Nokan - Die Kunst des Ausklangs (2008)

Originaltitel: Okuribito
Nokan - Die Kunst des Ausklangs Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (6)
  1. Ø 4.8
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Nokan - Die Kunst des Ausklangs: Oscarprämiertes Drama über einen japanischen Cellisten, der wider Willen seine wahre Berufung findet.

Der Cellist Daigo verliert seinen Posten beim Tokioter Symphonie-Orchester, als der Sponsor aussteigt. Da er die Raten seines teuren Instruments nun nicht mehr zahlen kann, gibt er es zurück und kehrt mit seiner Frau in seine Heimat im ländlichen Norden Japans zurück. Bei der Arbeitssuche stößt Daigo auf die Anzeige eines auf Reisen spezialisierten Unternehmens und wird zu guten Bedingungen eingestellt. Da erfährt er die wahre Natur des Geschäfts: Er soll die Leichen Verstorbener auf die letzte Reise, sprich, die Beerdigung vorbereiten.

Der arbeitslose Cellist Daigo, zurück in seiner Heimat im ländlichen Norden Japans, soll die Leichen Verstorbener auf die letzte Reise vorbereiten. U.a. mit dem Auslandsoscar ausgezeichnete meditative japanische Dramödie.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eine der wenigen Überraschungen der diesjährigen Oscarverleihung bestand im Auslandsoscar für das japanische Drama „Departures“, der Favoriten wie „Die Klasse“ ausstach. Dabei wurde Regisseur Yojiro Takita, der seine Laufbahn beim „Pink Eiga“ begann, dem japanischen Softsexfilm, schon mehrfach ausgezeichnet. Bereits „When the Last Sword is Drawn“ von 2003 erhielt unzählige Auszeichnungen. Bei uns kennt man höchstens seine gefälligen Fantasyabenteuer um den „Ying-Yang Master“. Mit Takitas vorletztem Werk liegt eine tragikomische Studie über die Schwierigkeit des Loslassens und Abschiednehmens vor, die ihre Thematik besonders im ersten Drittel mit absurdem Humor entwickelt.

    Neben dem Missverständnis rund um Daigos Jobsuche beim vermeintlichen „Reiseunternehmen“ und seinem unbeholfenen Auftreten während der ersten Aufträge sorgt das beharrliche Insistieren seines Chefs für reichlich Komik. Wo Massahiro Motoki gelegentlich zu aufdringlich agiert, wirkt Altstar Tsutumu Yamazaki („Tampopo“) in seiner stoischen Art weitaus souveräner. Im Verlauf ihrer Arbeitsbeziehung schlüpft Sasaki zunehmend in eine Art Vaterrolle, wobei er seinen Schützling unter die Fittiche nimmt und ihm neuen Lebensgeist vermittelt. Mehrfach wird in Rückblenden das problematische Verhältnis zu Daigos leiblichem Vater angeschnitten, der die Familie in frühen Jahren verließ, was für ein anhaltendes Trauma sorgte.

    Daneben erfährt man einige unbekannte Details über die Kunst der Sterbezeremonie, die aus Respekt vor den Verblichenen in aller Ausführlichkeit zelebriert wird. Das Ritual findet vor den Hinterbliebenen statt, um die unmittelbare Bewältigung der Trauer zu unterstützen. Für westliche Verhältnisse wirkt Daigos Ächtung aufgrund seines neuen Jobs bei Bekannten und seiner Ehefrau eher befremdlich, was jedoch mit dem Tabuthema Tod und der Ausgrenzung des Berufsstandes innerhalb der japanischen Kultur zusammen hängt. Takita will eine Lanze brechen für die missachtete Kunst der Aufbewahrung, der Totenreinigung, des Ankleidens und Schminkens der Verstorbenen.

    Im Mittelteil der Chronik einer Selbstfindung hängt die Dramaturgie mitunter etwas durch, und die Cello-Musikuntermalung gegen Ende erscheint zu aufdringlich, doch gerade das Finale führt die Handlungsstränge zu einem bewegenden, eindringlichen Appell für den Respekt vor Toten und Lebenden zusammen. Trotz einiger Schwächen überzeugt „Nokan“ durch einen schwebenden-surrealen Unterton, skurrile Charaktere sowie dem leichten Umgang mit einer düsteren Thematik.

