Winnie Puuh (2011)

Originaltitel: Winnie the Pooh
Winnie Puuh Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Winnie Puuh: 36 Jahre nach seinem letzten Kinoabenteuer kehrt Winnie Puuh in einem handgezeichneten Animationsfilm zurück und macht sich auf die Suche nach seinem spurlos verschwundenen Freund Christopher Robin.

Eigentlich ist die Tatsache, dass I-Aah mal wieder seinen Schwanz verloren hat, schon aufregend genug. Bei der Suche nach einem neuen Schwanz bemerken Winnie Puuh und seine Freunde im Hundert-Morgen-Wald allerdings auch noch, dass Christopher Robin spurlos verschwunden ist. Schnell sind sich die Tiere sicher: Er muss entführt worden sein. Guter Rat ist teuer, bis die Eule die Lösung hat: Puuh und die Bande müssen selbst losziehen und ihren guten Freund finden und befreien.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (2)

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Kritikerrezensionen

  • Für die jüngsten Fans des Teddybären Winnie Puuh aus den Geschichten von A.A. Milne hat Disney ein handgezeichnetes Animationsabenteuer geschaffen, in welchem es weder hektisch, noch grell zugeht. Die Figuren steigen zu ihren Streifzügen wiederholt aus den Seiten eines Buches herab und erinnern so an ihre Herkunft - als Zeichnungen von E.H. Shepard - in Milnes über 80 Jahre altem Klassiker der Kinderliteratur. Eine ganze Textzeile wird dem Bären mit dem dicken Bäuchlein in diesem Film einmal unter den Füßen weggezogen, so dass er feststellen muss: „Die Geschichte geht mir zu schnell!“

    Mit dem doppeldeutigen Witz der Dialoge und den zeitlos einfach gezeichneten Figuren greift der Film der Regisseure Stephen J. Anderson und Don Hall den Charme der Originalgeschichten treffend auf. Die mit feinen Bleistiftstrichen skizzierten Naturlandschaften sind zu Aquarellen ausgemalt. Die Farbgebung ist geschmackvoll und in der Intensität zurückgenommen. Zum Filmteam gehört der Senior-Story-Artist Burny Mattinson, einer der Trickzeichner, die noch mit Walt Disney gearbeitet haben. Mattinson war als Trickzeichner an den Kurzfilmen beteiligt, die 1977 zu „Die Abenteuer von Winnie Puuh“ zusammengefasst wurden. Auf den Stil dieser Filme besinnt sich der jetzige explizit zurück, jedoch mit einer neuen Geschichte: Aus den Buch-Abenteuern wurden verschiedene Ideen und Handlungen aufgegriffen und abgewandelt oder ausgeschmückt.

    Es gibt eine männliche Erzählstimme, die mit einigen Figuren hin und wieder spricht. Wenn Pu zum Beispiel „Denk, denk, denk“ murmelt, rät der Mann, er solle sich Zeit nehmen, was Pu ganz wörtlich als Tipp versteht, eine Uhr zu holen. Das Spiel mit den Wörtern, die an anderer Stelle mal zu Buchstaben auseinander purzeln, aus denen sich ein Klettergerüst bauen lässt, wirkt frisch und kreativ und dürfte die kleinen Zuschauer neugierig auf Bücher machen. Auch die Hauptidee mit dem Ungeheuer Balzrück spielt mit der Sprache und ihren Tücken.

    Neben dem Bären mit dem roten Hemdchen und der Leidenschaft für Honig haben vor allem der muntere Tigger, der wie gewohnt auf seinem Schwanz wie auf einer Spiralfeder herumspringt, der trübsinnige Esel I-Aah, die Memoiren schreibende Eule und das ängstliche, aber hochmotivierte Ferkel größere Rollen. Ein paar hübsche Lieder garnieren die Handlung, darunter der „Winnie Puuh Song“. Barbara Schöneberger singt in der deutschen Version. So wie die Musik mal flott, mal lieb daherkommt, gibt es auch stilistisch unterschiedliche Animationen, etwa für Puuhs Honigtraum oder für die Gedanken, die sich Rabbit in der Grube macht.

    Die Handlung und die Überlegungen, die Puuh und seine Freunde anstellen – und die immer wieder zu kleinen Umwegen und Verwicklungen führen - , kennen keine Eile, so wenig wie der kleine Bär, der eigentlich Christopher Robins Stofftier ist und als solches der Inbegriff von Ruhe und Zuversicht. Die zahlreichen Witze entstehen erst, indem die Figuren auch scheinbar Nebensächliches einen Moment länger betrachten. Das ergibt dann wieder kurzweilige Unterhaltung, die insgesamt, dem Publikum im Kindergartenalter entsprechend, nur rund eine Stunde dauert.

