Der seltsame Fall des Benjamin Button (2008)

Originaltitel: The Curious Case of Benjamin Button
Der seltsame Fall des Benjamin Button Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (4)
  1. Ø 4

Filmhandlung und Hintergrund

Der seltsame Fall des Benjamin Button: Die Geschichte eines wahrlich seltsamen Lebens - mit ungemein tragischen wie witzigen Begegungen - in fantasievollen Details und von einer hervorragenden Besetzung gespielt.

New Orleans im Jahr 1918: Benjamin Button (Brad Pitt) schockiert schon bei der Geburt seinen Vater – er hat den Körper eines 80-Jährigen! Prompt legt ihn der Papa vor die Tür eines Altenheims. Das seltsame Kind wächst herun und als Benjamin die 30-jährige Daisy (Cate Blanchett) trifft, verliebt er sich in sie und beginnt eine Beziehung. Die wird jedoch von der Sorge überschattet, dass sie sich auseinander entwickeln: Während Daisy altert, wird Benjamin immer jugendlicher.

Eine märchenhafte Zeitreise hat der für ungewöhnliche Filme bekannte David Fincher (“Fight Club”) mit großem Staraufgebot verfilmt und rafft ein ganzes Jahrhundert Geschichte. Die namhafte Vorlage dazu lieferte eine Kurzgeschichte von Weltliterat F. Scott Fitzgerald.

New Orleans, 1918. Das Aussehen seines eben geborenen Sohnes Benjamin stößt Vater Button derart ab, dass er das schwächliche Baby mit der Physis eines über 80-Jährigen vor einem Pflegeheim ablegt, wo es von der dort arbeitenden Queenie liebevoll aufgenommen wird. Benjamin wächst fast normal unter den Alten heran – außer dass er eben jünger wird statt zu altern. Früh ist er fasziniert von der hinreißenden Daisy. Doch bis sie zusammenfinden, müssen noch mehr als 30 Jahrzehnte vergehen, in denen Benjamin den Krieg und die Liebe, Enttäuschungen und Triumphe erfährt.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (4)

Kritiken und Bewertungen

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    Es sind die großen, zeitlosen Themen wie Liebe, Tod, Freundschaft und Verlust von denen diese bewegende Geschichte des immer jünger werdenden Benjamin Button mit philosophischen Untertönen ergreifend erzählt. Regisseur David Fincher gelingt es meisterhaft mit der Umsetzung einer Fantasy-Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald den immerwährenden Kreislauf des Lebens und die Vielfältigkeit des Seins mit unterschiedlichsten Schicksalen und einer Fülle eigenartiger Anekdoten spannend zu bebildern. Ein perfekt inszenierter Film, der mit märchenhaftem Ton und einer verblüffend echt wirkenden Maske die perfekte Illusion vom Altern und Verjüngen suggeriert. Virtuos werden Genres gemischt, treffsicher das Lebensgefühl und der Gestus der jeweiligen Epochen beschrieben. Ein Film, der intensivst berührt.

    Jurybegründung:

    Ungewöhnlich schon die Entstehungsgeschichte. Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte, die Francis Scott Fitzgerald in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts schrieb, selbst wieder inspiriert von einem Mark Twain Zitat: Das Leben würde unendlich viel glücklicher verlaufen, wenn wir mit 80 geboren uns langsam auf die 18 zu bewegen würden.

    Benjamin Button kommt als Greis, als Monsterkind, auf die Welt und wird immer jünger. Eine absurde biologisch-genetische Konstruktion, die eine anspruchsvolle geistige Reflexion auf Lebenslinien und -umbrüche erlaubt, ein Nachdenken über Leben und Tod, wie über das Anderssein als Schicksal.

    Viele Jahrzehnte existierte in Hollywood schon der Wunschtraum einer filmischen Adaption. Immer wieder nicht zu Ende geträumt. Dann interessierte sich der Forrest Gump-Autor Eric Roth für den Stoff. Ein Glücksfall - wie sich jetzt ganz deutlich zeigt.

    Roths Drehbuch versteht sich als eine Jedermann-Meditation. Benjamin Buttons Reise in sein Ich wird zum Dialog mit Zeitverschiebungen und Zeitsichten, mit Erinnerungen und dem Wandel von Werten und Werteverständnis. Als Hintergrund dient ein Zeitenpanorama über viele Jahrzehnte, mit einem Puzzle pittoresker Anekdoten und Figuren. Ein roter Faden als Bindestoff: das Liebesmelodram zwischen Benjamin und Daisy. Ein Melodram der seltsamsten Art: Zwei sich zunächst annähernde und dann wieder auseinanderdriftende Lebenslinien - eindrucksvoll gespielt von Cate Blanchett und Brad Pitt.

