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Die Töchter des chinesischen Gärtners (2006)

Originaltitel: Les filles du botaniste
Die Töchter des chinesischen Gärtners Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Töchter des chinesischen Gärtners: Poetisches Drama vom "Balzac und die kleine Schneiderin"-Regisseur.

Die junge Waise Min Li (Mylène Jampanoi) möchte bei dem berühmten Botanik-Professor Chen (Ling Dong Fu) ein Praktikum absolvieren. Der lebt zurückgezogen auf einer Insel inmitten einer prachtvollen Pflanzenwelt und führt ein strenges Regiment über seine Tochter An (Li Xiaoran), die unter Vereinsamung leidet. Entsprechend erfreut ist sie über Lis Gesellschaft und aus anfänglicher Sympathie wächst erotische Anziehung, aus der Liebe wird – eine streng verbotene Beziehung. Um bei An bleiben zu können, heiratet Li ihren Bruder Dan (Wang Weidong).

In berauschend schöne Bilder getauchte Geschichte um eine verbotene gleichgeschlechtliche Romanze im China der 1980er-Jahre. Sensibel greift Dai Sijie nach seinem Erfolg “Balzac und die kleine chinesische Schneiderin” abermals ein Tabuthema seiner Heimat auf.

Die junge Waise Min will bei einem berühmten Botaniker studieren. Der lebt äußerst zurückgezogen auf einer kleinen Insel mit seiner Tochter An zusammen. An ist mehr als begeistert endlich Gesellschaft zu bekommen. Aus Freundschaft wird Liebe, die in der chinesischen Gesellschaft nicht geduldet wird. Die beiden müssen sich etwas einfallen lassen um zusammenbleiben zu dürfen.

Die Waise Min will bei einem berühmten Botaniker studieren. Der lebt zurückgezogen auf einer Insel mit seiner Tochter An, die begeistert ist, endlich Gesellschaft zu bekommen. Aus der Freundschaft der Mädchen wächst eine Liebe, die in der chinesischen Gesellschaft nicht geduldet wird. Der Besuch vom Sohn des Hauses bringt die beiden auf eine Idee: Nach einer Hochzeit mit dem in Tibet stationierten Soldaten dürfte Min auf der Insel bleiben. Die Situation spitzt sich zu, als die Mädchen weiterhin ihre zärtlichen Gefühle ausleben.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der chinesische Filmemacher und Schriftsteller Dai Sijie, der in Frankreich lebt, wurde mit dem Roman „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“ berühmt. Ähnlich wie in diesem Buch, das Dai Sijie auch verfilmte, erzählt er auch in seinem Film „Die Töchter des chinesischen Gärtners“ mit kritischem Realismus von den Spannungen und Widersprüchen des Alltags in China. Diesmal widmet er sich dem Tabuthema der lesbischen Liebe. Der romantische Film spielt in den achtziger Jahren, als Homosexualität in China noch mit dem Tod bestraft werden konnte. Auch jetzt noch wird das Thema geächtet: Dai Sijie erhielt keine Drehgenehmigung in China und musste nach Vietnam ausweichen.

    Die achtziger Jahre waren in China eine spannungsreiche Zeit: Die Aufbruchstimmung besonders der studentischen Jugend traf vielerorts auf rigide Moralvorstellungen. Li Ming bereichert die der Zeit entrückte Insel mit zwei Boten der Moderne: einem roten Radiorecorder und einem Vogel, der frech „Lang lebe Mao Tse-tung!“ schreit. An ist isoliert aufgewachsen, mit einem Vater, den sie bedient, und einem Bruder, der jetzt Soldat in Tibet ist. Beide Männer sind es gewöhnt, über Frauen zu bestimmen.

    Die dampfige Atmosphäre in dem alten Botanischen Garten, die exotischen Vogelstimmen, die geheimnisvollen halbdunklen Räume schaffen das wildromantische Ambiente für die verbotene erotische Annäherung der beiden jungen Frauen. Die fantastischen Landschaftsaufnahmen mit Bergen und Seen ähneln chinesischen Aquarellen. Die Kamera liebt verschwommene Hintergründe, von denen sich die Gesichter von Li Ming und An besonders gut abheben. Manchmal zerfließen die Farben der Umgebung zu einem undefinierbaren Braun oder Grün, in dem nur eine helle, bunte Lampe einen Orientierungspunkt setzt.

