Pan (2015)

Pan Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (18)
  1. Ø 4.6
Kritikerwertung (5)
  1. Ø 2.5

Filmhandlung und Hintergrund

Pan: Neue Adaption und Interpretation des Klassikers von J.M. Barrie, die die Ursprungsgeschichte von Peter Pan erzählt, wie es kein Film davor getan hat.

Peter Pan kehrt auf die große Leinwand zurück und diesmal erzählt Joe Wright die Geschichte rund um den Waisenjungen, der in “Pan” gegen den bösen Piraten Blackbeard antritt, gespielt von Hugh Jackman. Der kleine Peter Pan lebt in einem Waisenhaus im Jahre 1926, wo er auf einen Brief stößt, in dem ihm seine Mutter verspricht, dass sie sich eines Tages wiedersehen werden – in dieser, oder einer anderen Welt. Eines Nachts wird Peter von düsteren Piraten aus dem Waisenhaus entführt und in die bunte, mit magischen Bewohnern bevölkerte Welt namens Nimmerland gebracht. Dort trifft er auf Tiger Lily (Rooney Mara) und James Hook (Garrett Hedlund) und zusammen beschließen die mutigen Helden, eine Schar von Mitstreitern um sich zu versammeln, um gegen den fiesen Piraten Blackbeard anzutreten und das Nimmerland von seiner Herrschaft zu befreien. Warner Bros. widmet sich ein weiteres Mal der ikonischen Geschichte rund um den Waisenjungen, der in einer anderen Welt zum Helden wird. Nach der Buchvorlage von J.M. Barrie schrieb in dieser etwas anders aufwartenden Neuauflage Jason Fuchs das Drehbuch, der schon bei „Ice Age 4 – Voll Verschoben“ mit dabei war. Vor allem Regisseur Joe Wright ist eine überraschende Wahl für dieses fantastische Abenteuer, da er sonst eher für historische Filme wie „Abbitte“ oder „Anna Karenina“ bekannt ist. In die Rolle des Peter Pan schlüpft der Jungschauspieler und Newcomer Levi Miller, der unter anderem in einer Episode der Serie „Terra Nova“ zu sehen war, aber auch in der Musicalkomödie „A Heartbeat Away“ (2011), sowie in dem Kurzfilm „Great Adventures“ aus dem Jahre 2012 mitwirkte.

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Kritiken und Bewertungen

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    London, 1940. Der kleine Peter wird von seiner Mutter als Baby vor die Tür eines Waisenhauses gelegt, das sein neues Heim werden soll. Doch dort kümmert sich eine kinderhassende Nonne um die Kleinen und macht Peter und den anderen das Leben zur Hölle. Eines Nachts stürmen Piraten das Haus und entführen Peter in die geheimnisvolle Märchenwelt "Neverland". Der dort herrschende Piratenkapitän Blackbeard versklavt die entführten Kinder zur Arbeit in seinen Minen, um Feenstaub zu suchen, der ihn auf ewig jung halten soll. Als Peter den ebenfalls von Blackbeard gefangengehaltenen James Hook kennenlernt, beschließen die beiden, sich gegen Blackbeard aufzulehnen und Neverland aus seinen Klauen zu befreien. Und Peter lernt ein neues, freies Leben kennen. Ein Leben als Peter Pan. Im Jahr 1904 wurde J. M. Barries Geschichte rund um den Jungen, "der nicht erwachsen werden wollte", uraufgeführt und seitdem unzählige Male für die Leinwand, die Bühne und die Literatur immer wieder neu aufbereitet. Regisseur Joe Wright schafft nun eine Neuinterpretation der Geschichte in Form eines Prequels. James Hook und Peter sind noch Freunde und haben einen gemeinsamen Gegner, den es zu bekämpfen gilt. Dabei gelingt es dramaturgisch perfekt die Fallhöhe der Figur des Hook, der heimlichen Hauptfigur des Filmes, darzustellen. Stets liegt die Frage in der Luft, wann aus ihm endlich der Bösewicht wird, den man aus den Geschichten kennt. So wird die bekannte Figurenkonstellation der Originalgeschichte gut vorbereitet. Die wunderschönen Aufnahmen des Feenreiches, die eindrücklich inszenierten Bilder der tristen Minen Blackbeards und eine beängstigend nah inszenierte Luftschlacht über London machen den Film zu einem wahren Effektfeuerwerk. Darüber hinaus weist PAN eine ganze Reihe großartiger Darsteller auf, allen voran den jungen Levi Miller als Peter. Er schafft es die Tragik des Waisenkindes darzustellen und spielt glaubwürdig die Selbstzweifel, aber auch die spätere Überzeugung, die ihn zu dem Peter Pan machen, den die Welt kennt. Auch Garrett Hedlund überzeugt als jugendlicher, draufgängerischer Hook, aus dem später eben jene tragisch-böse Figur wird. Und doch ist es einmal mehr Superstar Hugh Jackman als Piratenkapitän Blackbeard, der allen die Show stiehlt. So viel Lust an der Bösartigkeit, so viel herrliches tiefgründiges Spiel in einer eindrucksvollen Maske. Das macht Blackbeard zu einer Figur, die noch lange in Erinnerung bleiben wird. PAN ist eine bildgewaltige, raffiniert erzählte und lustvoll aufgespielte Neuinterpretation einer Geschichte, die weltbekannt ist. Und eine Einladung, sie noch einmal ganz neu für sich zu entdecken.