    Benjamin Button ist ein Film, der als Vordergrundgeschichte funktioniert, aber auch als cineastische Fundgrube. Die verschiedenen Lebensstufen der Protagonisten dienen auch zum Heraufbeschwören filmischer Stilepochen. Reizvoll z.B. das Spiel mit den Kino-Ikonen des 20. Jahrhunderts. David Fincher: Das Vorbild für die 40er Jahre war Gary Cooper. Brando für die 50er, Steve McQueen für die 1960er.

    Aber auch Malstile und -richtungen der verschiedenen Jahrzehnte werden virtuos in Architektur, Dekor und Bildkomposition zitiert.

    Der seltsame Fall des Benjamin Button ist auch selbst ein seltsames, weil selten gesehenes und erfahrenes Erleben eines Films, der große Kinoemotionen mit cineastischer Feinfühligkeit vereint. Chapeau!

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Wundervoll gefilmte Ode an das Leben, die für den Preis einer Kinokarte drei Stunden lang ein Lächeln auf die Gesichter ihrer Zuschauer zaubert.
  • Ein wunderschönes Märchen für Erwachsene erzählt mit Liebe fürs Detail ausgerechnet der für seine düsteren Thriller bekannte David Fincher. Die von F. Scott Fitzgerald inspirierte Geschichte ist eine verschlungene Romanze, bei der sich nicht nur Brad Pitt und Cate Blanchett für den Oscar empfehlen.

    Mag die Wahl des Stoffes für den “Sieben”-Macher auf den ersten Blick ungewöhnlich anmuten, kommt doch Finchers zuletzt in “Zodiac” demonstrierter Perfektionismus bis in die feinen Nuancen von Story, Figurenzeichnung und Ausstattung auch hier zum Tragen, was nicht zuletzt erneut in eine Laufzeit von weit über zwei Stunden resultiert. Der seltsame Fall des Benjamin Button, der nicht altert, sondern als Greis geboren und immer jünger wird, und seiner Liebe zur Kindheitsfreundin Daisy bietet dank seiner Erzählzeit eines ganzen Lebensalters, die durch die Rahmenhandlung noch erweitert wird, nicht nur eine Spielwiese für die hervorragenden Maskenbildner und das Special Effects-Team, die Brad Pitt ein unglaublich realistisches Mini-Greisen-Gesicht und -Körper verpassen, sondern auch für das Ausstattungs-Team, das die 20er Jahre, den Zweiten Weltkrieg, die 60er und die Gegenwart darzustellen hat. Das tut es verspielt mit einem Hang zur nostalgischen Verklärung bzw. märchenhafter Überzeichnung, die vor allem in den wie gemalt wirkenden Hintergründen offenbar wird.

    Das soll nicht heißen, dass es sich bei “Der seltsame Fall” um eine reine Ausstattungs-Extravaganz handelt, es ist ein Film, der Herz hat und das am rechten Fleck. Herzstück ist schließlich die Liebesgeschichte, auch wenn das gemeinsame Glück nur kurz währt. Skripter Eric Roth, der bereits in “Forrest Gump” ein Leben und ein Stück Geschichte höchst unterhaltsam verwob, findet auch hier – unterstützt von Koautorin Robin Swicord – den richtigen, zwischen Komik und Tragik balancierenden, märchenhaften Ton und fügt die bezeichnenden skurrilen Episoden und Begegnungen geschickt aneinander. Eine perfekte Szene, in der Komik und Tragik Hand in Hand gehen, ist etwa, als Benjamin bei einem Wunder-Prediger erstmals aus dem Rollstuhl aufsteht und zu gehen beginnt, während der Prediger vom Schlag getroffen wird. Dass das Publikum mit seinem Protagonisten mitlacht und -fiebert und auch nach zweieinhalb Stunden nicht müde wird, wie ein Kind auch nie eine Gute-Nacht-Geschichte satt hat, liegt neben der originellen Story am starken Ensemble, das sich in seinen Performances regelrecht gegenseitig übertrifft und die Figuren mit prallem Leben füllt. Das gilt nicht nur für Pitt und Blanchett, sondern auch und gerade für die Nebenfiguren. Eine Entdeckung etwa ist Taraji B. Henson, die ungemein liebenswert und vital die Adoptivmutter von Benjamin spielt. Den wohl besten Auftritt hat Jared Harris als knorriger, ewig betrunkener Captain, unter dessen Fittichen der Greisen-Junge zum Mann wird. Bei der Erwachsenwerdung hilft außerdem Tilda Swinton in einem neuerlichen Bravourstückchen als erste Geliebte Benjamins.

