Steve Jobs (2015)

Steve Jobs Poster
Userwertung (50)
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Kritikerwertung (4)
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Filmhandlung und Hintergrund

Steve Jobs: Faszinierendes Charakterporträt, in dem Danny Boyle anhand der Vorstellung dreier revolutionärer Produkte Höhen und Tiefen im Leben des Apple-Gründers nachzeichnet.

Er war an der Gründung eines der erfolgreichsten Unternehmens der jüngeren Vergangenheit beteiligt. Apple hat die populäre Kultur geprägt, wie kaum ein anderer Konzern: iPod, iPhones, iMac – wer heute etwas auf sich hält, kommt ohne diese Statussymbole nicht weit. Einen erheblichen Anteil daran hatte Steve Jobs – auch wenn seine Arbeit nicht unumstritten war. Das Biopic „Steve Jobs“ versucht genau diesem Spannungsverhältnis zwischen Verehrung und Verachtung gerecht zu werden und setzt sich durchaus kritisch mit der Figur des CEOs von Apple auseinander. Aus dem Leben von Jobs werden dafür drei markante Punkte herausgegriffen – bezeichnenderweise allesamt Präsentationen von Produkten. Wie kaum ein anderer verstand er es, sich selbst und seine Produkte bei solchen Vorführungen zu glorifizieren, was ein entscheidendes Detail im aufgebauten Apple-Mythos ist. Vom Macintosh 1984, über den NeXT 1988 bis hin zum iMac 1998 wird in drei Episoden seiner Biographie beleuchtet, wie Steve Jobs mit seinem herrischen Führungsstil und seinen Visionen Erfolge feierte und gleichzeitig seine Kollegen gegen sich aufbrachte. Nach dem Ableben von Jobs 2011 wurden bereits zwei Spielfilme über ihn produziert, jedoch ist „Steve Jobs“ der erste, der auf der offiziellen Biographie von Walter Isaacson basiert. Das Projekt sollte ursprünglich von David Fincher übernommen werden, jedoch bewogen Differenzen mit Sony das Filmstudio dazu, Danny Boyle als Regisseur zu verpflichten. Die Suche nach einem geeigneten Hauptdarsteller gestaltete sich ähnlich kompliziert. Fincher wollte unbedingt Christian Bale in der Titelrolle sehen, der sich selbst jedoch als ungeeignet betrachtete. Leonardo DiCaprio sagte das Angebot aufgrund von Terminproblemen ebenfalls ab, sodass schließlich Michael Fassbender den Apple-Co-Gründer mimen darf.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ich besitze ein Mobiltelefon für fünf Euro, im Spätkauf erworben. Bisher hat Steve Jobs also noch keinen Einfluss auf mein Leben ausgeübt. Wieviele Leute aber, mögen wohl direkt nach dem Abspann ihr iPhone heruasholen? Danny Boyles Film mit den Qualitäten eines Thrillers bietet den Hintergrund für die Entwicklung dreier Produkte Jobs (Michael Fassbender). Beginnend mit dem Ausraster seines Co-Founders, kurz bevor 1984 der Mackintosh das Licht der Welt erblickt. Durch den Umstand, dass Jobs dem Leben gegenüber abweisend reagierte, vor allem den Menschen, die ihm am nächsten standen, macht einen der faszinierenden Widersprüche dieses Biopics aus. Jobs übte vollkommene Kontrolle über seine Produkte aus (ob seine Console einen perfekten schwarzen Würfel darstellt), nicht in seinem Umfeld. Das umfasst auch seinen Co-Founder Steve Wozniak (Seth Rogen), Apple CEO John Sculley (Jeff Daniels, die Vaterfigur im Film) und Chrisann Brennan (Katherine Waterston), Jobs Ex-Freundin. Fassbender verkörpert Jobs Rastlosigkeit als prägende Charaktereigenschaft. Damit hat er eine weitere Figur, die im Grunde ihres Wesens einen Schaden hat, zu seinem Repertoire dazu gefügt. Sein Jobs dirigiert jeden und alles mit festem Blick und es ist ihm dabei ganz gleich, ob man ihn mag oder nicht. Das macht ihn so faszinierend! Kate Winslet spielt Joanna Hoffman, Jobs rechte Hand. Sie hält gleich eine ganze Reihe grosser Reden und ihre Schlagabtauschs mit Jobs bilden die Höhepunkte des Films. Aaron Sorkin hat ein Drehbuch voller Kinomomente, überraschende Sprünge und wohlgesetzter Phrasen verfasst - wie es im normalen Leben niemals geschehen könnte. Den schönsten Satz davon darf Reth Rogens Charakter gegenüber Jobs in einem Auditorium vortragen: “You can be decent and gifted at the same time. It’s not binary.” Insgesamt wird in Steve Jobs ungeheuer viel geredet und noch öfter laufen die Figuren auf und ab. Dank Boyles kinetischer Inszenierung fühlt man sich dabei selbst wie ein Zeuge dieses Prozesses: Hier wird die Zukunft geschrieben! Übrigens: Viel über Steve Jobs als Person erfahren wir nicht im Film. Wer daran Interesse hat, sollte vorweg eine Doku ansehen. Das Biopic interessiert sich für Jobs Karriere, die in drei Akte gegliedert wird. Jobs, ein Genie, die Menschen miteinander zu vernetzen, aber mit argen Defiziten, dasselbe in seinem privaten Umfeld zu leisten. Manchmal wird er so bösartig vorgeführt, dass es einen üblen Nachgeschmack hinterlässt. Der Umstand, dass Jobs nicht einmal die geringste Anstrengung unternahm, daran etwas zu ändern, macht aus seiner Person so etwas wie eine weitere Original-Erfindung. mehr auf cinegeek.de
  • Drei Akte, drei Orte, drei Präsentationen bahnbrechender Produkte, ein Protagonist, fünf Personen, die um den Protagonisten kreisen wie Planeten um die Licht spendende Sonne. Nein, “Steve Jobs” behauptet gar nicht erst, ein Biopic zu sein. Er macht sich auch nicht die Mühe, den Konventionen zu entsprechen und die entscheidenden Entwicklungen im Leben des charismatischen Erfinders und Gurus von Apple pflichtbewusst abzuhaken. Vielmehr wagt sich der begnadete Drehbuchautor Aaron Sorkin an eine dramaturgische Verdichtung und presst die Eckdaten eines real gelebten Lebens in eine fiktive, regelrecht abstrakte Form. Bereits in “The Social Network” fügte Sorkin skizzenhaft Eckdaten des Lebens von Mark Zuckerberg zusammen, um anhand der Gründung von Facebook von der verletzten Seele eines von sich selbst überzeugten jungen Mannes zu erzählen, der es nicht verwinden kann, von seiner großen Liebe verlassen abserviert worden zu sein. “Steve Jobs” nutzt nun in einem kreativen Drahtseilakt die jeweils 40 Minuten vor den Vorstellungen des Macintosh im Jahr 1984, des NeXT Cube im Jahr 1988 und des iMac im Jahr 1998, um mit einem Wirbelsturm an Dialogen und Konfrontationen eine Wahrheit über Jobs zu isolieren, einen Mann zu zeigen, der verändern will, wie Menschen miteinander kommunizieren, aber selbst nicht in der Lage ist, mit denen, die ihm am nächsten stehen, in Kontakt zu treten.

