Mr. Turner - Meister des Lichts (2014)

Originaltitel: Mr. Turner
Mr. Turner - Meister des Lichts Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Mr. Turner - Meister des Lichts: Biopic über den berühmten Landschaftsmaler J.M.W. Turner vom Veteran des britischen Sozialkinos Mike Leigh mit seinem Lieblingsdarsteller Timothy Spall in der Titelrolle.

William Turner (Timothy Spall) ist ein bekannter Landschaftsmaler, dessen Bilder um die Welt gehen. Seine Person wird aber in der Öffentlichkeit und vom britischen Königshaus sowohl gefeiert, als auch verachtet, denn seine ambivalente Art stößt nicht nur auf Gegenliebe. Zum einen schafft er es, die Mitglieder der Royal Academy of Arts mit seiner gebildeten Sprache zu beeindrucken, zum anderen ist er ein gern gesehener Gast in Bordellen, was weniger angesehen ist. Doch seine Exzentrik schafft auch eines: wunderbare Landschaftsbilder, in denen er alltägliche und doch faszinierende Situationen einfängt. Als sein Vater jedoch eines Tages stirbt, fällt Turner in eine Depression und seine Werke verkaufen sich nicht mehr so gut, nachdem sich die Königin von England negativ über seine Bilder geäußert hat. William Turner tritt daraufhin die Flucht an...

\”Mr. Turner – Meister des Lichts\” bekam nicht nur von den Kritikern durchweg positive Bewertungen, sondern auch das Publikum zeigte sich vom biografisch-angehauchten Film beeindruckt. Der Regisseur Mike Leigh ist für seine kritischen Sozialdramen bekannt, doch auch auf dem Gebiet des historischen Films hat sich der Brite bereits ausgetobt. Der Hauptdarsteller des Films, Timothy Spall, der hierzulande wohl am ehesten durch seine Darstellung des Peter Pettigrew (Wurmschwanz) in der \”Harry Potter\”-Reihe bekannt ist, wurde für seine Darstellung des exzentrischen Malers bei den Filmfestspielen in Cannes als Bester Hauptdarsteller mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. \”Mr. Turner – Meister des Lichts\” ging in den Kategorien Bestes Filmmusik, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign und Beste Kamera sogar bei der Oscarverleihung 2015 ins Rennen, konnte dann am Ende allerdings nichts mit nach Hause nehmen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das Drama "Mr. Turner – Meister des Lichts" ist ein faszinierendes Porträt des berühmten britischen Malers aus dem 19. Jahrhundert. Regisseur und Drehbuchautor Mike Leigh ("Another Year", "Happy-Go-Lucky") beschränkt sich auf die letzten 25 Lebensjahre des Künstlers. Wie der Maler selbst taucht Leigh tief in die Atmosphäre des einzelnen Augenblicks ein und lässt dabei in Fragmenten ein aufschlussreiches Bild der Epoche aufscheinen. Das 149-minütige Künstlerbiopic, das visuell hervorragend komponiert und beeindruckend gespielt ist, gerät mühelos zum spannenden Kinoerlebnis.

    Der Sohn eines Barbiers wird hier keineswegs besonders sympathisch gezeichnet. Stur verleugnet er seine Töchter aus unehelicher Beziehung und ignoriert die wütenden Vorhaltungen ihrer Mutter (Ruth Sheen). Seine Haushälterin Hannah, die an seinen Lippen hängt, beachtet er nicht - oder bespringt sie in einem Anfall von Lust. Er kann durchaus gepflegt Konversation mit den wohlhabenden Käufern seiner Bilder und den Mitgliedern der Royal Academy führen. Aber wenn ihm etwas gegen den Strich geht, und das passiert oft, brummt und grunzt er mit vorgeschobener Unterlippe, als wäre er ein gereiztes wildes Tier. Und doch meint man oft, diesen Mann nicht nur zu verstehen, sondern ihm auch nahe zu sein. Denn Leigh und der in Cannes 2014 mit dem Preis für die beste Darstellung ausgezeichnete Timothy Spall können sich sehr glaubhaft in diesen eigenwilligen, oft arroganten und dann doch auch zugewandten Menschen einfühlen.

    Turner, der als Wegbereiter des Impressionismus gilt, lebt fast nur für seine Malerei. Mit allen Sinnen saugt er im Freien Eindrücke auf, den Sturm auf See, das Abendlicht am weiten Himmel. Er will der Natur auf den Grund kommen, indem er die Dinge auf neue Weise wahrnimmt, sich mehr für das Spiel der Farben, als für Formen interessiert. Kameramann Dick Pope lässt die Landschaftsaufnahmen in Cornwall, selbst die Innenräume in London in einem diffusen, milden Licht baden, das wie gemalt aussieht. So spiegelt der Film selbst die atmosphärische Verbindung von Turners Gemälden mit der Realität.

    Fazit: Mike Leighs spannendes Malerporträt "Mr. Turner – Meister des Lichts" spiegelt auf faszinierende Weise die Arbeit des Künstlers und erweckt einen schwierigen Charakter überraschend einfühlsam zum Leben.
  • Brillante Filmbiographie über die 20 letzten Jahre im Leben des britischen Malers J.M.W. Turner – die zweite Künstlerbio in der Karriere von Mike Leigh.

