Das Blaue vom Himmel (2011)

Das Blaue vom Himmel Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Das Blaue vom Himmel: Auf zwei Zeitebenen angesiedeltes, emotionales Drama um eine deutsch-baltische Familie.

Die Beziehung zwischen Sofia und ihrer Mutter Marga war und ist nicht besonders gut. Als die unter Amnesie leidende Marga hochgradig verwirrt und aggressiv in die Psychiatrie eingeliefert wird, versucht Sofia ihrer Mutter zu helfen, indem sie sie auf eine Reise nach Riga begleitet. Dort hatte Marga ihre Jugend verbracht und Juris geheiratet, der ihr untreu war. Es ist 1991, und eine russische Invasion droht dem kleinen baltischen Land.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein großes Liebesdrama vor dem Hintergrund der bewegten Geschichte Lettlands hat Regisseur Hans Steinbichler inszeniert, welches bereits mit dem Bayerischen Filmpreis für die beste Produktion 2010 ausgezeichnet wurde. Die Geschichte von Marga Baumanis wird abwechselnd in den dreißiger bis vierziger Jahren in Lettland und dann wieder Anfang der neunziger Jahre erzählt. Hannelore Elsner spielt die an Alzheimer erkrankte Seniorin, die Marga, die sie in ihren Erinnerungen fünfzig Jahre früher ist, wird von Karoline Herfurth dargestellt.

    Das Drehbuch von Josephin und Robert Thayenthal entführt in nostalgischen Retrospektiven in eine Sommervilla im lettischen Ostseeort Jürmala mit Blick aufs Meer und einem parkähnlichen Garten. Dort läuft die junge Marga barfuß an den Strand, gefolgt von ihrer großen Liebe Juris, den Niklas Kohrt darstellt. Das Paar heiratet bald stilvoll und schwebt in einem Heißluftballon davon, aber Juris hat nur Blicke für eine junge Frau unter den zuschauenden Hochzeitsgästen. Mit dieser Iewa betrügt Juris seine Frau, die er schließlich verlässt. Aber Marga kann sich innerlich nicht von ihm lösen und bleibt in seiner Nähe.

    Fünfzig Jahre später findet die von Juliane Köhler gespielte Sofia ihre demente Mutter in einem sehr aufgewühlten Gemütszustand vor. Wie die Tochter scharfsichtig erkennt, plagt sich Marga innerlich mit den Erlebnissen aus jener Vergangenheit. Sie sagt allerdings immer nur kurze Sätze, in denen es meistens um Juris geht, und wenn Sofia nachfragt, antwortet Marga ausweichend, verwirrt mit einem Sprichwort oder einem Liedtext. Karoline Herfurth bezaubert als unsterblich verliebte junge Marga und verleiht ihrer Darstellung die gewohnte starke Präsenz, Hannelore Elsner spielt Marga als entrückte, in einer anderen, viel wichtigeren Welt lebende Person.

    Die Männerrollen für Matthias Brandt, David Kross oder Rüdiger Vogler bleiben eher Beiwerk. Die Inszenierung legt wenig Wert auf einen glaubhaften Umgang der Figuren miteinander. Aus der kalt-abweisenden Sofia wird auf einmal die mitfühlende Begleiterin der Mutter, mit der sie zum Schlittschuhlaufen geht und nach Riga zur Zeit der Revolution fährt, als würde man solche Dinge mit Alzheimerkranken ohne weiteres tun.

    Von der Geschichte Lettlands, das während des Zweiten Weltkriegs mal von Russen, mal von Deutschen okkupiert war, bekommt man nicht viel mit. Aber die Straßenszenen aus dem Riga des Unabhängigkeitsjahres 1991 wurden mit Hilfe lettischer Komparsen wirklichkeitsnah nachgestellt. Das Liebesdrama spielt jedoch weitgehend in einem poetisch abgeschlossenen Kosmos, für den Kamerafrau Bella Halben in Heiligendamm, wo die Szenen aus Jürmala gedreht wurden, wunderschöne Bilder findet. Auch die Interieurs sind geschmackvoll arrangiert. In ihrem beeindruckenden Wechselspiel schaffen es Herfurth und Elsner am Ende doch noch, Margas innere Schönheit aus dem Kerker ihres einsamen Leids herauszuholen und die Fäden der allzu ehrgeizigen Geschichte zusammenzuführen.