    Fazit: Schön gezeichnete Animation für das kleine Kinopublikum, die den Charme von A.A. Milnes Geschichten treffend einfängt.
  • Die Neuinterpretation von A. A. Milnes klassischen Kinderbuchgeschichten kann auch ohne 3D-Effekte und aufwändigen CGI-Schnickschnack Charme, Witz und Originalität entfalten.

    Der putzige Vorfilm über das legendäre Ungeheuer von Loch Ness und wie es eine Heimat und seinen Frieden fand, ist bereits eine wunderbare Einstimmung auf ein herrlich altmodisches Animationsabenteuer, das A. A. Milnes klassische Geschichten um Winnie Puuh, jenen berühmten Bären von sehr geringem Verstand und umso größerem Hunger nach Honig, wiederaufleben lässt. Dabei meistert das Regie-Duo Stephen J. Anderson (“Bärenbrüder”) und Don Hall (“Küss den Frosch”) die Gratwanderung, den leicht angestaubten Charme der Figuren und ihrer Erlebnisse auf erfrischend innovative Art und Weise zu interpretieren, ohne dabei die derzeit fast schon unvermeidliche 3D-Technik bemühen zu müssen.

    Gleich zu Beginn finden wir uns in einem Winnie Puuh-Kinderbuch wieder. Als dieses geschüttelt wird, fallen dessen Zeichnungen und Texte im wahrsten Sinne aus dem Rahmen. So gerät nicht nur etwa der schläfrige Bär in Schieflage und purzelt kopfüber aus seinem Bett, auch die Buchstaben entwickeln ein Eigenleben und hüpfen mitten in die Handlung hinein. Diese wiederum ist überschaubar, kindgerecht und episodenartig aufgebaut. Wenn Winnie Puuh mit sichtbar hungrigem und hörbar knurrendem Magen durch den Hundertmorgenwald spaziert, nimmt man als mitfühlendes Publikum daran ebenso Anteil wie am Schicksal des Esels I-Aah, dem sein Schwanz abhanden gekommen ist. Die gemeinsame Suche nach dem Körperteil, an dem sich natürlich auch Freunde wie der lispelnde Tollpatsch-Tiger Tigger, das Angsthasenschwein Ferkel oder der erfinderische Hase Rabbit beteiligen, mündet in ein weiteres Abenteuer. Denn als ihr Menschenfreund Christoper Robin spurlos verschwindet und gleichzeitig ein ominöses Schreiben auftaucht, vermuten die Tiere des Waldes dahinter gar das Gewaltverbrechen eines Monsters – was sich gottlob als Missverständnis entpuppt.

    “Winnie Puh” ist das erste Kinoabenteuer seit 35 Jahren, bei dem der kleine Bär wieder ins Zentrum der Story rückt. Dabei ließen die Animationskünstler nicht nur beim Spiel mit Buchstaben und Wörtern, die immer wieder pfiffig in die Handlung integriert werden, ihrer Fantasie freien Lauf – bestimmte Sequenzen erinnern an Disney-Meisterwerke wie “Fantasia”: etwa die virtuos inszenierten Tafelkreidezeichnungen, wenn die Eule ihren Song über das vermeintliche Monster anstimmt oder die wunderbar choreografierte, goldgelbe Fantasie, wenn sich der halbverhungerte Winnie Puuh ein Honigparadies herbeiträumt und schließlich sehr abrupt im Dreck, sprich: in der Realität, landet. Darüber hinaus sind die Figuren liebevoll gezeichnet und jeder einzelne Charakter besitzt Eigenschaften, die als Identifikationshilfen für den Zuschauer dienen. So kann sich jeder für sich sein Lieblingstier heraussuchen und darin schwelgen, wie wichtig Werte wie Freundschaft und Zusammenhalt, Vertrauen und Verzeihen sind. Derartige Botschaften werden spielerisch, ja beinahe beiläufig verkündet, denn im Vordergrund steht immer der Spaß, die Freude am Herumalbern, mal ganz plakativ wie Tiggers kurioser “Kampf” mit einem Luftballon, mal subtil über Wortverdrehungen oder Spielereien mit Begriffen, die gleich oder ähnlich klingen, aber eine andere Bedeutung haben (im Englischen etwa ladder/letter oder knot/not). Weil selbst im Abspann noch die Protagonisten zwischen den Buchstaben herumturnen, kommen Freunde der guten alten Zeichentricktechnik sprichwörtlich bis zur letzten Sekunde auf ihre Kosten. lasso.

Darsteller und Crew

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