    Vier Jahre nach seinem letzten Besuch in Cannes mit seinem wunderbaren “Another Year ” ebenfalls relativ zu Beginn des Festivals – wie auch sein Goldene-Palme-Gewinner “Geheimnisse & Lügen” im Jahr 1996, in dem “Mr. Turner”-Star Timothy Spall auch die Hauptrolle spielte – und hohe Wellen geschlagen hatte, kehrt Mike Leigh in den Wettbewerb nach Cannes zurück. Natürlich ist “Mr. Turner” nicht im Entferntesten mit diesem warmherzigen und hochemotionalen Porträt einer Liebe im Herbst des Lebens zu vergleichen. Vielmehr reiht sich der zweieinhalb Stunden lange Film zu Leighs anderer Filmbiographie über prägende britische Künstler, “Topsy Turvy – Auf den Kopf gestellt” aus dem Jahr 1999 über die berühmten Songschreiber Gilbert und Sullivan. Hier geht es um den prägenden Landschaftsmaler J.W.M. Turner, der von 1775 bis 1851 lebte und dessen im Alter zunehmend eigenwilligere Arbeit als wichtiger Einfluss für die Impressionisten gilt.

    Der Film konzentriert sich auf die letzten 20 Lebensjahre des ebenso exzentrischen wie arbeitswütigen Künstlers und deckt alle wichtigen Eckpunkte seiner Biographie ab: seine ungewöhnlich enge Verbindung zu seinem Vater, der als Assistent für den Sohn arbeitete und dessen Tod Turner in eine tiefe Depression stürzte; seine bizarre Beziehung zu seiner bis zur Selbstaufgabe unterwürfigen Haushälterin, die ihm treu ergeben war und sich auch sexuell ausnutzen ließ; seine geheime Liebe in einer Art Doppelleben zu einer zweifachen Witwe, mit der er bis zu seinem Tod lebte; seine vielen Reisen, die ihm als konstante Inspiration dienten; seine Verzicht auf ein Vermögen, weil er sein Werk lieber umsonst dem britischen Volk vererben wollte. Und natürlich kommt auch das wachsende Unverständnis der Öffentlichkeit mit der zunehmend abstrakteren Kunst dieses faszinierenden Mannes zu tragen, das Los vieler Künstler, die nicht anders können, als einfach ihren Weg zu gehen: Im Fall von Turner bedeutet das unter anderem eine fast schon krankhafte Fixierung auf die Farbe Gelb – eine künstlerische Gelb-Sucht sozusagen.

    Ebenso natürlich steht die alles überragende Darstellung von Timothy Spall im Mittelpunkt, der Turner als menschenscheuen und zurückgezogenen Eigenbrötler zeichnet, der sich zwar nur in diversen Grunzlauten mitteilt, aber immer ein waches Auge für seine Umwelt hatte. Nicht, dass dieser widersprüchliche Mann entschlüsselt wäre, aber gerade weil Leigh und Spall keine einfachen Antworten bereit halten, ist der Film so effektiv. Sie behaupten nicht, ihn zu verstehen. Und das ist gut so.

    Die sorgfältige, getragene Erzählung ist es, die “Mr. Turner” ausmacht, nicht seine zweifellos vorhandene historische Genauigkeit. In genau austarierten, oftmals nur mit Kerzenlicht ausgeleuchteten Tableaus, die an die Gemälde Turners erinnern, breitet Mike Leigh die Geschichte aus, die das Leben eines Visionärs fokussiert, aber auch eine Liebeserklärung ans Licht ist, seine unendlichen Möglichkeiten und mannigfaltigen Erscheinungsformen. “Die Sonne ist Gott”, sollen die letzten Worte des Mannes gewesen sein, der sich einmal in einem Schneesturm an den Mast eines Schiffs binden ließ, um die Konsistenz von Schneeflocken zu erforschen. Genauso wie der Künstler ist der Film ein halsstarriger, unnachgiebiger geworden, der durchgehend fasziniert, aber auf emotionale Einbindung weitgehend verzichtet. ts.
  • Mike Leighs neuer Film ist einer, der es einem schwer macht: Langsam, ziemlich grimmig, nicht leicht zu lieben. Sicherlich, der Film ist faszinierend, toll gespielt und seine Bilder hervorragend der Kunst des Originals nachempfunden! Mr. Turner, obwohl es Mike Leigh erstes Biopic ist, kommt seinem emotional reservierten Stil entgegen. Und ist dieser introvertierte Maler kein typischer Mike Leigh Charakter? Timothy Spall spielt William Turner, den Vorläufer des Impressionismus. 1825 setzt die Geschichte ein als sein Malstil immer weniger gegenständlich wird. Mr. Turner schlägt dadurch auch immer mehr Unverständnis entgegen. Nach einer Reise in die Niederlande kehrt er zurück in sein Londoner Haus, dort wo er mit seinem Vater lebt. Der Vater war Barbier, Mr. Turner kommt aus einfachen Verhältnissen. Das Kunstgewerbe wird von den Beiden wie eine kleine Manufaktur betrieben. Der alte Turner organisiert den Haushalt, der junge Turner fertigt. Sein Vater ist der Einzige, den Mr. Turner je geliebt hat. Mike Leigh erklärt all das aber nicht. Leigh folgt einem Leben, das ohne Höhepunkte gezeigt wird. Turner ist ein Exzentriker, aber kein gutmütiger. Er versorgt seine Ex-Frau samt Töchtern nur schlecht und nutzt seine Haushälterin sexuell aus (ansonsten bleibt er ihr gegenüber unfreundlich). Später wird er die Witwe Booth kennen lernen und mir ihr am Stadtrand ein Doppelleben beginnen. Keine Überraschung für die Fan-Gemeinde von Mike Leigh, dass Mr. Turner wundervolle schauspielerische Leistungen bietet! Irgend etwas tief Trauriges lebt in der Figur des Mr. Turner, obwohl er oft so grob auftritt. Das blieb bei mir hängen. Die für uns faszinierendsten Biopics über Kunst findet ihr auf der Internetseite unserer Videothek cinegeek.de
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