Halbe Brüder (2015)

Halbe Brüder Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (22)
  1. Ø 3
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 4

Filmhandlung und Hintergrund

Halbe Brüder: Buddy-, Road-Movie und Komödie um drei Brüder auf der turbulenten Jagd nach ihrem Erbe.

Ein Familienvater mit einem fatalen Hang zum Trickbetrug, ein türkischer Schnösel, der unter seinem erfolgreichen Adoptivvater leidet, und ein redseliger Afrikaner, der als Rapper reüssieren will. Auf den ersten Blick haben die drei nichts gemeinsam. Doch dann stellt sich heraus, dass sie Brüder sind und ihre verstorbene Mutter ihnen ein erkleckliches Erbe vermacht hat. Doch um an die Kohle heranzukommen, muss das ungleiche Trio kooperieren. Bei einem Roadtrip, das die drei quer durch Deutschland führt, kommt es zur Nagelprobe.

Drei Halbbrüder, die bis vor kurzem noch nichts voneinander wussten, gehen auf turbulente Jagd nach ihrem Erbe. Respektlose Komödie im Gewand eines Roadmovies, in dem sich drei ungleiche Typen zusammenraufen müssen.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(22)
5
 
11 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
1 Stimme
1
 
10 Stimmen
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
1 Stimme
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Es ist das Jahr der schauspielernden Rapper: Nachdem Eko Fresh Anfang 2015 sein Debüt in „3 Männer & 1 Baby“ gab, begibt sich nun auch Paul Würdig aka Sido ein weiteres Mal auf die große Leinwand. Nachdem er in der Musikkomödie „Blutzbrüdaz“ so etwas wie sich selbst spielte, schlüpft er in „Halbe Brüder“ nun in eine in Gänze fiktive Figur und macht seine Sache, genau wie sein Kollege Eko, verdammt gut. Von Fahri Yardim („Irre sind männlich“) ist es das deutsche Publikum ohnehin gewohnt, ordentliches Schauspiel geboten zu bekommen; es bleibt also nur noch Tedros „Teddy“ Teclebrhan, der einst bei Youtube begonnen hatte, schließlich eine Show bei ZDFneo bekam und es sich nun ebenfalls in den Lichtspielhäusern gemütlich macht. So sind die drei Mimen nicht nur auf einem vollkommen unterschiedlichen Karrierestand, was die Vita als Schauspieler angeht, sie verkörpern obendrein auch ganz verschiedene Typen, was zu weiten Teilen den Reiz von Christian Alvarts Regiearbeit „Halbe Brüder“ ausmacht. Mit seiner Mischung aus Buddy-Komödie, Roadmovie und Kriminalgeschichte ist der Streifen eine echte Alternative zu diversen 08/15-Comedies aus deutschen Landen.

    Genre-Veteran Christian Alvart („Pandorum“, „Fall 39“) begann seine Karriere im Horrorgenre und bewies im vergangenen Jahr sein Händchen außerhalb des düsteren Kinos. Nun wagte er sich erstmals an eine Komödie und könnte dank seines guten Namens jede Menge Schauspielhochkaräter für sein Projekt begeistern. Neben den drei Hauptakteuren gibt es ein Wiedersehen mit Julia Dietze („Zimmer 205“), Detlev Buck („Bibi & Tina“), Charly Hübner („Banklady“) sowie Samuel Finzi („Kokowääh“), um nur einige zu nennen. Der Trip der drei Hauptfiguren erinnert an eine Ansammlung von Sketchen, bei denen ebenjene Schauspieler wahlweise zu kurzen Hauptakteuren werden. Doch auch die eigentliche Geschichte hat ein angenehmes Tempo. Zusammengehalten von dem roten Faden rund um das gesuchte Erbe treibt die kumpelhafte Dynamik der halben Brüder den Streifen voran und hilft auch über mehrmaligen Leerlauf hinweg, von dem „Halbe Brüder“ gerade in der ersten halbe Stunde viel zu bieten hat.