    Chen mag Li Ming nicht, die er misstrauisch beäugt und die auch mal eine Heil- mit einer Giftpflanze verwechselt. Dai Sijie erinnert mit dieser Metapher an alte chinesische Klischees, die unkontrollierte Weiblichkeit mit dämonischer Gefahr gleichsetzen. Der Professor befürchtet, dass Li Ming keinen guten Einfluß auf An ausübt, die plötzlich vergisst, ihm Tee zu bringen. Als Braut für seinen Sohn jedoch hält Chen die Praktikantin für geeignet.

    Chen und sein Sohn schneiden in ihrem Verhalten den Frauen gegenüber nicht gut ab. Und auch die Blicke anderer Männer, als sich Li Ming und An zum Beispiel in einem Teehaus die Hände drücken, verheißen nichts Gutes. An gerät zudem in einen Konflikt zwischen ihrer Rolle als liebende Tochter, und ihrem Wunsch, ihr eigenes Leben zu leben. Die lustfeindliche Gesellschaft zieht die Schlinge um die beiden Dissidentinnen zu. Trotz aller romantischen Bilder und der feinen Beobachtung kultureller Spannungen schafft es Dai Sijie nicht, die sinnliche Dynamik von der Leine zu lassen. So bleibt die lesbische Liebe mehr gemalt, als gelebt.

    Fazit: Das Tabu einer lesbischen Liebe im China der achtziger Jahre: Drama von Dai Sijie in der bewährten Mischung von romantischen Bildern und Gesellschaftskritik.
  • Berührende und dramatische Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen im kommunistischen China, die mit ihren Gefühlen gegen ein sexuelles Tabu verstoßen.

    Es ist nicht das erste Mal, dass der in Frankreich lebende Sijie Dai nicht in seinem Heimatland drehen darf und mit Zensur kämpft. Schon “Chine ma douleur” musste statt im Reich der Mitte in den Pyrenäen gedreht werden, sein jetziger Film in Vietnam. Die vorgesehene Hauptdarstellerin aus seinem Welterfolg “Balzac und die kleine chinesische Schneiderin” sagte (wohl auf Druck) ab. Dem verführerischen Zauber dieses herzergreifenden Liebesfilms schadet das jedoch nicht, die Französin Mylène Jampanoi mit chinesischen Wurzeln verblüfft als junge Frau zwischen Tradition und Moderne. Aufhänger für die Tragödie war eine Zeitungsnotiz über zwei Frauen, die wegen lesbischer Liebe zum Tode verurteilt und des Mordes am Vater der einen verdächtigt wurden. Es geht im Film nicht um eine Rekonstruktion des Falles und nicht primär um weibliche Homosexualität, sondern um eine große Liebesgeschichte. Die 20-jährige Studentin Min landet auf einer von exotischen Pflanzen bedeckten und verwunschenen Insel, um bei einem berühmten Professor ein Praktikum zu absolvieren, und kann sich der Faszination der geheimnisvollen Atmosphäre nicht entziehen, auch wenn der despotische Wissenschaftler sie erst einmal mit Nichtachtung straft und seine Tochter herumkommandiert, die ihm jeden Wunsch von den Augen abliest. In der Isolation freunden sich die beiden Mädchen an, und fast zufällig kommt es zum flüchtigen Kuss, zur ersten scheuen Berührung, zur zögerlichen Umarmung. Im Strom der unbekannten Leidenschaft denken sie nicht an die Konsequenzen, die im prüden China 1980 drohen. Der Besuch vom Sohn des Hauses bringt sie auf eine Idee: Nach einer Hochzeit mit dem in Tibet stationierten Soldaten dürfte Min auf der Insel bleiben. Die Situation spitzt sich zu, als die Mädchen weiterhin ihre zärtlichen Gefühle ausleben – mit desaströsen Folgen, denn der Vater entdeckt sie beim Liebesspiel.

    Vielschichtig und ohne jeglichen Voyeurismus packt Dai Sijie das heiße Eisen an. Die Inszenierung von verbotener Liebe im Paradies und Momente größter Intimität zeichnet sich durch vorsichtige Zurückhaltung aus. Knisternd-heißer Erotik, verlegene Scham und zarte Poesie sind kein Widerspruch. Traumhafte Impressionen einer fast märchenhaften Landschaft, ein Bilderrausch voller romantischer Gefühle, schon allein dafür lohnt sich der Kinobesuch. mk.

Darsteller und Crew

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