Das Tagebuch der Anne Frank (2016)

Das Tagebuch der Anne Frank Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Das Tagebuch der Anne Frank: Neue Verfilmung der weltbekannten Geschichte von Anne Frank

1942: Als die jüdische Familie Frank aus Schutz vor der Deutschen Wehrmacht von Frankfurt am Main wegziehen, um in Amsterdam einen Neustart zu wagen, ahnen sie noch nichts von den Schreckenszeiten, die ihnen bevorstehen. Zu ihrem dreizehnten Geburtstag bekommt Tochter Anne Frank (Lea van Acken) von ihren Eltern Edith (Martina Gedeck) und Otto (Ulrich Noethen) ein Tagebuch geschenkt, welches sie liebevoll Kitty nennt. Lebensfroh, freundlich und aufgeschlossen wird Anne schnell mit den Schrecken der NS-Zeit konfrontiert. Ihre ältere Schwester Margot (Stella Kunkat) bekommt den Arbeitsbefehl in Deutschland und soll sich umgehend dort melden. Ihre Eltern erkennen den Ernst der Lage und beziehen mit der gesamten Familie ein kleines Versteck in einem Hinterhaus in der Prinsengracht 263. Annes wertvollster Besitz in dieser Zeit ist ihr Tagebuch. Schnell bekommen sie ihn ihrem Versteck Zuwachs als die Familie van Pels und der Zahnarzt Fritz Pfeffer (Arthur Klemt) ebenfalls Unterschlupf suchen. Die Situation wird mit dem andauernden Krieg immer zermürbender. Langeweile, Konflikte, Hungersnot und nicht zuletzt die ständige Angst von den Nazis entdeckt zu werden, treiben die Bewohner an den Rand des Wahnsinns. Anne hält in diesen Momenten ihre Erlebnisse in ihrem Tagebuch fest. Während diese anfangs noch vor Lebensfreude sprühen, verlieren diese mit andauernder Verweildauer im Versteck ihren Mut. Doch die schlimmste Erfahrung steht Anne Frank und ihrer Familie noch bevor. „Das Tagebuch der Anne Frank“ gehört seit seiner Veröffentlichung in den 1950er Jahren zu den am meisten verkauften Taschenbüchern der Welt. Übersetzt in 70 Sprachen wurde das Tagebuch vom einzigen Überlebenden des Holocausts der Familie Frank, dem Vater Otto, an die breite Öffentlichkeit gebracht. Hans Steinbichler („Das Blaue vom Himmel“) inszenierte die neueste Verfilmung des weltberühmten Tagebuchs der jungen Anne Frank. In der Titelrolle engagierte er Lea van Acken, die bereits im preisgekrönten Drama „Kreuzweg“ ihr Können unter Beweis stellen konnte. Ergänzt wird der Cast von namhaften Schauspielgrößen wie Ulrich Noethen, Martina Gedeck oder Stefan Merki.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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    Anne Frank. Jeder kennt ihren Namen, ihre Geschichte, ihr Schicksal. Und doch hat über all die Jahrzehnte das Tagebuch des jungen Mädchens, dessen zu junges Leben in einem Vernichtungslager der Nationalsozialisten grausam beendet wurde, nichts von seiner Bedeutung und Wichtigkeit verloren. Der Regisseur Hans Steinbichler beginnt seine Verfilmung von Anne Franks Tagebuch in den glücklichen Urlaubstagen der Familie Frank Anfang der 1930er Jahre in den Schweizer Bergen. Es sind schöne malerische Bilder voller Unbeschwertheit, die Steinbichler als starken Kontrast gegen die spätere Tristheit im Versteck setzt. Im Jahr 1934 entschließt sich Otto Frank, mit seiner Frau Edith und seinen zwei Töchtern Anne und Margot, von Frankfurt nach Amsterdam auszuwandern. Dort glaubt sich die Familie in Sicherheit vor der Verfolgung durch die Nazis. Doch 1942, Anne und Margot sind nun Teenager, müssen die Franks sich in einem Hinterhaus verstecken, zusammen mit einer anderen Familie. Der Platz im Haus ist begrenzt, dazu müssen alle mucksmäuschenstill sein, kein Laut darf nach draußen dringen. Dem Film gelingt es auf bedrückende und sehr authentische Weise, diese Enge und Einschränkung der eigenen Bewegungsfreiheit für den Zuschauer nachvollziehbar zu machen. Gerade für die lebenslustige Anne, die von dem Nachwuchstalent Lea van Acken mit einer beeindruckenden Mischung aus einer naiv lebensfrohen Unbeschwertheit eines Kindes und der nachdenklichen Ernsthaftigkeit einer heranwachsenden jungen Frau gespielt wird, eine fast unerträgliche Situation. Von Anfang an jedoch kann sie sich ihrem Tagebuch anvertrauen, in dem sie von allem berichtet. Dem Film gelingt dabei nicht nur eine authentische Darstellung der historischen Ereignisse. Er erzählt auch die Geschichte eines heranwachsenden Mädchens, mit all den Problemen, die im Teenager-Alter eine wichtige Rolle spielen. Die erste Liebe, Konflikte mit den Eltern, die Sorge um eine Zukunft. Die Tagebucheintragungen legen sich immer wieder dramaturgisch geschickt als Erzählerstimme über die Bilder, so sprechen viele Sequenzen für sich, ohne dass zusätzliche Dialoge etwas erklären müssen. Ulrich Noethen und Martina Gedeck überzeugen in ihren Rollen, ebenso wie der Rest des starken Ensembles. Dazu kommt eine akkurate Ausstattung, die an der historischen Genauigkeit keine Minute zweifeln lassen. Am 1. August 1944 schreibt Anne Frank das letzte Mal in ihr Tagebuch, in der Hoffnung, später einmal, nach dem Krieg, Schriftstellerin zu werden. Kurze Zeit später dringen die Nazis in das Versteck im Hinterhaus ein. Die Familie wird nach Auschwitz - und Anne und Margot Frank später nach Bergen-Belsen - deportiert. Als Leser des Tagebuchs verlässt man hier Anne Frank, doch Steinbichlers Film lässt Anne ihre Geschichte zu Ende erzählen. Otto Frank, der als einziger der Bewohner des Hinterhauses überlebte, setzte sich mit der Veröffentlichung des Tagebuchs zum Ziel, dass die Menschen von der Geschichte seiner Tochter erfahren. DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK entspricht diesem Wunsch auf berührende und ehrliche Weise. Ein wichtiger und bewegender Film über ein Schicksal, das bis heute berührt, mahnt und wachrüttelt. Und das heute aktueller denn je ist.