    So empfehlen sich bei diesem ebenso seltsamen wie wunderbaren Fall fürs Kino, der von der US-Kritik hoch gelobt wurde, Ausstattung, Buch, Ensemble und Regie für die höchsten Ehren. Mit 80 Mio. Dollar Einspiel am US-Boxoffice in zehn Tagen, ist er darüber hinaus auch kommerziell ein Glücksfall. hai.
  • F. Scott Fitzgerald hatte die Idee eines rückwärts alternden Menschen und verpackte sie in eine Kurzgeschichte, die lange als unverfilmbar galt. Ausgerechnet David Fincher, der sich mit Thrillern wie „Se7en“ (1995), „The Game“ (1997) und „Fight Club“ (1999) einen Namen gemacht hat, wagte sich an dieses Drama. Wie bereits 2007 mit „Zodiac“ beweist er hierbei erneut, dass er auch durchaus ein Gespür für ruhige Geschichten hat. Während „Zodiac“ nicht wirklich an seine bisherigen Erfolge anknüpfen konnte, dürfte das für „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ kein Problem sein. Einer der Gründe ist mit Sicherheit die erneute Zusammenarbeit mit Brad Pitt. In den beiden bisherigen Fällen („Se7en“ und „Fight Club“) ist diese ohne Zweifel äußerst fruchtbar gewesen. Weitere Zauberwörter sind Tricktechnik und Make-up-Design (übrigens nur zwei der insgesamt 13 Bereiche, in denen der Film für einen Oscar nominiert ist). Kaum eine Einstellung dürfte ohne Tricktechnik funktionieren, aber erst das perfekte Zusammenspiel mit dem hervorragenden Make-up-Design ermöglicht die Darstellung von Brad Pitt und Cate Blanchett in den verschieden Lebens- und Altersstadien. Es ist erstaunlich wie bei Benjamin immer mehr von Brad Pitts bekannter Mimik durch die Falten dringt.

    Pitt sammelte bereits in „Rendevous mit Joe Black“ (Martin Brest, 1998) Erfahrungen mit der Darstellung einer Figur, die nach Außen hin ein anderes Bild von seinem Erfahrungsstand vermittelt, als sie in Wirklichkeit hat. Als Joe Black war es der Geschmack von Erdnussbutter, den er sich mit der Faszination eines Kindes zum ersten Mal auf der Zunge zergehen lässt. Die Rolle der Erdnussbutter nimmt hier Kaviar ein. Und Pitt gelingt diese kindliche Faszination erneut. Sogar in stärkerem Maß, weil sie sein faltiges Äußere vollkommen in den Hintergrund drängt.

    Obwohl das Leben von Benjamin Button verkehrt herum verläuft, macht er dieselben Erfahrungen, wie jeder von uns – manche nur in einer anderen Reihenfolge. Schon früh ist der Tod ein fester Bestandteil seines Lebens. Er lernt ihn zu akzeptieren und erkennt, dass nichts von ewiger Dauer ist. Auch Beziehungen zu geliebten Menschen können wir nicht festhalten, selbst wenn wir es noch so sehr wollen. Im Zentrum des Films steht die Liebesgeschichte zwischen Benjamin und Daisy. Wenn sie sich endlich kriegen, ist der Zuschauer mindestens genauso erleichtert wie die Figuren auf der Leinwand; und obwohl deren Beziehung hauptsächlich durch eine einfache Montagesequenz dargestellt wird, genießt man sie und wünscht, sie würde niemals enden.

    Abgesehen von Benjamins Alterungsprozess passiert auf der Leinwand nichts Besonderes und gerade weil in jeder Szene etwas ganz Alltägliches passiert, ist der Film für den Zuschauer ein bewegendes Erlebnis. „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ ist ein einfühlsames Märchen über die Unabwendbarkeit der Zeit ohne schnelle Schnitte und hektische Kamerabewegungen, erzählt in ruhigen epischen Bildern. Ein Film über Begegnungen und Trennungen und wie man durch sie beeinflusst wird. Trotz aller Fantasie ein Film über das Leben.

    Fazit: Ein wunderschönes Märchen, das „JA“ sagt zum Leben mit all seinen Konsequenzen.
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