    Jurybegründung:

    In PAN wird erzählt, wie aus dem Waisenjungen Pan die mythische Gestalt Peter Pan wurde. Dabei machen Drehbuchautor Jason Fuchs und Regisseur Joe Wright im ersten Akt Anleihen bei einem anderen britischen Schöpfer von Populärmythen, denn das Waisenhaus, in dem der junge Held aufwächst, scheint direkt aus einem Roman von Charles Dickens übernommen worden zu sein. Auch sonst überrascht der Film ständig mit Anachronismen und Popzitaten, die zum Teil so grandios funktionieren wie das fliegende Piratenschiff von Blackbeard in einer Luftschlacht über London, dann aber wieder eher irritieren wie die bombastische Chornummer, bei der die gefangenen Kinder, die in einem Bergwerk arbeiten müssen "Smells Like Teen Spirit" von Nirvana singen.
    In einer Fantasiewelt sollten der Fantasie keine Grenzen gesetzt werden und in diesem Sinne ist PAN gelungen. Der Übermut, mit dem die Filmemacher in die Trickkiste greifen, ist ansteckend. So werden Erinnerungen in Rückblenden mit ganz eigenen Animationsstilen wie den Jahresringen des "Memory Trees" oder den Wasserbewegungen beim "Underwater Flashback" visualisiert. Ähnlich frei ist auch die Neuinterpretation der Geschichte, bei der etwa die kleine Fee Tinkerbell nur einen winzigen Gastauftritt hat und der spätere Erzschurke Hook ein Sympathieträger und Freund des jungen Helden ist. Er und seine spätere Todfeindin Tiger Lilly sind sogar ein Liebespaar, und erst seine Freude daran, Kapitän zu sein, sowie sein ominöser Schlusssatz lassen seine spätere Entwicklung (und eine Fortsetzung?) erahnen.
    Auf einer anderen Ebene ist dies aber auch die Geschichte eines Jungen, der lernt, seine Ängste zu überwinden und mit den hohen Erwartungen der Anderen, die ihn immerhin für den Erlöser halten, umzugehen. Dieser Erzählstrang trägt den Film und macht ihn für ein junges Publikum interessant. Denn Wright setzt hier zwar einerseits (auch bei den 3D-Effekten) auf eine Überwältigungsdramaturgie, er ist aber zugleich ein Regisseur, der weiß, dass es die Schauspieler sind, die letztendlich den Film lebendig werden lassen. So ist Levi Miller in der Titelrolle eine Entdeckung. Er spielt vor der Kamera absolut natürlich und deshalb folgt man ihm gerne auch in die absurdesten Situationen. Hugh Jackman ist zwar unter der Maske des Piraten Blackbeard kaum zu erkennen, aber er gibt den Bösewicht mit offensichtlichem Vergnügen und viel Spielwitz.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Ein Augenschmaus – Joe Wright erzählt seine Geschichte mit prachtvollen Bildern.
  • Joe Wright erzählt in “Pan” die Vorgeschichte zu J.M. Barries Klassiker als bezauberndes Märchen zwischen “David Copperfield” und “Fluch der Karibik” und lässt den jungen Titelhelden den Glauben an sich selbst entdecken.