    Fazit: Poetischer, in ruhigem Erzählrythmus entwickelter Einblick in die japanische (Sterbe-)Kultur mit zu rührseligem Score.
  • In seinem melancholischen, etwas anderen “Reisefilm” erzählt der japanische Regie-Veteran Yojiro Takita einfühlsam und heiter von einem ganz speziellen Reiseleiter wider Willen.

    Niemand hatte bei der Oscarverleihung 2009 “Okuribito” als besten fremdsprachigen Film wirklich auf der Rechnung gehabt. Der israelische Beitrag “Waltz with Bashir” galt als großer Favorit, Laurent Cantet mit “Die Klasse” lag gut im Rennen und auch Uli Edels “Baader Meinhof Komplex” erschien manchem als möglicher Sieger. Doch dann kam es ganz anders, Yojiro Takitas feinfühliges Drama, das in seiner Heimat sechs Millionen Besucher begeistert und zehn japanische Filmpreise gewonnen hatte, überzeugte auch die Academy. Der ehemalige Soft-Porno-Filmer, der 1986 mit der Guerilla-Produktion “Comic Magazine” den Sprung in den Mainstream schaffte, war im Hollywood-Olymp angekommen.

    “Nokan – Die Kunst des Ausklangs” nennt der Verleih Kool – nach mehrfacher Titeländerung – die Geschichte vom Pechvogel Daigo, der seine Cellistenstelle beim Orchester verliert, als – ganz aktuell – der Sponsor aussteigt. Die Raten seines sündhaft teuren Instruments kann er nun nicht mehr zahlen, also gibt er es zurück und kehrt mit seiner Frau in seine alte Heimat in den Norden Japans zurück. Auf der Suche nach Arbeit stößt Daigo auf die Anzeige eines auf “Reisen” spezialisierten Unternehmens. Und, noch besser, Chef Sasaki engagiert ihn auf der Stelle zu einem sehr guten Gehalt. Da erfährt er die wahre Natur des Geschäfts: Er soll die Leichen Verstorbener auf die letzte Reise, sprich, die Beerdigung vorbereiten.

    Zunächst befremdet der Plot. Der Umgang mit dem Tod ist in der westlichen Welt noch ein absolutes Tabuthema. In Japan ist das etwas anders, da will man sich – zumindest in traditionellen Familien – von den Angehörigen gebührend verabschieden, ihnen im wortwörtlichen Sinn die letzte Ehre erweisen. Wie wichtig es da ist, den richtigen “Reiseleiter” zu engagieren, das vermittelt Kundo Kuyama mit seinem getragenen, mittels heiterer Momente aufgebrochenen Skript sehr gut. Viel Zeit nimmt er sich, die verschiedenen Charaktere vorzustellen, den introvertierten, ruhigen Daigo, dessen tüchtige Frau und den schlitzohrigen Sasaki, der seinen Angestellten geschickt formt, in ihm schon früh einen guten Zeremonienmeister erkennt.

    Yojiro Takitas Verdienst wiederum ist es, das richtige Tempo gefunden zu haben. Meditativ erzählt er, streng linear, und nimmt sich auch Zeit für kleine Nebengeschichten wie die um eine alte Frau, die noch ein altmodisches Badehaus betreibt. Die Moderne hält auch im ruralen Nippon Einzug. Segen oder Fluch? Der Regisseur wertet nicht. Er setzt auf wohlkomponierte Bilder (Kamera: Takeshi Hamada), die an landestypische Tuschezeichnungen erinnern, und auf den suggestiven, streckenweise zu aufdringlichen Score von Altmeister Joe Hisaishi (“Chihiros Reise ins Zauberland”). Und so ist man als Zuschauer schnell mittendrin in dieser herrlich melancholischen Atmosphäre und folgt gerne dem überzeugenden Hauptdarsteller Masahiro Motoki, der schließlich den Weg als Ziel erkennt und seine wahre Berufung findet. geh.

Darsteller und Crew

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