Winter's Bone (2010)

Winter's Bone Poster
Nicht mehr im Kino.
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  1. Ø 4
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 5

Filmhandlung und Hintergrund

Winter's Bone: Meisterhaftes, in Sundance ausgezeichnetes Sozialdrama, in dem eine 17-Jährige auf die Suche nach ihrem Vater geht und immer tiefer ins dunkle Herz des vom wirtschaftlichen Niedergang geprägten Mittleren Westen der USA vordringt.

Ree Dolly ist 17 Jahre alt und lebt in ärmlichen Verhältnissen in Missouri. Da ihre Mutter zum Pflegefall geworden ist und ihr Vater selten daheim ist, erzieht sie allein ihren beiden jüngeren Geschwister. Als ihr Vater längere Zeit verschwunden ist, erhält sie Besuch von der Polizei, die ihr eröffnet, dass dieser flüchtig ist, zuvor aber noch das Haus als Kaution hinterlassen hat. Sollte er nicht innerhalb weniger Tage auftauchen, stehen Ree und ihre Familie auf der Straße. So macht sie sich auf, in der verschworenen Gemeinschaft von Rinderzüchtern, Ex-Knackis und Crystal- Meth-Dealern nach Hinweisen zum Verbleib ihres Vaters zu suchen.

Ree ist 17 Jahre alt und lebt in ärmlichen Verhältnissen im ländlichen Missouri. Da ihre Mutter zum Pflegefall geworden und ihr Vater selten daheim ist, erzieht sie ihren beiden jüngeren Geschwister allein. Nachdem ihr Vater für längere Zeit verschwunden bleibt, droht ihr Haus als Kaution verpfändet zu werden, und Ree und ihre Familie stünden auf der Straße. So macht sie sich auf, in der verschworenen Gemeinschaft von Rinderzüchtern, Exknackis und Crystal- Meth-Dealern nach Hinweisen auf den Verbleib ihres Vaters zu suchen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Zu selten gelangen US-Independentfilme bei uns noch ins Kino, doch angesichts zahlreicher Auszeichnungen, wie dem großen Jury-Preis des Sundance-Festivals, und vier Oscar-Nominierungen entschied sich die Schweizer DVD-Firma Ascot/Elite für eine Kinoauswertung von Debra Graniks zweiter Regiearbeit. Derzeit zählt die Adaption von Daniel Woodrells Roman „Winters Knochen“ zu den bemerkenswertesten Charakterstudien unseres Filmangebots. Ihre Stärke verdankt die Literaturverfilmung neben der stilsicheren, unaufdringlichen Inszenierung, die ein illusionsloses Bild der verschworen-kriminellen Bevölkerung aus den Ozark Mountains zeichnet, noch der eindringlichen Darstellerleistung der jungen Jennifer Lawrence. Als bedrängte, hartnäckige Protagonistin, die sich in der ungewöhnlichen Rolle des Familienoberhaupts wiederfindet, schwankt sie zwischen kindlicher Neugier und dem Durchsetzungsvermögen einer energischen jungen Frau.

    Angesichts der Bürde auf den Schultern des pubertierenden Mädchens bleibt für ausgelassene Teenageraktivitäten kaum Zeit. Lediglich in einer Szene vergnügt sich Ree im Zimmer ihrer etwa gleichaltrigen Cousine Megan (Casey MacLarem), die sie später bei den Recherchen nach dem verschollenen Vater begleiten wird. Stärker muss sich Ree mit ausufernden Konflikten wie der drohenden Pfändung des Familienheims, der Erziehung ihrer jüngeren Geschwister, dem ökologischen Druck oder dem eigenen Werdegang herum schlagen. Einen Ausweg sieht sie in einer möglichen Army-Rekrutierung, zumal dies mit einer hohen Prämie verbunden wäre, doch schließlich muss Ree einsehen, dass sie ihre Familie in dieser Situation nicht allein lassen kann.

    Bei der Zeichnung von Rees Drogen produzierender Sippschaft und den zunehmenden Gefahren während der Nachforschungen zum Verbleib des Vaters verzichtet Granik weitgehend auf Klischees und setzt auf amibivalent gezeichnete Charaktere. Während ihr süchtiger, krimineller Onkel Teardrop zunächst stark feindselig reagiert, schlägt er sich angesichts von Rees Hartnäckigkeit irgendwann doch auf die Seite seiner Enkelin. Letztlich sind es jedoch die nicht weniger bedrohlichen Frauen des Klans, welche die Sache in ihre Hand nehmen. Selbst im finsteren südlichen Missouri bestimmen sie zunehmend die Marschrichtung, wobei von weiblicher Solidarität kaum die Rede sein kann.