    Jurybegründung:

    Das Tagebuch der Anne Frank ist eines der wichtigsten literarischen Dokumente des letzten Jahrhunderts. Und seit den 1950er Jahren gibt es viele künstlerische Adaptionen. Es wurde als Graphic Novel gestaltet, als Theaterstück inszeniert, zum Ballett, Musical und zu einer Oper umgearbeitet. Es wurden auch eine ganze Reihe filmischer Bearbeitungen produziert, sowohl dokumentarische als auch fiktive, für das Kino und für das Fernsehen. Die Neuverfilmung von Hans Steinbichler zeichnet aus, dass sie konsequent aus der Perspektive Anne Franks erzählt wird. Und "die Herzensergüsse eines 13jährigen Schulmädchens", wie Anne Frank es selber einmal nennt, wirken deshalb kaum wie ein historischer Kostümfilm, sondern eher wie eine der Coming of Age-Geschichten. So wird ein junges Publikum schnell Zugang zu der Geschichte bekommen, denn die Anne Frank des Films ist eine junge, erstaunlich modern wirkende Frau, in deren Gedanken, Hoffnungen, Ängste sich ihre heutigen Altersgenossen unmittelbar hineinversetzen können. Deshalb war es klug und entscheidend, auch jene Teile des Tagebuchs in Szene zu setzen, in denen es um die aufkeimende Sexualität von Anne Frank und die Schwierigkeiten mit ihrer Mutter geht. Diese Sequenzen, die auf Stellen im Tagebuch basieren, die ihr Vater in den ersten Ausgaben des Buches zensierte, lassen die Anne Frank des Films noch komplexer und damit lebendiger erscheinen. Und Lea van Acken spielt sie ohne einen drohenden Schatten der bevorstehenden Katastrophe sehr intensiv und natürlich. Es gelingt Steinbichler eindrucksvoll, eine Ahnung davon zu vermitteln, wie extrem und bedrohlich die Situation der in dem Amsterdamer Haus Versteckten gewesen sein muss. Er zeigt, wie es an der Substanz der Menschen zehrt, ständig in erzwungener Stille und in äußerster Vorsicht leben zu müssen, weil jedes Geräusch und jede falsche Bewegung die Entdeckung bedeuten. Dies gelingt auch, weil das hochkarätige, stimmig besetzte Darstellerensemble präzise und inspiriert spielt und weil durch Ausstattung, Szenenbild und die Arbeit der Kamera die klaustrophobische Enge der Räume intensiv vermittelt wird. Steinbichler hat für DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK eine künstlerisch überzeugende und zeitgemäße Umsetzung des Stoffes gefunden. Denn weil er ihre Geschichte nicht als eine Geschichtsstunde, sondern als ein bewegendes, menschliches Drama gestaltet, gibt er ihr neben der gerade heute so wichtigen Aufklärung über Antisemitismus und Holocaust noch eine weitere, zugleich universelle und tagesaktuelle Bedeutung. Wenn in ihm von Verfolgung, Flucht, Mut, Angst, Diskriminierung und Vernichtung erzählt wird, sind die Parallelen zur Flüchtlingsproblematik nicht zu übersehen.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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