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Everest (2015)

Everest Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (37)
  1. Ø 4.2
Kritikerwertung (5)
  1. Ø 3.9

Filmhandlung und Hintergrund

Everest: Drama über zwei Expeditionsteams, die im Jahr 1996 den Mount Everest erklimmen wollen.

Im Jahr 1996 begeben sich zwei Teams um die erfahrenen Bergsteiger Rob Hall (Jason Clarke) und Scott Fischer (Jake Gyllenhaal) auf eine gefährliche Mission. Die zwei Teams wollen gegeneinander den höchsten Berg der Erde – den Mount Everest – besteigen. Diesen Berg in die Knie zu zwingen gilt für viele Menschen als Traum, können sich doch nur die wenigsten zu jenen zählen, die diese ultimative Herausforderung bewältigen konnten. Doch selbst wenn sich die Bergsteiger auch noch so entschlossen zeigen, sind sie nicht auf die katastrophalen Entwicklungen gefasst, die die kommenden Stunden für sie bereithalten. Ein Sturm zieht auf, und Schneemassen drohen die Bergsteiger zu verschütten. Der Film basiert auf dem wahren Unglück, das sich im Mai 1996 zugetragen hat. Damals wurden mehr als 30 Bergsteiger von dem plötzlich aufziehenden Unwetter überrascht. Acht von ihnen starben dabei – fünf auf der Süd-, drei auf der Nordseite. Obgleich das Besteigen des Mount Everest generell als lebensgefährlich einzustufen ist und der höchste Berg der Erde immer wieder Opfer forderte, so ging doch dieses Unglück um die Welt und schließlich auch in die Geschichte ein. Denn besonders bemerkenswert an den tragischen Unfällen war, dass erfahrene und für kommerzielle Expeditionen tätige Bergsteiger involviert waren. Zur Popularität des Unglücks trugen ebenfalls die veröffentlichten Bücher der Bergsteiger bei, die das Unglück miterlebten. Besonders Jon Krakauer, Matt Dickinson und Anatoli Bukrejew gelten als wichtige Zeitzeugen zur Dokumentation der Ereignisse. „In eisige Höhen. Das Drama am Mount Everest.“ von Jon Krakauer diente Regisseur Baltasar Kormákur ebenso wie Interviews mit den Beteiligten als wichtige Grundlage für den Film.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Der Mount Everest ist mit 8848 Metern der höchste Berg der Erde. Für Menschen ist es unmöglich, in dieser Höhe zu überleben. Und dennoch wagen es jedes Jahr Unzählige, den Gipfel zu erklimmen. Im Jahr 1996, als der Everest schon längst dem Bergsteiger-Massentourismus zum Opfer gefallen ist, unternimmt auch der erfahrene Bergführer Rob Hall zusammen mit einer geführten Gruppe den Versuch, über die Südseite an den Gipfel zu gelangen. Doch ganz plötzlich schlägt das Wetter um, ein Sturm kommt auf. Und der Berg wendet sich unerbittlich gegen seine Bezwinger. Es sind atemberaubende Bilder, mit denen Regisseur Baltasar Kormákur und sein Kameramann Salvatore Totino in EVEREST den Zuschauer von Beginn an in ihren Bann ziehen. Die Höhe der Gipfel, die Tiefe und Weite des Horizonts und die stets deutliche Winzigkeit des einzelnen Menschen, der sich nur als kleiner Punkt auf den schneebedeckten Gletscherspalten und Gipfeln vorwärtsbewegt, werden vor allem durch das exzellent eingesetzte 3D perfekt auf die Leinwand gebannt. Doch bei all der Faszination der visuellen Eindrücke gerät nie die schlimme und unfassbare Katastrophe in den Hintergrund, über die der Film berichtet. Denn das Jahr 1996 geht als "tödlichstes Jahr" in die Geschichte der Everest-Besteigungen ein. 12 Menschen starben, darunter viele Mitglieder der Expeditionen unter der Leitung von Rob Hall, den Jason Clarke stoisch und doch sympathisch verkörpert. Clarke macht Hall nicht zu einem Helden, er lässt ihn stark, aber doch angreifbar wirken. Ein Mann, der weiß, was er tut, aber doch auch in gewisser Weise der blinden Faszination für seine Leidenschaft erliegt. Auch der Rest des Casts ist mehr als überzeugend. Josh Brolin als bärbeißiger Grübler, Jake Gyllenhall als abenteuerlustiger Luftikus, Emily Watson als Koordinatorin, die im Basis-Camp die Bergsteiger per Funk verbindet und mehr und mehr hilflos zusehen muss, wie die Katastrophe ihren unerbittlichen Lauf nimmt. EVEREST erzählt unaufgeregt, ohne Hast, und inszenatorisch unglaublich intensiv und eindringlich von einer wahren Geschichte. Der Film kommt ganz ohne Klischees aus, mahnt vor dem Größenwahn der Kletterer und zeigt dennoch auch die ungebrochene Faszination, die der Berg zweifelsohne ausübt. EVEREST ist ein Film, der den Zuschauer mit auf eine unvergessliche Reise nimmt. Dramaturgisch, inszenatorisch, ästhetisch und schauspielerisch wie aus einem Guss. Ein gewaltiges und überwältigendes Filmerlebnis.

