter, der die Wheelers als einziger versteht, bis deren Rückzug eine explosive Tirade auslöst. Neben einer magischen Tanzsequenz mit Winslet, die in Verzweiflungssex mündet, sind es die zwischenmenschlichen Duellszenen, die mitreißen und an die Substanz gehen. Darstellerisch, atmosphärisch, im Zusammenspiel von Produktionsdesign und Kamera, erreicht Mendes’ für vier Golden Globes nominierter Film Perfektion. Leicht abzuschütteln ist er nicht, und das ist seine größte Qualität. Denn in der Nachwirkung, in der eigenen Reflexion, liegt die Hoffnung, die in ihm selbst begraben ist. kob.

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