    Doch nach und nach finden sich gerade Sido, Teddy und Fahri Yardim immer besser in ihren Rollen zurecht und auch technisch macht „Halbe Brüder“ genau die Figur, die man von den Filmen des international bekannten Alvart gewohnt ist. Der Streifen hat Leinwandausmaße und genau die nutzt der Regisseur für diverse obskure Szenarien. Bei all den spleenigen Nebenfiguren weiß man schließlich gar nicht mehr, was oder wen man genau als Highlight bezeichnen soll. Doch eines ist sicher: Von den untereinander unglaublich gut harmonierenden Hauptdarstellern möchte man in diesen Rollen liebend gern mehr sehen. Da ist es dann schlussendlich auch kaum relevant, dass die Auflösung der Geschichte recht genrekonform daherkommt und die Kreativität abgesehen von den kauzigen Nebenfiguren schon mal zu wünschen übrig lässt.

    Fazit: Das hervorragend harmonierende Hauptdarstellerduo, eine internationale Optik sowie die hochkarätige Nebenfigurbesetzung entschädigt für ein teils formelhaftes Drehbuch hinweg - und lädt zu dem Wunsch nach „Halbe Brüder 2“ ein. Eine echte Überraschung!
  • In seiner schrägen Krimikomödie schickt Christian Alvart Rapper Sido, Komiker Tedros Teclebrhan und “Honig im Kopf“-Ko-Star Fahri Yardim auf abenteuerliche Deutschland-Reise.

    Als hätte man den Plot von “Knockin’ On Heaven’s Door” mit dem schwarzen Humor eines Films von Peter Thorwarth gekreuzt, so ähnlich kommt der erste Komödienversuch von Christian Alvart daher. Nach düsteren Stoffen wie “Antikörper” oder “Pandorum” zielt der Regisseur nun auf die Lachmuskeln des Publikums. Seine schräge Krimikomödie ist zugleich auch turbulentes Road und Buddy Movie, geht es doch um drei Typen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und die sich vermutlich auch niemals begegnen würden. Als jedoch ein Familienvater mit fatalem Hang zu Trickbetrug, ein türkischer Schnösel mit Minderwertigkeitskomplex und ein redseliger Afrikaner mit Rap-Ambitionen erfahren, dass sie (halbe) Brüder sind und ihre verstorbene Mutter ihnen ein erkleckliches Erbe vermacht hat, müssen sie notgedrungen an einem Strang ziehen, wollen sie auch an die Kohle rankommen.

    Die anstehende Reise durch Deutschland, bei der die drei jeweils ihre Väter aufsuchen, lebt von den drei Charakterköpfen, die sie durchführen – in Gestalt des Rappers Sido, des Komikers Tedros Teclebrhan und von “Honig im Kopf”-und Schweiger-”Tatort”-Ko-Star Fahri Yardim. Sie geben alles, um in puncto Dialogwitz und Situationskomik zu punkten. Allerdings lässt das an Pointen arme, mit Kalauern reichlich gesäte Drehbuch nicht immer das bestmögliche Ergebnis zu und opfert oftmals einen guten Gag zu Gunsten von Geschwätzigkeit. Richtig Spaß machen allerdings ein paar kuriose Gastauftritte wie jener von Roberto Blanco, der, sich selbst persiflierend, seinen größten Hit “Ein bisschen Spaß muss sein” zum Besten gibt und sich einer schmerzhaften Brusthaar-Entfernung (Judd Apatows “Jungfrau, 40, männlich, sucht” lässt grüßen) unterziehen muss. Originell sind außerdem einige Locations wie etwa die Gangster-Zentrale im U-Bahn-Untergrund oder ein leinwandtauglicher Steinbruch, in dem es zu einem Spaghetti-Western-artigen Showdown kommt. Mit Hilfe von Zeitraffer, Slow-Motion-Tricks und rasanter Schnitttechnik bringt Alvart zudem ein bisschen Tempo in seine Geschichte und macht so die eine oder andere dramaturgische Schwäche vergessen. Im Gedächtnis bleiben ein fieser Geldeintreiber im rosa Karnickel-Kostüm, ein Schlammcatch-Fight in einem Schwulen-Club und Nordlicht Detlev Buck als stoischer Leuchtturm-Indianer “Kiffing Bull”. lasso.

Darsteller und Crew

Kommentare