Lost in Translation (2003)

Lost in Translation Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Lost in Translation: Zwei einsame Seelen treffen sich in Sofia Coppolas zweitem Film an einer Hotelbar in Tokio und entdecken eine außergewöhnliche Freundschaft.

In der Tragikomödie „Lost in Translation“ treffen zwei so einsame wie unterschiedliche Menschen aufeinander und verleben einige magische Tage in Japans Metropole Tokyo. Der alternde Schauspieler Bob Harris (Bill Murray) hat seine besten Tage schon hinter sich und soll in Japan einen Werbespot für Whiskey drehen, worauf der leicht grantige Herr sichtlich wenig Lust hat. Er schlurft durch sein Hotel und wartet auf den Beginn der für ihn lästigen Dreharbeiten. Da begegnet er der jungen Amerikanerin Charlotte (Scarlett Johansson), die ebenfalls wenig mit ihrer freien Zeit anzufangen weiß. Charlotte begleitet eigentlich ihren Ehemann John (Giovanni Ribisi), der als Fotograf beruflich in Tokyo unterwegs ist und dementsprechend kaum Zeit für seine Frau hat.

Charlotte und Bob tun sich als eine Art Schicksalsgemeinschaft zusammen und durchstreifen gemeinsam die für die Amerikaner rätselhafte und diffuse japanische Welt Tokyos. Zwischen den beiden beginnt so etwas wie eine wunderbare Freundschaft, die sich immer ganz zart am Rand einer Affäre bewegt, doch letztlich sind die beiden einsamen Wölfe nicht auf der Suche nach einem unbedeutenden Abenteuer, sondern einer tiefer gehenden freundschaftlichen Verbindung. Charlotte und Bob erzählen sich von ihren unterschiedlichen Leben und ihren Wünschen und Träumen, während sie durch die Straßen Tokyos schlendern und über Gott und die Welt philosophieren.

Nach „The Virgin Suicides“ inszenierte Sofia Coppola, Tochter des legendären Francis Ford Coppola, mit „Lost in Translation“ ihren zweiten abendfüllenden Spielfilm und erntete großes Lob bei Kritikern und Publikum. „Lost in Translation“ gewann den Oscar für das beste Originaldrehbuch und Hauptdarsteller Bill Muray wurde für seine Leistung mit einem Golden Globe als bester männlicher Hauptdarsteller in deiner Komödie ausgezeichnet.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Sofia Coppola mag Venedig – und Venedig mag sie. 1998 besuchte sie mit ihrem Kurzfilm “Lick the Star”, 1999 mit ihrem Spielfilmdebüt “The Virgin Suicides” das Festival auf dem Lido der Lagunenstadt. Dieses Jahr hatte die Tochter von Francis Ford Coppola “Lost in Translation” im Gepäck, der in der (zweiten) Wettbewerbsreihe Controcorrente zur Aufführung kam und von Publikum wie Kritik mit viel Beifall und Szenenapplaus bedacht wurde. Formal makellos gestaltet und mit Bill Murray sowie Scarlett Johansson ideal besetzt, scheint diese somnambule, streckenweise urkomische Beziehungsstudie fürs Arthousepublikum maßgeschneidert.

    Grundidee, so Coppola, die auch das durchdachte, präzise getimte Drehbuch geschrieben hat, waren ihre Erfahrungen mit den Auswirkungen des Jet-Lag: “Diese Momente, in denen man plötzlich mitten in der Nacht hellwach in einem Hotelbett liegt und darüber nachzudenken beginnt, ob man sein Leben richtig lebt.” Genau mit dieser Frage sieht sich ihr liebenswerter (Anti-)Held Bob Harris (Murray) konfrontiert, ein abgehalfterter US-Star, der von Los Angeles nach Japan reist, um in einen überaus gut bezahlten Whisky-Spot mitzuwirken. Gerädert und übernächtigt checkt er ins Tokioter Park Hyatt ein, wo er zunächst nur eins will – richtig ausschlafen. Doch seine innere Uhr tickt anders, der Schauspieler wälzt sich unruhig auf dem Laken herum, zappt sich durch unverständliche TV-Programme – darunter die lächerlich anmutende Synchronfassung einer seiner alten Leinwandhits – und telefoniert mit seiner Frau, die ihm eine Entscheidung für eine neue Teppichbodenfarbe abzuringen versucht. Entnervt zieht sich Bob wieder an und geht in die Hotelbar, wo er Charlotte (Johansson) trifft. Die junge Amerikanerin, frisch verheiratet mit einem erfolgreichen, eitlen Fotografen (überzeugende Nervensäge: Giovanni Ribisi) steht auch vollkommen neben sich. Todmüde, vom rastlosen Mann allein gelassen, den fremden Eindrücken hilflos ausgesetzt, kommt sie mit ihrem Leidensgenossen ins Gespräch.

    Was auf den ersten Blick wie eine gegen den Strich gebürstete Liebesgeschichte aussieht – O-Ton Johansson: “Lassen sie sich nicht täuschen, sie haben es hier nicht mit “Die Brücken am Fluss” zu tun” -, ist in Wirklichkeit die Studie eines in die Jahre gekommen Mannes, der plötzlich erkennt, dass sein Leben aus dem Ruder gelaufen ist. Er hat zwar Geld, Kinder, ist berühmt, doch das Glück, die Zufriedenheit fehlen. Im Neongleißenden Lichtermeer der sich ewig in Bewegung befindenden japanischen Metropole, in Glückspiel- und Automatenhallen, in Karaoke-Bars und Sushi-Restaurants mit unverständlichen Speisekarten erkennt er, dass er zum Fremden im eigenen Leib geworden ist, während in seiner Begleiterin allmählich der Zweifel keimt, ob sie den Richtigen geheiratet hat. Das erzählt die Filmemacherin mit leichter Hand, nutzt geschickt ihren exotisch anmutenden, von Lance Acord in kalten Farben fotografierten Schauplatz und räumt dem legendären Ex-SNL-Zugpferd Murray (“Und täglich grüßt das Murmeltier”) viel Platz ein, sein ernstes wie komisches Talent unter Beweis zu stellen. Mal ist er zum Schreien witzig, etwa wenn er Roger Moore alias James Bond imitiert oder gewisse Schwierigkeiten damit hat, den scheinbar endlosen Regieanweisungen seines japanischen Clipregisseurs zu folgen, mal nur zu tiefst bemitleidenswert, wenn er beispielsweise krampfhaft versucht, mit asiatischen Höflichkeitsriten zu Rande zu kommen.

    “Lost in Translation” – der Titel ist durchaus wörtlich zu verstehen – ist eine schauspielerische tour de force, bei der Johansson Murray in nichts nachsteht, eine bitter-süße Romanze und ein kluger Beitrag zum Thema menschlicher Entfremdung. Sofia Coppola, als Schauspielerin in “Der Pate III” böse verlacht, hat sich als Regisseurin (erneut) bewiesen und mit dieser innovativen, stilsicheren Low-Budget-Arbeit endgültig einen Nischenplatz in Hollywood gesichert. geh.

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