Francofonia (2015)

Francofonia Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Francofonia: Filmessay über den Louvre, der die Beziehung zwischen Krieg und Kunst und Frankreich und Deutschland auslotet.

Der Louvre in Paris wird für viele als das Sinnbild für eine Kunstsammlung anerkannt, die bereits die Irren und Wirren der Zeit überstanden hat. Heute gilt es als eines der größten Museen der Welt mit einem stätigen Zuschauerandrang. Doch im Laufe der Geschichte war es nicht immer vor Zerstörungen durch Kriege oder Revolutionen im eigenen Land gefeit. In „Francofonia“ blickt der russische Regisseur Alexander Sokurov („Vater und Sohn“) auf den Zweiten Weltkrieg zurück. Der damalige Direktor des Museums Jacques Jaujard (Louis-Do de Lencquesaing) kämpft für die Bewahrung der Kunststücke rund um das Herzstück “Mona Lisa”, dem berühmtesten Porträt der Welt, das er vor der deutschen Besatzungsmacht schützen wollte. Die besondere Gefahr entsteht mit der deutschen Wehrmacht durch die sogenannte „Raubkunst“, in der von ranghohen Offizieren Jagd auf wertvolle Kunstschätze gemacht wurde. Doch ein Lichtblick innerhalb des NS-Staats war die „Kunstschutz“-Abteilung. Leiter der Abteilung war der Kunsthistoriker Franz Graf Wolff-Metternich (Benjamin Utzerath). Das erklärte Ziel: Bauwerke und Kunstwerke in besetzten Gebieten zu katalogisieren um diese vor der deutschen Invasion zu schützen. Doch diese Abteilung wurde innerhalb der deutschen Wehrmacht mit Kritik und Spott bedacht, sodass die historischen Kunstwerke dennoch in Gefahr waren. Regisseur Sokurov erhielt für sein Filmessay die volle Unterstützung des Louvre selbst. Er durfte mit seinem Team um Kameramann Bruno Delbonnel („Inside Llewyn Davis“) in den großräumigen Ausstellungsflächen die Geschichte und nicht zuletzt die Kunst selbst neu auferstehen lassen. Der Film wird somit zur Mischung aus Dokumentation und Fiktion. Die Weltpremiere fand im Rahmen der Filmfestspiele in Venedig 2015 statt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Assoziativ verknüpftes Filmessay über die Bedeutung von Kultur und Kunst.

    Ausgangspunkt dieses außergewöhnlichen Filmessays durch die Kunstgeschichte ist der Louvre mit seinen Kulturschätzen in der Zeit der deutschen Besetzung in Paris. Die Nazis zeigen Respekt vor der Kunst, auch wenn sie planen, wichtige Werke ins Reich zu schaffen. Herzstück ist die Beziehung zwischen dem feinsinnigen Graf Metternich, der die Begehrlichkeiten seiner Landsleute unterläuft, und dem für die französischen Museen verantwortlichen Jacques Jaujard – erst Feinde, dann Kollegen, die das Schlimmste abwenden und die Regisseur Alexander Sokurow in Re-Enactments “auferstehen” lässt.

    Etwas publikumsfreundlicher als der 2011 mit dem “Goldenen Löwen” ausgezeichnete “Faust” zeichnet der Russe historische Ereignisse nach und verwebt sie mit der Aktualität, setzt auf nachgespielte Szenen oder erfundene Geschichten, wechselt von Fotos vom Totenbett Tschechows oder Tolstois zu einem Gespräch per Skype, das Sokurow mit einem Schiffskapitän führt, der Kunstkisten geladen hat, zieht die Verbindung zwischen der Rettung des Louvre und der leidvollen Situation der Petersburger Eremitage, der er mit “Russian Ark” ein Denkmal setzte. Museen sind mehr als nur ein Ort, Kunst zu bewahren, gehören zur DNA der Zivilisation, in denen das Herz der Nation schlägt. Sokurow, der einen wissenschaftlichen Zugang ablehnt, sieht seinen Film als einen Pfad, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu verknüpfen, Kunst und Geschichte zu verbinden. Die deutsch-französische Koproduktion beeindruckt als schillerndes Film-Mosaik in der Mischung von Kunst, Archivmaterial und szenischen Rekonstruktionen, ist experimentell, poetisch und ambitioniert, aber auch sehr fordernd. mk.

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