American Beauty (1999)

American Beauty Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

American Beauty: Höchst originelle Tragikomödie, in der der allamerikanische Traum von mittelständischer Normalität virtuos demontiert wird.

Lester Burnham (Kevin Spacey) ist von seinem monotonen Leben angewidert und steckt in „American Beauty“ in einer waschechten Lebenskrise. Er flüchtet sich in Tagträume und sexuelle Fantasien, kann aber eines Tages nicht mehr in den Spiegel sehen und beschließt sein Leben zu ändern.

Lester kündigt seinen verhassten Job, heuert in einem Schnellrestaurant an und beginnt, mit seinem sonderbaren Nachbarn Ricky (Wes Bentley) Marihuana zu konsumieren. Seine Frau Carolyn (Annette Bening) und seine Tochter Jane (Thora Birch) sind entsetzt und wenden sich von Lester ab. Dieser macht die Krise noch schlimmer, in dem er sich in Janes Freundin Angela (Meni Suvari) verliebt und seine Tochter damit von einer peinlichen Situation in die nächste manövriert.

Lester ist es völlig egal, dass seine Familie auseinanderbricht und seine Frau eine Affäre beginnt, er setzt konsequent neue Prioritäten in seinem Leben und steuert mitten auf eine Katastrophe zu, von deren Ausmaß er nicht den leisesten Schimmer einer Ahnung hat. Sein neu gewonnener Freund Ricky leidet nämlich unter seinem autoritären Vater Frank (Chris Cooper), einem erzkonservativen Soldaten, der den Drogenkonsum seines Sohnes mit aller Härte und Entschlossenheit zu bekämpfen versucht. Er deutet die Freundschaft zwischen Lester und Ricky völlig falsch und es kommt zu einem fatalen Missverständnis mit blutigem Ende.

Der britische Regisseur Sam Mendes lieferte 1999 mit dem tragisch-komischen Drama „American Beauty“ sein Debüt auf dem Regiestuhl ab und wurde gleich mit einem Oscar bedient. Auch Kevin Spacey erhielt den begehrten Filmpreis als bester männlicher Hauptdarsteller und „American Beauty“ wurde zum besten Film des Jahres gewählt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Hallo, mein Name ist Lester Burnham. Dies ist meine Stadt. Dies ist meine Straße. Dies ist mein Haus. Dies ist mein Leben. Ich bin 42 Jahre alt. In nicht einmal einem Jahr werde ich tot sein. Natürlich weiß ich davon jetzt noch nichts." Der Film beginnt mit der ernüchternden Aussage, dass der Hauptprotagonist, der "Held", am Ende sterben wird. Für den Zuschauer natürlich ein sehr unbequemes Gefühl, so lernt er Lester kennen, mögen, identifiziert sich und sympatisiert mit ihm und hat dabei doch ständig den unschönen Gedanken im Kopf, dass er am Ende sterben wird und dies nicht ändern kann.

    Und trotzdem muss ich sagen, so zufrieden habe ich das Kino nie zuvor verlassen, auch wenn der gute Lester traurigerweise am Ende tot auf dem Küchentisch liegt. "American Beauty", das Regiedebütt des britischen Theaterregisseurs Sam Mendes, ist eine mitreißende Mischung aus schwarzer Komödie und Psycho-Drama. Eine sarkastische Demontage des American Way Of Life. Sie schildert den Ausbruch eines amerikanischen Durchschnittsbürgers aus seinem Unglück - und seinen Fall.
    Für sein Glück zahlt er den höchsten Preis, sein Leben. Wenn Lester am Ende stirbt, dann ist das nicht traurig, denn sein Abschlussmonolog macht eins klar: Lester ist für das, was er hatte, gerne gestorben. Denn ohne dies, ohne all die schönen Momente, hätte sich sein eigenes Leben niemals gelohnt.

    Der Film ist mehr als ungewöhnlich. Fast zwei Jahre ging Autor Alan Ball mit seinem Skript bei den Studios hausieren. Diesen war der Stoff aber einfach zu unkommerziell, alle lehnten es ab. Nicht aber Steven Spielberg, der Balls Skript für seine Dreamworks-Studios erstand, den unbekannten Regisseur Sam Mendes engagierte und ihm freie Hand ließ. Mr. Spielberg hatte den richtigen Riecher. In seinen Studios, die ansonsten Blockbuster im 100-Millionen-Dollar-Kostenbereich drehen, entstand ein 15 Millionen Dollar teurer Halb-Independentfilm, der dank seines feinsinnigen Drehbuchs, seiner brillianten Dialoge, seiner glaubhaften Charaktere und seiner durchweg erstklassigen Darsteller fesseln, bezaubern, zum lachen animieren und nachdenklich machen kann.

    Wie ein Gedicht kommt die Lebensgeschichte von Lester Burnham daher, bis zum bitteren Ende. Kevin Spacey brilliert als vor Sarkasmus triffender Loser, Annette Bening verleiht der frustierten Carolyne dank ihres Talents vollkommen auszuflippen mehr als die nötige Glaubwürdigkeit. Dass Kevin Spacey und Annette Bening grandiose Darsteller sind war aber auch schon vorher bekannt, so finden sich die wahren Überraschungen dann beim Nachwuchs.

    Kinderstar Thora Birch beweist eindrucksvoll nicht nur, dass sie erwachsen geworden ist, sondern auch, dass sie dank Talent und einem herrlichen Augenaufschlag eine der zukünftigen Leading Ladys sein wird. Der bislang unbekannte Wes Bentley wirkt durch sein intensives Spiel wie die Reinkarnation von River Phoenix und Mena Suvari spielt zu Recht die titelgebende Figur. Denn sie ist die typische "American Beauty".

