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Der letzte Tempelritter (2010) Film merken

Originaltitel: Season of the Witch
Der letzte Tempelritter Poster
 

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Filmhandlung und Hintergrund

Der letzte Tempelritter: Im Mittelalter angesiedelter Okkultschocker über einen gebrochenen Kreuzritter, der ein Bauernmädchen, das von der Kirche der Hexerei bezichtigt wird, in eine entlegene Abtei bringen soll.

Kreuzritter Behmen verweigert seinem Kirchenherrn den Befehl und wird gemeinsam mit seinem getreuen Begleiter Felson vom Kardinal von Marburg dazu verdonnert, ein Bauernmädchen in eine entlegene Abtei zu bringen. Bei ihr soll es sich um die Hexe handeln, die Schuld an der grassierenden Pest trägt; nur in der Abtei kann sie zerstört werden. In Begleitung weiterer Söldner bricht der skeptische Behmen auf. Schnell muss er feststellen, dass das Bauernmädchen wohl nicht so unschuldig ist, wie er geglaubt hat.

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Schon die Exposition wirkt reichlich unglaubwürdig: Hier ziehen Ritter Behem und Felson ein Dutzend Jahre lang bei Kreuzzügen durchs Heiligen Land, bevor ihnen dämmert, dass dabei Frauen und Kinder massakriert werden. Zuvor prügeln und hacken sie sich munter durch mehrere Computer generierte Schlachtfelder, als wären sie auf Videospiel-Schauplätzen unterwegs. Auf dem Heimweg werden die desillusionierten Krieger mit den Auswirkungen der Pest konfrontiert, die allerdings erst hundert Jahre nach den Kreuzzügen wütete. Offenbar meinte Autor Bragi F. Schut, da es sich bei seinem Skript sowieso um ein Fantasy-Märchen handelt, brauche er in Sachen Realismus und Faktentreue keine sonderliche Sorgfalt walten zu lassen.

    Nach dem Gastauftritt von Christopher Lee als grotesk deformierter Kardinal entwickelt sich der Abenteuerstoff zur streckenweise nicht unspannenden übersinnlichen Variante der „Glorreichen Sieben“ (inklusive Hexe). Behem und Felson sehen sich gezwungen, eine wegen Satanismus angeklagte junge Frau als vermeintliche Pestverursacherin zu einem entlegenen Kloster zu eskortieren, wobei man ihnen noch vier teils unfreiwillige Begleiter zur Seite stellt: ein ortskundiger Gauner, ein abgebrühter Kämpfer, ein feindselig eingestellter Mönch und ein angehender Ritterlehrling als jugendliche Identifikationsfigur (Robert Sheehan aus der „Red Riding Trilogie“). Keine Ahnung, was Ulrich Thomsen hier verloren hat, aber sein Part fiel ohnehin absehbar schmal aus. Es fällt einmal mehr Ron Perlman zu, die finstere Angelegenheit mit notwendiger Ironie zu kommentieren, während Nicolas Cage stets seine vertraute grimmig-gramzerfurchte Mimik bemüht und die blonde Langhaarfrisur später für „Drive Angry 3D“ recycelte.

    Streckenweise gelingt es Videoclipregisseur und Actionspezialist Dominic Sena zwar mit bewährten Gefahrensituationen wie der Überquerung einer halb zerfallenen Hängebrücke oder anhaltenden Differenzen innerhalb der zusammen gewürfelten Gruppierung, Spannung zu erzeugen. Doch leider beantwortet der Fantasy-Western die Frage nach der Existenz des Bösen schon im Prolog, wenn eine verschrumpelte Hexe (ohne Besen) durch die Lüfte segelt. Das Gleiche gilt für den Verdacht, das junge Mädchen könne mit dem Teufel in Bunde stehen, denn das kleine Biest beginnt schnell, Zwietracht zu säen, da sie „Verletzungen im Herzen“ zu erkennen vermag. Ohnehin behandelte Christopher Smith mit dem ähnlich konzipierten „Black Death“ das Thema weitaus tiefgründiger.