    Schon im Vorspann wird erzählt, dass es sich bei Joe Wrights “Pan” um eine Vorgeschichte zu J. M. Barries Kinderklassiker handelt. Peter (der junge Levi Miller hat die Sympathien auf seiner Seite) wird als Baby vor einem Londoner Waisenhaus abgelegt, wo er unter dem strengen Regime von Ordensschwestern (Kathy Burke als Oberdrache) wie David Copperfield aufwächst und mit Gewitztheit und Herz auffällt. In einer Bombennacht werden der inzwischen zwölfjährige Titelheld mit der Panflöte um den Hals und einige andere Waisen von Captain Blackbeards Piraten aus ihren Betten gerissen und nach Neverland gebracht. Eine mitreißende, visuell einfallsreiche und auch 3D spielerisch nutzende Sequenz, in der das Piratenschiff in physikalischen Gesetzen trotzenden Manövern Jagdfliegern in die Schwerelosigkeit entkommt, in der Peter – und mit ihm der Zuschauer (egal welchen Alters) – mit kindlichem Staunen bis zum Saturn schwebt. “Gravity” lässt von Ferne grüßen in einem Film, der auch in der Folge Originelles und Klassisches kombiniert.

    Neverland entpuppt sich als Alptraum, in dem Blackbeard (Hugh Jackman zwischen Shakespeare-Figur und Darth Vader) Kids in einer riesigen Mine schuften und Nirwanas “Smells Lke Teen Spirit” zur Begrüßung der Neuankömmlinge singen lässt. Blackbeards Herrschaft gilt es zu beenden, um nicht nur die Kids sondern auch die von Blackbeard fast ausgerotteten Feen zu retten und Neverland wieder ins Traumland zu verwandeln, wie es in der Patchwork-bunten Multikulti-Gemeinschaft der Wilden im Dschungel noch existiert. Dafür muss Pan, der nur einen Brief von seiner Mutter und den Anhänger hat, an sich glauben, daran, dass er fliegen kann. Seine neuen Freunde Hook (Garret Hedlund als “Indiana Jones”-Verschnitt) und die Prinzessin der Wilden Tiger Lily (Rooney Mara als kindliche “Avatar”-Amazone) tun es bereits.

    Mag das Ende mit computergenerierten Meerjungfrauen, Riesenkrokodil und Feenangriff etwas zu viel an Effekte-Brimborium sein, “Pan” funktioniert als Märchen im besten Sinne, entführt in eine fremde Welt und erzählt dabei eindringlich von der Selbstfindung eines Jungen. Kostüm und Produktionsdesign sind wie zuletzt bei Wrights “Anna Karenina” exquisit und auf höchstem Niveau ebenso wie die Kameraarbeit. Wright und seine Produzenten gewannen aber auch Toptalente, u.a. die DOPs Seamus McGarvey, bereits bei Wrights “Abbitte”, “Der Solist” und “Anna Karenina” an Bord) und John Mathieson. hai.
  • „Pan“ ist kein guter Film. Beinahe hätte es sogar für einen richtig schlechten gereicht. Das Peter Pan-Thema wird mit Füßen getreten, die Handlung ist so spannend und brechbar wie eine Steuererklärung und an allem klebt der faulige Geruch kreativer Gleichgültigkeit. Doch die totale Empörung, die man bei dieser uninspirierten CGI-Überdosis aus dem Giftschrank abgegriffener Ideen eigentlich erwartet hätte, die bleibt irgendwie aus. „Pan“ ist gefällig und wahrscheinlich konventionell genug, um sich irgendwie an der totalen Verärgerung vorbei zu mogeln.
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