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Rico, Oskar und das Herzgebreche (2015)

Rico, Oskar und das Herzgebreche Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (18)
  1. Ø 4.4
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 4

Filmhandlung und Hintergrund

Rico, Oskar und das Herzgebreche: Zweite Leinwandadaption nach Andreas Steinhöfels Büchern um die Abenteuer und die Freundschaft der Berliner Jungs Rico und Oskar.

Der tiefbegabte, furchtlose Rico und der clevere, aber etwas übervorsichtige Oskar sind inzwischen dicke Freunde. Auf ihren Streifzügen durch Berlin sind sie immer wieder für neue Abenteuer zu haben. Diesmal ist leider Ricos Mutter betroffen. Die hat sich beim Bingo in illegale Machenschaften verstricken lassen. Jetzt ist nicht nur die Polizei, sondern auch der fiese Boris hinter ihr her. Klar, dass die Jungs alles versuchen, um Mama aus der Bredouille zu helfen. Unterstützung erhalten sie dabei auch vom alten Lebenskünstler Van Scherten.

Rico und Oscar müssen Ricos Mutter rauspauken, nachdem sie sich beim Bingo in illegale Machenschaften verstrickt haben. Zweite Leinwandadaption nach Andreas Steinhöfels Büchern um die Abenteuer der Berliner Jungs.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Als sich Regisseurin Neele Leana Vollmer im vergangenen Jahr dazu entschloss, die „Rico“-Kinderbücher von Andreas Steinhöfel zu verfilmen, wagte die Filmemacherin damit einen Schuss ins Blaue. Auf Papier erfreuen sich die Abenteuer um den tiefbegabten Rico (Anton Petzold) und seinen hochbegabten Freund Oskar (Juri Winkler) zwar einer stets wachsenden Beliebtheit, doch das Kinder- und Jugendkino wird schon lange nicht mehr von klassischen Kriminalgeschichten dominiert. Stattdessen bestimmen Animations- und Effektfilme die Film-Vorlieben der heranwachsenden Generation, weshalb schon „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ wie ein aus der Zeit gefallenes Experiment wirkte. Jedoch eines mit Erfolg: Vollmers Film lockte knapp 800.000 Zuschauer in die deutschen Lichtspielhäuser. Im Heimkino setzte sich dieser Trend fort. Eine schon vor Teil eins beschlossene Fortsetzung namens „Rico, Oskar und das Herzgebreche“, die Fans zufolge auf der schwächsten Buchvorlage innerhalb der Reihe basiert, setzt nun genau dort an, wo der Vorgänger aufhörte – und das im wahrsten Sinne des Wortes.

    In der Schlussszene der „Tieferschatten“ nahm der zurückhaltende aber schlagfertige Oskar seinen Sturzhelm ab, um diesen gegen eine Sonnenbrille auszutauschen. Nun erfahren wir endlich warum: Ab sofort ist der Dreikäsehoch nämlich inkognito unterwegs und einem brandheißen Fall auf der Spur. Beim allwöchentlichen Bingo-Nachmittag muss Oskar entsetzt feststellen, dass Ricos Mutter Tanja (bezaubernd: Karoline Herfurth) schummelt. Das scheint die Spielleiterin Ellie Wandbek (Katharina Thalbach) jedoch nicht zu stören. Stattdessen lässt diese Tanja mit Absicht gewinnen. Doch warum, dass müssen die beiden Nachwuchsdetektive Rico und Oskar erst ermitteln und genau bei diesen Ermittlungsarbeiten darf der (vorzugsweise junge) Zuschauer die beiden Freunde begleiten. Trotz des leicht irritierenden Titels ist „Rico, Oskar und das Herzgebreche“ eine ähnlich charismatisch aufgezogene Krimi-Story; vom angeblichen Herzschmerz bekommt der Zuschauer kaum etwas mit. Für die Dynamik der Geschichte ist dies nur förderlich. Der kinderfilmerfahrene Regisseur Wolfgang Gross („Vampirschwestern“) beerbt Neele Leana Vollmer, hält aber trotzdem an den Erfolgsmechanismen seiner Vorgängerin fest. Ganz und gar auf die Zielgruppe der ganzen Familie abgestimmt inszeniert Gross seinen Film als Mischung aus Krimi, Freundschaftsfilm und Komödie, die auch ernstere Themen wie zerrüttete Familienverhältnisse oder den Tod nicht ausspart.