    Viel stärker erinnert der in Budapest und Salzburg gedrehte „Letzte Tempelritter“ an die Robert E. Howard-Adaption „Solomon Kane“, die ebenfalls nach einem viel versprechendem Beginn zunehmend in Einfallslosigkeit versandete. Denn wenn die allmählich dezimierte Exorzismus-Expedition schließlich den abgelegenen Zielort erreicht, mündet ihre gefahrenvolle Reise in einem lachhaften Finale mit morphenden Teufelswölfen, fliegenden Mönchzombies und Dämonen-Wrestling. Dazu ergießt sich eine dicke Symphoniesoße über den albernen Geisterbahneinlagen. Nicht umsonst bedankt sich der Nachspann bei Hans Zimmer – sein Kollege Atli Örvarsson („Der Adler der 9. Legion“) lernte in Sachen überzogene Bombastuntermalung manches vom deutschen Kollegen. Während einige Quellen als Längenangabe noch 113 Minuten notieren, beträgt die tatsächliche Laufzeit (inklusive endlosem Nachspann) 95 Minuten, was belegt, dass der mehrfach verschobene Hexenzauber einige Veränderungen durchmachen musste. Genutzt hat es offenbar nichts.

    Fazit: „Nicht alle Seelen können gerettet werden.“ Dieses verschenkte Fantasy- und Teufelsspukspektakel aber ebenso wenig.
  • Düsterer Okkultthriller, in dem Nicolas Cage als Kreuzritter des 14. Jahrhunderts bei der Eskorte einer Hexe in Teufels Küche gerät.

    Cage ist mit seinem “Nur noch 60 Sekunden“-Regisseur Dominic Sena vereint, der hier ein Skript des Newcomers Bragi F. Schut verfilmt. Ursprünglich war die Produktion als harter Horrorschocker mit R-Rating angelegt und sollte bereits im März 2010 in die US-Kinos kommen. Nun landet es ein knappes Jahr später als ein PG-13-gerechtes Actionabenteuer in den Kinos.

    Der Prolog zeigt ein Hexentribunal und die folgende Exekution von drei überführten Frauen. Anschließend werden die Kreuzritter Behman (Cage) und Felson (“HellboyRon Perlman hat wenig Gelegenheit, sich gewohnt unterhaltsam zu entfalten) mit einer Montage von CGI-Schlachtszenen als wilde Haudegen eingeführt. Dabei tauschen die Buddys beherzte (wenn auch anachronistische) Dialoge aus, die auch komisch wirken. Für Behman ist es keine heitere Angelegenheit, als er im Eifer des Gefechts versehentlich eine unschuldige Frau ersticht. Dadurch geläutert verweigert er die Befehle seines Kirchenführers, auch Frauen und Kindern keine Gnade zukommen zu lassen. So machen sich Behman und sein treuer Freund aus dem Staub und gelangen in eine Stadt, die von der schwarzen Pest heimgesucht wurde. Dort verdonnert der örtlichen Kardinal (Christopher Lee versteckt sich für sein Cameo hinter unkenntlich machenden Gesichtsgeschwüren) die Deserteure, im Austausch für ihre Freiheit die angeblich für die Pestilenz verantwortliche Hexe in eine entlegene Abtei zu bringen. Weitere Begleiter der Eskorte der Maid (Clair Foy muss sich die meiste Zeit in ihrem Käfig räkeln) umfassen einen fanatischen Priester, einen edlen Ritter, einen wieseligen Dieb (Stephen Graham aus “This Is England“) und einen idealistischen Ministranten. Auf ihrem beschwerlichen Weg durchs in trüben Farben gefilmte karge Land gilt es eine wackelige Holzbrücke zu überqueren, sich mit Wölfen herumzuschlagen und vor allem den raffinierten Verlockungen der Hexe zu widerstehen. Am Ziel ihrer Reise kommt es zum Effekte-reichen Showdown mit dem Teufel persönlich.

    Beim Plot als auch stilistisch lassen sich einige Parallelen zu “Exorzist: Der Anfang” sowie “Bram Stoker’s Dracula” ausmachen. Cage geht gewohnt aufrichtig zur Sache, wobei dem Film mehr Humor nicht geschadet hätte. Insgesamt versteht das Hexengebräu aus Fantasy und Actionabenteuer durchaus zu unterhalten. ara.

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