    Jurybegründung:

    Der 10. und 11. Mai 1996 gingen als schwarze Tage in die Geschichte der Alpinistik ein. Vier Expeditionen gerieten auf dem höchsten Berg der Erde in einen Sturm. Von den 33 Bergsteigern zahlten acht das Abenteuer mit ihrem Leben. Da auch ein Kamerateam und mehrere Journalisten am Berg waren, ist die Katastrophe gut dokumentiert und löste eine Debatte über die Kommerzialisierung der Everest-Besteigungen aus.
    EVEREST verdichtet die Ereignisse zu einem packenden Drama, zu einem Wettlauf mit der Zeit, das filmische Maßstäbe setzt. Der Film nutzt perfekt das gesamte Spektrum der dreidimensionalen Aufnahmemöglichkeiten, um einerseits den Gefühlen der Expeditionsteilnehmer nachzuspüren. Andererseits besticht er durch atemberaubende, räumlich wirkende Panoramaaufnahmen der bizarren Eis- und Gletscherlandschaft.
    Inhaltlich definiert EVEREST das Genre des Bergfilms neu, das seit Jahrzehnten heroische Geschichten von der Bezwingung der Höhe, der Selbstüberwindung oder Selbstaufopferung des Einzelnen erzählt. Das macht den Film zu einem würdigen Eröffnungsfilm des Filmfestivals von Venedig.
    Der Film beginnt klassisch mit einer kurzen Einführung aller Protagonisten. Und in der Tat verliert Regisseur Kormakur auch keine Figur aus den Augen. Ihre Motivation, die strapaziöse Tour auf sich zu nehmen, ihr Ehrgeiz und ihre Selbstüberschätzung, ihre körperlichen Schwächen werden neben eklatanten Fehlentscheidungen zu Motoren der Handlung, die sich zunehmend auf Expeditionsleiter Rob Hallund einen der Überlebenden, den Amerikaner Beck Weathers, konzentriert.
    Hall wird Opfer der eigenen Hybris, die Besteigung des Everest zu kommerzialisieren. Wie die anderen Expeditionsteilnehmer stirbt er einsam und lautlos, der Tod kommt eher beiläufig. Obwohl die Männer in dicke Winterkleidung gehüllt sind, kommt der Zuschauer ihrem stillen Leiden sehr nahe, mit kleinen Gesten machten die brillanten Schauspieler die Gefühle transparent. Ihre Emotionen werden von drei starken Frauenfiguren gespiegelt und verstärkt, allen voran Emily Watsons als energische Assistentin von Hall und warmherzige "Mutter" der Expedition.
    De Kampf ums Überleben mit den Gewalten der Natur gleitet nie in Kitsch oder Pathos ab, weil der Film die Mühsal und die Strapazen der Besteigung des Everest in den Focus stellt. Der Blick auf den Berg bleibt meist auf den schmalen Ausschnitt beschränkt, der vor dem menschlichen Auge liegt. Selbst als die ersten Expeditionsteilnehmer das Ziel erreicht haben, verkneift sich der Regisseur einen Schwenk über die sicherlich grandiose Bergkulisse.
    Der Schauwert des Films ist trotzdem hoch. In den Draufsichten auf das Meer der mit Schnee und Eis bedeckten Riesen wirkt der Mensch klein und verloren. Durch dieses visuelle Konzept kommentiert der Film nicht nur den Wahnsinn, die Besteigung des Everest zu einem Tourismus-Highlight gut betuchter Menschen aus der westlichen Welt zu machen, die die Enthusiasten in den Hintergrund drängen. Er wird auch zu einer Allegorie auf die Vermessenheit des Menschen, die Natur bezwingen und kontrollieren zu wollen.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • "Never let go" steht auf dem Plakat von Everest, der auf einer wahren Besteigung aus dem Jahr 1996 beruht. Der Film handelt davon, wie ein Sport für wenige Spezialisten zu einem Tourist Event mutierte. Das Gebirge erscheint auf einmal wie ein Abenteuerpark und wird von einem Gewimmel an Menschen bestiegen. Statt Einsamkeit hetzen hier die Massen auf den Gipfel. Die (Geschäfts)idee hinter Rob Halls Adventure Consultants ist eine demokratische. Hall, der Consultant für die Natur ist nicht unsympathisch, mehr idealist als Geschäftsmann. Sein Konkurent Scott Fisher von Mountain Madness wirkt wie ein wahnsinniger Späthippie. Fisher schluckt jede Menge Aufputsch- und Schmerzmittel und kennt keine Ehrfurcht mehr vor der Natur. Die Amateure, die von den beiden Kontrahenten auf den Berg geführt werden, müssen schnell feststellen, dass der Everest eine Business Welt darstellt. Der Gipfel, der ziemlich verdreckt ist, bildet schliesslich den Hintergrund für eine irrwitzige Tragödie... Leider krankt der Film des Isländers Baltasar Kormakur an einer ziemlich sinnlosen Geschichte. Sie wird eingebettet in tolle Bilder und oft entwickelt sich an den richtigen Stellen auch Spannung. Ich denke, Kormakur hat den Film aber nicht gemacht, um einfach nur Spannung zu erzeugen. Seine Intention darüber hinaus kann nur vermutet werden. Everest vermittelt sie einfach nicht. Never let go? Das kanns auch nicht gewesen sein. mehr auf cinegeek.de
  • 1996 wollen zwei Expeditionsteams den Mount Everest erklimmen. Doch ihr Vorhaben steht unter keinem guten Stern.
  • Zwischenzeitlich möchte man es den Bergsteigern gleichtun und einen tiefen Zug aus der Sauerstoffflasche nehmen, so nervenaufreibend ist die Expedition. Dass der Katastrophenfilm es schafft, den Zuschauer auf solche Weise zu fesseln, obwohl dieser den Ausgang des Abenteuers bereits kennt, kann dem Film kaum hoch genug angerechnet werden. Everest ist definitiv eine Sichtung wert und sollte aufgrund seiner visuellen Wucht gerade auf der großen Leinwand mitgenommen werden.
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