    Dafür wählen Sorkin und Regisseur Danny Boyle, die mit Informationen aus der Jobs-Bio von Walter Isaacson arbeiten, sich aber frei bei der Vorlage bedienen und sich nicht von dem Buch einengen lassen, gezielt Ausschnitte, nehmen sich künstlerische Freiheiten. Dazu gehören auch Weglassungen. Jobs’ Frau und Familie werden mit keinem Ton erwähnt, auch seine Krankheit ist nicht Bestandteil des Films. Stattdessen sind die realen Figuren, die der Film in den Dunstkreis des Titelhelden schickt, als Statthalter zu sehen für verschiedene Aspekte der Persönlichkeit von Steve Jobs. Der langjährige Apple-CEO John Sculley, gespielt von Jeff Daniels, der für Sorkin die Hauptrolle in der HBO-Serie “The Newsroom” übernommen hatte, ist väterlicher Freund und geschäftlicher Sparringspartner; Kreativgenie Steve Wozniak und Technikguru Andy Hertzfeld – Seth Rogen und Michael Stuhlbarg – befinden sich auf ständigem Konfrontationskurs mit dem fordernden und rücksichtslosen Geist ihres Chefs; Marketingchefin Joanna Hoffman – Kate Winslet in Hochform – genießt sein Vertrauen und dient als Gewissensbarometer; und seine illegitime Tochter Lisa erweist sich schließlich als Knackpunkt für Jobs, der immer in Bewegung ist, immer unter Strom steht, auf jedes Problem immer eine Antwort weiß – und dann die Waffen strecken muss, weil er, der als Baby von seinen leiblichen Eltern weggegeben wurde, erkennt, dass er nicht in der Lage ist, dem Mädchen seine Liebe zu offenbaren.

    Vorangepeitscht durch Sorkins gnadenlose Dialogkaskaden laufen die Schauspieler in diesem waghalsigen Hindernisparcours zu Hochform auf, allen voran Michael Fassbender, der so sehr mit der Titelfigur verschmilzt, dass man sich fragt, wie man jemals glauben konnte, Christian Bale wäre die Idealbesetzung gewesen. Wären Dialoge Actionszenen, “Steve Jobs” hätte mehr Stuntarbeit zu bieten als “Fury Road”. Und ist aber auch so ein rastloser, immer auf Elf aufgedrehter Drahtseilakt, weil der überweite Strecken sehr lustige, dann aber so abgrundtief traurige Film das Genie ungschminkt als Monster zeigt, als bisweilen unerträglichen Despoten, der keine Rücksicht auf die Menschen um sich herum nimmt, weil er doch mit aller Macht der Menschheit dienen will. Obwohl der Film kein Blatt vor den Mund nimmt, entblättern Boyle, Sorkin und Fassbender auch den Menschen hinter dem fortwährend rotierenden Scheusal. Anders als Apple-CEO Tim Cook glaubt, der die Macher des Films als “Opportunisten” bezeichnet hat (ohne den Film gesehen zu haben), ist dieser “Steve Jobs” ein immer manisches, aber beinahe liebevolles und zärtliches Porträt eines Mannes, der nicht über seinen Schatten springen kann, ein Film über den Preis, den man zahlen muss, wenn man die Zukunft gestalten will. Und eine großartige filmische Leistung, die von den Darstellern und auch dem Publikum verlangt, unentwegt anders zu denken, als sie es gewohnt sind. ts.
  • Es hilft hier nur zum Teil, Apple-Fan zu sein. Dafür ist „Steve Jobs“ einfach zu gut gemacht.
  • "Steve Jobs" ist ein großartiges Biopic über einen Menschen, der mit seinen Visionen die technische Welt veränderte, im Inneren aber auch mit eigenen Problemen zu kämpfen hatte. Der Übermensch wird dekonstruiert, aber nicht zerstört. Durch die menschliche Komponente, die durch Dialoge und Verhaltensweisen der Schauspieler zum Tragen kommt, blüht "Steve Jobs" so richtig auf.
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