Anna Karenina (2012)

Anna Karenina Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (4)
  1. Ø 3.5
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 3.3

Filmhandlung und Hintergrund

Anna Karenina: Keira Knightley zwischen Liebe und gesellschaftlicher Konvention im historischen Moskau nach dem Romanklassiker von Leo Tolstoi.

Anna Karenina ist in der Gesellschaft hoch angesehen. Sie lebt mit ihrem Mann, einem hohen Regierungsbeamten, und ihrem Sohn in Sankt Peterburg. Ein Brief ihres Bruders führt sie nach Moskau, wo sie auf den jungen, gut aussehenden Kavallerie-Offizier Wronskij trifft. Beide sind voneinander fasziniert. Nach einer rauschenden Ballnacht verfallen sie einander. Sie beginnen eine Affäre. Als die öffentlich wird, beginnen sich ihre Bekannten von ihr zu distanzieren. Doch sie steht zu ihrer Liebe und manövriert sich weiter ins Abseits.

Anna Karenina riskiert die soziale Ächtung, als sie sich in einen jungen, attraktiven Kavallerie-Offizier verliebt. Ebenso elegante wie ungewöhnliche Adaption von Leo Tolstois Klassikers mit Joe Wrights Muse Keira Knightley.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Formal herausragende Tolstoi-Adaption, die eine strenge Stilisierung echten Gefühlen vorzieht. Ein Film, irgendwo zwischen großartig und verdammt schwierig.
  • Ebenso elegante wie ungewöhnliche Adaption von Leo Tolstois Klassikers mit Joe Wrights Hauptdarstellerin aus “Stolz und Vorurteil” Keira Knightley.

    Während sich das zeitgenössische Theater gerne beim Film bedient, bedient sich Joe Wright (“Abbitte”) für seinen neuesten Film beim Theater – mit aufregendem Effekt. Er platziert seine Tragödie einer Frau auf der Suche nach Liebe auf eine Bühne und betont damit den gesellschaftlichen Aspekt. Die russische High Society (bisweilen grotesk überzeichnet) präsentiert sich hier nicht nur wie auf der Bühne, sondern bewegt sich tatsächlich auf einer Bühne. Wright geht noch einen Schritt weiter und setzt neben den geschwind verschobenen Kulissen auch seine Protagonisten fast in konstante Bewegung, lässt sie nicht nur bei einer rauschenden Ballszene tanzen, sondern choreografiert etwa auch die Sekretäre bei ihrer Arbeit in Oblonskijs Büro. Helfen ließ sich Wright dabei vom renommierten Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui und der Musik von Dario Marianelli (Oscar für “Abbitte”). Die Tanzbewgungen betonen das Theatralische noch mehr und sorgen für eine unglaubliche Eleganz. Der Film ist vor allem zu Anfang eine einzige fließende Bewegung. Ausstattung, Kameraarbeit (von den Wright-Regulars Sarah Greenwood und Seamus McGarvey), Kostüm und Schnitt sind exquisit und lassen einen staunen, wenn etwa aus der Spielzeug-Eisenbahn von Annas Sohn der Zug im Kunstschneefall wird, den Anna nach Moskau nimmt. Dort trifft sie den gut aussehenden Kavallerie-Offizier Wronskij (Aaron Johnson), verliebt sich in den jüngeren Mann und ässt sich auf eine Affäre ein, die sie ins gesellschaftliche Abseits drängt. Keira Knightley ist mit iher grazilen Gestalt die perfekte Verkörpung , sie wirkt elegant, zerbrechlich und stolz. An ihrer Seite glänzt ein illustres Ensemble. Neben Jude Law als Annas Mann, der keine Gefühle zeigen kann, setzt Matthew Macfadyen (“Stolz und Vorurteil”) als Annas Bruder Oblonskij gelungene komische Akzente, Domhnall Gleeson (Sohn des bekannten Brendan) und Alicia Vikander (“Die Königin und der Leibarzt“) haben als Levin und Kitty die Sympathien auf ihrer Seite, nur ihrer Liebesgeschichte ist ein Happy End vorbehalten. Tom Stoppard sorgt für die pointierten Dialoge im Gesellschaftsdrama, das erst am Ende das Theater verlässt und sich auf eine grüne Wiese öffnet. hai.
  • "Anna Karenina" ist nicht nur eine weitere Adaption des gleichnamigen Buchklassikers von Leo Tolstoj, sondern setzt mit ihrem eigenwilligen Inszenierungsstil neue Akzente auf dem Gebiet des Kostümfilms. Der britische Regisseur Joe Wright ("Stolz und Vorurteil", "Abbitte") versetzt die Handlung weitgehend in die Räume eines Theaters. Im fliegenden Wechsel der Szenen und Kulissen erhält dieses angedeutete Panorama des zaristischen Russlands eine ironische Brechung.

    Die verspielten nostalgischen Miniaturen wirken kühn, sparen viele Außenaufnahmen und verkürzen die Wege: Wright kündigt Annas Reise nach Moskau an, indem er die Modellbahn ihres kleinen Sohnes durch eine winterliche Landschaft fahren lässt. Gutsbesitzer Levin steigt von einem Moskauer Haus auf der Bühne in eine echte Winterlandschaft dahinter, auf der er nur wenige Schritte bis zu seinem Landhaus zurücklegt. Überhaupt sind die Theaterräume verblüffend vielseitig verwendbar: Bei einem Rennen galoppieren Pferde über die Bühne, oder die Charaktere steigen auf Treppen und Leitern zum nächsten Schauplatz der Handlung, die zwischen Seilen über der Bühne oder den Requisiten im Lager stattfindet.

    Schon an der Vielfalt dieser flexiblen Kulisse kann man sich kaum sattsehen, aber Wright stattet die Inszenierung auch mit auffälligen Choreografien aus: Die Angestellten eines Großraumbüros stempeln synchron, und im Ballsaal vollführen die Hände und Arme der Tanzpaare übertriebene Figuren, die die Nähe zum Ballett und zu folkloristischen Reigen suchen.

    Der markante Stil geht zu Lasten der Schauspieler. Keira Knightley ("Stolz und Vorurteil", "Abbitte") wirkt zwar auch in diesem Film drahtig-lebhaft, aber wie Jude Law ("Sherlock Holmes", "360") als Annas steifer Gatte und die anderen Darsteller bekommt sie zwischen den häufigen Szenenwechseln nur kurze, reduzierte Dialoge. Glaubhafte Gefühle können sich kaum entfalten, denn das stilisierte Geschehen in einer Art Spieluhr bleibt atmosphärisch dann doch ziemlich weit weg vom Russland des 19. Jahrhunderts.

    Fazit: Joe Wright blättert Leo Tolstojs klassisches Liebesdrama "Anna Karenina" als stilistisch gewitzte Augenweide vor Bühnenkulissen neu auf, doch der markant-sehenswerte Inszenierungsstil schmälert die Bedeutung der Schauspieler.
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