    Genauso wie der amerikanische Traum von Reichtum, Luxus, der wahren Liebe und Glück, geht auch ihr Mythos am Ende in Schall und Rauch auf. Denn Angela erweist sich nicht als die selbstsichere und durchtriebende Sexgöttin die sie vorgibt zu sein, vielmehr ist sie völlig unschuldig und lieb. Denn auch sie ist "nur" gewöhnlich, eben das, was sie niemals sein wollte. So gewöhnlich wie alle Menschen. Nur dass die meisten eben auch versuchen, wie sie zu sein und die Gesellschaft die Gewöhnlichkeit nicht zulassen will. An diesem Problem scheitern Lester und Carolyne zum Schluss.

    Der amerikanische Traum erweist sich als unmöglich. Lesters Versuch, aus seiner Tristesse auszubrechen und endlich das zu sein, was er sein will, nämlich gewöhnlich, wird ihm zum Verhängnis.

    Fazit: Ein brillianter, hollywooduntypischer Film, der wesentlich gesellschaftskritischer ist als manch ein Film der sich als Gesellschaftskritik ausgibt.
  • Wie zuletzt in “Die Truman Show” und “Happiness” wird in dem Filmdebüt von Theaterregisseur Sam Mendes (“Cabaret”, “The Blue Room”) der allamerikanische Traum von suburbaner mittelständischer Normalität provokativ pessimistisch und gleichzeitig ätzend amüsant demontiert. Eine hervorragende Besetzung, allen voran Oscar-Gewinner Kevin Spacey (“Die üblichen Verdächtigen”), macht die einfallsreich-originelle Tragikomödie zum hinreißenden Hochgenuß und ersten klaren Oscar-Anwärter des Filmjahres.

    Hauptdarsteller Spacey mimt den ausgebrannten Normalbürger Lester Burnham, der von seiner ebenso ehrgeizigen wie hysterischen Frau Carolyn (Annette Bening) und seiner mißmutigen Teentochter Jane (Thora Birch, ambitioniert den Fußstapfen Christina Riccis folgend) als Verlierer abgestempelt und kaum noch toleriert wird. Ihre Gefühle sind längst erkaltet und ihre Kommunikation beschränkt sich auf leere Worthülsen. Als Erzähler informiert Brunham im Voiceover, daß sein Tag nach der morgendlichen Masturbation in der Dusche grundsätzlich bergab gehe und er in weniger als einem Jahr tot sein wird. Als er Angela (Mena Suvari aus “Heiße Apfelkuchen” als verführerisch-lolitahaftes Biest), die beste Freundin seiner Tochter, kennenlernt, brennt ihm regelrecht die Sicherung durch. Sexuell ausgehungert, da im Bett mit seiner Frau schon lange tote Hose ist, setzt sich Lester eine Affäre mit dem wunderschönen Teentraum in den Kopf. Er kündigt seinen langweiligen Routinejob und beginnt sich rebellisch wie ein Jugendlicher zu benehmen. Er raucht Marihuana, trinkt jederzeit Bier, stemmt Hanteln, kauft sich eine aufgemotzte Rennsemmel und sagt ohne jegliche Rücksicht auf Konventionen oder Verluste, was ihm am Herzen liegt. Gleichzeitig freundet er sich mit dem skurrilen Nachbarsjungen Ricky (absolut fantastisch: Wes Bentley) an, der trotz strenger Überwachung seines tyrannisch-gewalttätigen Colonel-Vaters (Chris Cooper, der bereits in “October Sky” einen furchterregenden Patriachen abgab) ein florierendes Geschäft als Dealer betreibt. Ständig auf der Suche nach Schönheit und einer verloren geglaubten Realität, filmt Ricky ständig alles und jeden um sich herum mit seiner Videokamera. Trotz seiner voyeuristischen Tendenzen, die nie anzüglich motiviert sind, sondern eher röntgengleich den Dingen auf den Grund gehen, bandelt Burnhams Tochter mit ihm an.

    Mendes und Drehbuch-Neuling Alan Ball werfen mit subtilen Sarkasmus einen vielsagenden Blick auf gesellschaftliche und soziale Konventionen, deren erstickende Fassade um jeden Preis aufrecht erhalten werden soll. Sie ergehen sich dabei nicht in typischen Klischees, sondern benutzen diese als Fundament für facettenreiche Charakterzeichnungen, um sie dann gewitzt und unerwartet zu verdrehen. Was generell als pervers und unmoralisch gilt, wird hier nonchalant und wertfrei toleriert, während die Maske sogenannter Normalität als abartig und krank bloßgestellt wird. Die Themen kreisen um Untreue, Mißtrauen, Homosexualität, Kontrollkomplex, Abhängigkeit, Frustration und Hilflosigkeit in verschiedenen Variationen. Der abgehobene Erzählton, der sich perfide ins Surreale steigert, wird durch die ausgefallen-ästhetische Kameraarbeit von Conrad Hall noch zusätzlich hervorgehoben. Ein wiederkehrendes Motiv sind unzählige Blätter der Rosensorte American Beauty, die blutig rot in Carolyns Garten wachsen und ihren Weg in Lesters nach Schönheit und Liebe ausgebluteten Unterbewußtsein und seine lustvollen Visionen von Angela gefunden haben. Wer ein amerikanisches Meisterwerk in diesem Jahr bislang vermißt hat, könnte bei der fabelhaften Dreamworks-Produktion fündig werden. ara.

Darsteller und Crew

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