    Das Bemerkenswerte an „Rico, Oskar und das Herzgebreche“ ist jedoch allen voran die beachtliche Lebensweisheit. Wie schon die Romanvorlage kreiert auch der Film Momente abseits jeglicher Konventionen. Die Krone dessen ist da nur der finale Showdown in einem eigentlich so verruchten Nachtclub; dass man auch einen solchen ganz bodenständig und für Kinder angemessen in Szene setzen kann, beweist Gross mit seinem genauen Blick für den Tonfall seines Films. Der Regisseur sieht hier nicht mit seinen eigenen Augen durch die Kamera, sondern durch die seiner jungen Zuschauer. Und genau das ist wohl das Erfolgsgeheimnis: Nur, wer die Welt durch Kinderaugen sieht, begibt sich auf Augenhöhe mit der anvisierten Zielgruppe. Das scheinen auch sämtliche Darsteller verinnerlicht zu haben, die vollkommen losgelöst und zeitweise improvisiert agieren und dem Film dadurch viel seiner notwendigen Leichtigkeit verleihen.

    Fazit: Es ist die Fortsetzung einer kleinen Sensation: „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ erweckte das todgeglaubte Genre des Kinderkrimis zu neuem Leben. „Rico, Oskar und das Herzgebreche“ setzt dieses Erfolgskonzept hervorragend fort.
  • Komisch und kriminalistisch, lehrreich und lebensfroh – auch der zweite Film nach Andreas Steinhöfels Buchreihe macht Kindern und Erwachsenen gleichermaßen Spaß.

    Ganz im Geiste von Neele Leana Vollmar, die nach dem ersten auch den dritten Teil der preisgekrönten Kinderbuchreihe von Andreas Steinhöfel inszenieren wird, hat sich Wolfgang Groos nun dem zweiten Abenteuer der beiden Berliner Jungs Rico und Oskar gewidmet. Der ausgewiesene Experte für Kinder- und Familienfilm, der nach der TV-Serie “Rennschwein Rudi Rüssel” und “Vorstadtkrokodile 3” zuletzt mit den beiden “Vampirschwestern” im Kino reüssieren konnte, hält sich denn in “Rico, Oskar und das Herzgebreche” nicht lange auf mit dem Etablieren der inzwischen bekannten Figuren und geht gleich in die Vollen. Dieses Mal haben der ebenso tiefbegabte wie furchtlose Rico und der clevere, aber etwas übervorsichtige Oskar, mittlerweile unzertrennliche Freunde, einen besonders kniffligen Kriminalfall zu lösen, ist doch dummerweise auch Ricos Mama (Karoline Herfurth wieder als kesse Großstadtpflanze mit viel Sex-Appeal) darin verstrickt. Spannend ist dieser Kinderfilm deshalb nicht unbedingt. Das muss er aber auch nicht sein. Denn Groos legt viel mehr Wert auf den komödiantisch-skurrilen Effekt seiner Geschichte und Charaktere. Viel Spaß machen auf dieser Ebene zwei Neuzugänge: Henry Hübchen als alternder Lebenskünstler, der die Jungs mit seinem klapprigen Benz durch Berlin chauffiert, und Moritz Bleibtreu als stotternder Bösewicht, der unter der Fuchtel seiner gestrengen Mama (Katharina Thalbach erneut als zwielichtige Bingo-Dame) steht und der deshalb eher Mitleid als Furcht erregt. Des Weiteren gefallen die pfiffigen, lebensechten Dialoge, der frische Soundtrack mit lässigen deutschen Songtexten und originelle animierte Einschübe, in denen entweder Ereignisse aus der Vergangenheit (wie Ricos Papa beim Angeln ertrank) oder auch komplizierte Fremdwörter auf spielerische Art erklärt werden. Schade ist für manche, dass Groos zur Halbzeit des Films seine eigentlichen Protagonisten – Anton Petzold und Juri Winkler machen ihre Arbeit wieder hervorragend – etwas aus den Augen verliert und sich zu sehr den erwachsenen Darstellern widmet. Das Finale im Nachtclub ist mangels zündender Ideen ein wenig langatmig geraten. Dafür wird zum Schluss ordentlich mit dem Herzgebreche – wie Rico Liebeskummer in seiner Sprache nennt – aufgeräumt, jeder Topf bekommt seinen Deckel und alle (inklusive der Kinozuschauer) gehen glücklich und beschwingt nach Hause und freuen sich schon auf “Rico, Oskar und der Diebstahlstein”. Schließlich können auch Erwachsene aus diesem im besten Sinne pädagogisch wertvollen Abenteuerspaß, der in vielen Momenten an die großen Erich-Kästner-Verfilmungen erinnert, durchaus etwas Gehaltvolles mit auf den Heimweg nehmen. lasso.

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