    Bei den Ermittlungen erinnert Ree an einen Detektiv, der Bruchstücke an Indizien zusammen trägt, von einem Hinweis zur nächsten Spur gelangt und sich weder von physischen noch psychischen Risiken abschrecken lässt. Allmählich entwickelt Graniks ruhige Inszenierung eine soghafte Wirkung, was ebenfalls auf die realistische Zeichnung der desolaten Atmosphäre und die glaubwürdigen Darsteller zurück zu führen ist. Hierbei spiegelt sich die dunkle Stimmung der Einöde in den Seelen der Charaktere wieder. Außer Sheryl Lee ("Twin Peaks") als Jessups Ex-Freundin und Garret Dillahunt ("Terminator"-Serie) als Ordnungshüter setzt Granik auf unbekannte Akteure, was der Authentizität zugute kommt. Bei der Oscar-Vergabe unterlag die talentierte Jennifer Lawrence zwar Natalie Portman, doch sicherlich wird von ihr noch zu hören sein.

    Fazit: Dicht entwickelte, glaubwürdige Charakterstudie eines energischen Mädchens auf Wahrheitssuche, angereichert mit Thriller-Elementen.
  • Der Siegeszug von Debra Graniks Verfilmung des gleichnamigen Romans von Daniel Woodrell begann im Januar 2010, als die Independentproduktion beim Sundance Film Festival gewann und gipfelte in den Oscar-Nominierungen für das beste Drehbuch, den besten Film und die herausragende Leistung der beiden Schauspieler John Hawkes und Jennifer Lawrence.

    Lawrence porträtiert in einer wahren Tour de Force die siebzehnjährige Ree Dolly, die unter ärmlichen Verhältnissen im ländlichen Missouri lebt und sich nicht nur streng und liebevoll um ihre beiden Geschwister kümmert, sondern auch um ihre pflegebedürftige Mutter. Ihr kleinkrimineller Vater ist wieder einmal verschwunden, womit die taffe Ree an sich gut leben kann. Bis eines Tages die Polizei vor der Tür steht und ihr eröffnet, dass ihr Vater flüchtig ist, nachdem er das Familiengrundstück samt schäbigem Haus als Kaution hinterlegte. Sollte er nicht binnen weniger Tage auftauchen, müsste das Anwesen gepfändet werden. Um der drohenden Obdachlosigkeit zu entgehen, begibt sich Ree in der verschworenen Gemeinschaft von Viehzüchtern, Ex-Knackis und Crystal-Meth-Dealern auf die Suche nach Hinweisen zum Verbleib ihres Vaters.

    Granik setzt auch in ihrem zweiten Film, wie schon in ihrem in Deutschland noch unveröffentlichten Langfilmdebüt “Down to the Bone”, auf eine starke Frauenfigur und entführt den Zuschauer in eine archaische Welt, geprägt von alten Ehrvorstellungen. Die Spannung baut sich dabei langsam auf und lodert mehr im Hintergrund als offen auszubrechen. Ständig schwebt ein intensives Gefühl der Bedrohung über der Szenerie. Ähnlich wie das Independent-Drama “Frozen River” von Courtney Hunt porträtiert Granik die amerikanische White Trash-Gesellschaft des Mittleren Westens als vom wirtschaftlichen und moralischen Verfall geprägte Gemeinschaft, ohne dabei den Respekt vor ihren von Angst getriebenen Figuren zu verlieren. Zwar scheint jeder ein doppeltes Spiel zu spielen, dennoch begegnet Granik ihnen auf Augenhöhe und interessiert sich für deren täglichen Überlebenskampf. In der zweiten Hälfte zieht sie das Tempo noch einmal an und lässt ihr Drama zu einem Thriller mit Anspruch werden. Nicht zuletzt kann sie sich dabei auf ein herausragendes Schauspielerensemble verlassen, in dem insbesondere Jennifer Lawrence (demnächst in “X-Men: Erste Entscheidung” zu sehen), John Hawkes (hinterließ bereits in der gefeierten TV-Serie “Deadwood” einen bleibenden Eindruck) und Dale Dickey noch lange in Erinnerung bleiben. mahe.

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