    Fazit: Eine Deutsche fährt mit ihrer an Alzheimer erkrankten Mutter nach Lettland, um ein altes Familiengeheimnis zu lüften: Hannelore Elsner und Karoline Herfurth verleihen diesem überambitionierten Drama von Hans Steinbichler Glanz.
  • Mit der deutschen weiblichen Schauspiel-Elite hat Hans Steinbichler sein 60 Jahre umspannendes deutsch-baltisches Familiendrama ausgeschmückt.

    Nach den Kritikererfolgen “Hierankl” und “Winterreise” verlässt Steinbichler den regionalen Alpenraum, bleibt aber seinen Themen Heimat, Familiengeheimnisse und den Lügen der Vergangenheit treu. Er konzentriert sich mehr denn je auf starke Frauenrollen, in der die prominenten Schauspielerinnen gefordert sind. Es ist ein deutsch-lettisches Frauenschicksal, das Parallelen zu Christian Schwochows “Novemberkind” aufweist und zu Filmen vom Experten für verlorene Heimat, Volker Koepp. Dessen Sprecherin Fritzi Haberlandt absolviert hier auch einen Kurzauftritt.

    Auf zwei Zeitebenen spielt die emotionale Familiengeschichte, erzählt einmal von der TV-Redakteurin Sofia (Juliane Köhler mit nur einem Gesichtsausdruck), deren lieblose Mutter Marga (“Die Unberührbare” Hannelore Elsner) hochgradig verwirrt und aggressiv in die Psychiatrie eingeliefert wird. Die Suche nach den Ursachen ihrer Amnesie führt Mutter und Tochter nach Riga, dem Vorkriegsfamiliensitz, den sie im politisch unruhigen Nachwendejahr 1991 aufsuchen, als abermals eine russische Invasion droht.

    Zum anderen illustriert Steinbichler die 1930er vorwiegend im lettischen Strand-Herrenhaus, wo die junge Marga (fabelhaft: Karoline Herfurth) den untreuen Juris ehelicht, der ein Eifersuchtsdrama heraufbeschwört. Das führt zu einem kalten Racheplan, als die deutschstämmige Bevölkerung heim ins Reich gerufen wird. Das Erinnern, das Marga Zeit ihres Lebens unterdrückte, bestimmt die zwischen den Zeiten pendelnde Dramaturgie.

    Hannelore Elsner darf sich als “Verrückte” schauspielerisch austoben, was sich durchaus dem anspruchsvollen, sperrigen Stil ihrer Zeitebene anpasst. Anders ist der Stil in der älteren Zeitebene. In der 30er-Jahre-Idylle gibt es elegische Kamerafahrten durch Buchenhaine und bildet Karoline Herfurth ein großartiges emotionales Zentrum. Sie trägt das Historien-Melodram mit großer Intensität, die nicht auf den gesamten Film übergreift. Mitunter stören TV-Ästhetik und aufdringliche Musik die leisen Zwischentöne und das verträumte Klavierthema. Bedächtig, aber nachdrücklich dringt Steinbichler wieder einmal in ein Gefühls-Chaos von tragischen Dimensionen vor, was den Figuren eine Aussöhnung mit der Vergangenheit und einen Neuanfang ermöglicht.

    tk.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • Fakten und Hintergründe zum Film "Das Blaue vom Himmel"

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  • Deutsches Drama "Das Blaue vom Himmel" im Januar 2012

    NFP hat für den 13. Januar 2012 das deutsche Drama “Das Blaue vom Himmel” mit Hannelore Elsner und Juliane Köhler auf DVD angekündigt. Darin geht es um eine Frau, die nie ein sehr inniges Verhältnis zu ihrer Tochter hatte. Doch mit zunehmenden Alter offenbart sie immer mehr Wunden, Ängste und eine Sehnsucht nach ihrem verstorbenen Mann. Für die Tochter ist die neue gefühlvollere Beziehung zu ihrer Mutter ungewohnt...

  • Drama mit Monica Bleibtreu und Hannah Herzsprung

    Regisseur Hans Steinbichler (“Autistic Disco”, “Winterreise”) wird ein Drama mit dem Titel “Das Blaue vom Himmel” inszenieren. Darin stehen die beiden Hauptdarstellerinnen von “Vier Minuten” aus dem Jahr 2006, Monica Bleibtreu und Hannah Herzsprung, wieder gemeinsam vor der Kamera. Diesmal spielen sie Mutter und Tochter. Die an Alzheimer erkrankte Marga gibt in ihren bruchstückhaften Erinnerungen ein Geheimnis preis...

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