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Yella (2007) Film merken

Yella Poster
 

Videos und Bilder

Filmhandlung und Hintergrund

Yella: Abschluss von Christian Petzolds loser Vergangenheits-Trilogie, in der eine junge Frau im Westen ein neues Leben beginnt, es allerdings nicht bewältigen kann.

Buchhalterin Yella (Nina Hoss) hat genug: Sie flüchtet aus ihrer perspektivlosen ostdeutschen Kleinstadt und der gescheiterten Ehe mit Ben (Hinnerk Schönemann), um einen Neuanfang im Westen zu wagen. Nach erfolglosen Versuchen trifft sie in Hannover auf Philipp (Devid Striesow), der bei einem Finanzunternehmen arbeitet und ihr eine Stelle als seine Assistentin verschafft. Sie lernt eine unwirkliche Luxuswelt kennen, geht eine Beziehung zu Philipp ein. Doch ihr altes, schäbiges Leben bricht in diesen Traum ein, als Ben unvermittelt auftaucht.

Christian Petzold

Yella verlässt Ostdeutschland, um auf der anderen Seite der Elbe im Westen ein neues Leben zu beginnen und ihre kaputte Ehe hinter sich zu lassen. Der verzweifelte Schritt entpuppt sich als Erfolg: In der Welt des Venture-Kapitals macht Yella Karriere, und auch ein neuer Mann lässt nicht lange auf sich warten. Obwohl alles optimal läuft, melden sich mit einem Mal Stimmen aus der Vergangenheit, die die junge Frau nach und nach glauben lassen, ihr neues Leben könne womöglich ausschließlich in ihrer Fantasie stattfinden.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Regisseur Christian Petzold beweist mit „Yella“ ein weiteres Mal, dass er ein Gespür für das Komponieren von Bildern hat. Kein Detail und keine Bewegung erscheinen zufällig, vielmehr wohlüberlegt und exakt in Szene gesetzt zu sein. Licht und Schatten, Unschärfen und eine in sich ruhende Kamera unterstützen die im Film vorherrschende gleichermaßen betäubende wie geheimnisvolle Atmosphäre.

    Herausstechend, der rote Signalton von Yellas Bluse. Ein irritierender Farbkleks inmitten monotoner Lebenswelten. Neben diesen visuellen Kontrast treten akustische. Immer wieder scheint Yella von einer seltsamen Sinnesbetäubung heimgesucht zu werden. Alle Geräusche verdumpfen, nur das unheilvolle Krächzen einer Krähe und das Rauschen der Blätter bleiben deutlich hörbar. Gleichzeitig werden weite Strecken des Films von einem kaum hörbaren, tiefen Brummen begleitet, das sich drohend aus der alltäglichen Geräuschkulisse erhebt.

    Schon aus diesem Grund schwebt über der Geschichte ein andauerndes und beunruhigendes Geheimnis, das sich mehr und mehr über die Hauptfiguren erhebt, bis es urplötzlich in sich zusammen fällt.

    Yella läuft durch diese Welt immer ein wenig abwesend, mit dem erstaunten Blick einer Schlafwandlerin. Dementsprechend sprachlos steht sie auch ihrer Umgebung gegenüber. Auch wenn niemals eindeutig vorausgesagt werden kann, welchen Weg die Figuren einschlagen werden, scheint dieser Weg dennoch unabänderlich und ohne Möglichkeit auf eine Umkehr zu sein.

    Nina Hoss wurde für ihre Rolle der Yella auf der diesjährigen Berlinale mit einem Bären ausgezeichnet. Zu Recht, denn es gelingt ihr, die halluzinatorischen Schwingungen des Films in ihr Schauspiel einzuarbeiten und die schwierige Gratwanderung einer Figur zwischen Traum und Wirklichkeit zu meistern.

    Fazit: Sorgfältig durchkomponiert und mit einer ausgezeichneten Darstellerin ausgestattet, führt „Yella“ den Zuschauer in eine beunruhigende Zwischenwelt aus Schein und Sein.
  • Eine Frau im Osten lässt alles hinter sich, um im Westen neu anzufangen. Aber sie kann der Vergangenheit nicht entkommen, den alten Ängsten, dem alten Leben, der alten Liebe.

    Yella hält nichts mehr in Wittenberge, der öden Kleinstadt im Osten, wo es nach einer gescheiterten Ehe und gescheiterten Träumen keine Zukunft gibt. Sie macht sich auf nach Westen, auf die andere Seite der Elbe nach Hannover. Nur eine Stunde entfernt, aber dazwischen liegen nicht nur Fluss und Felder, sondern Welten. Wer Christian Petzold kennt, weiß um die versteckten Fallstricke, in denen sich nicht nur die Protagonisten, sondern auch die Zuschauer verfangen und die er auch im dritten Teil seiner sogenannten “Gespenster-Trilogie” genüsslich auslegt. Da geht Yella noch einmal durch die heimischen Straßen, verfolgt von ihrem Mann, der die Realität verdrängt, Liebe und Leben nicht als Rohmaterial sieht, das die endgültige Form noch finden muss, sondern als in Stein gemauertes Bekenntnis und dabei nicht merkt, dass sich das Objekt der Begierde nur noch mehr seinem Drängen entzieht. In Hannover erwartet die junge Frau eine große Enttäuschung, die neue Firma ist in Auflösung begriffen, der Job perdu. Aber bevor Yella sich am nächsten Morgen in den Zug setzt, trifft sie Philipp, ein smarter Typ ohne Skrupel und Sentimentalität tätig für eine Private Equity-Firma, der sich durch die Globalisierung powert. Und Yella bewährt sich als seine Assistentin und Stichwortgeberin, gemeinsam zocken sie in der moralischen Grauzone gutgläubige Kunden ab. Völlig überraschend flammen in der kalten Atmosphäre aus Glas und Stahl Gefühle auf, eine Contradictio, ist Liebe hier doch weniger als ein Wort. Doch in das zerbrechliche Glück schleichen sich Momente der Vergangenheit, Bilder und Stimmen, die das neue Leben bedrohen.

    Mit einem gelungenen Kniff stellt Petzold das, was wir gerne einordnen, in Frage, spielt dem, was wir glauben zu sehen und verzaubert mit durchkomponierten Bildern. Mit Devid Striesow und Hinnerk Schönemann sind die Männerrollen hochkarätig besetzt. Aber es ist eine von Melancholie umflorte Nina Hoss, die in ihrer inneren Zerrissenheit die Aufmerksamkeit auf sich zieht, im Wechsel aus Nähe und Distanz, Anspannung und Entspannung. Vergeblich bleibt ihr Versuch, sich in der Vorläufigkeit einzurichten. Verunsichert umgibt sie sich mit Härte als Schutz gegen Verletzungen, nur die Augen lassen tiefe Verwundungen ahnen, schmerzhafte Brüche in der Biografie. Sie hat mehr als nur einen Fluss überquert. mk.

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