An Education (2009)

An Education Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

An Education: Verfilmung der Memoiren von Lynn Barber nach einem Drehbuch von Nick Hornby über eine Sechzehnjährige, die einem älteren Mann verfällt und sich von ihm das Dolce Vita zeigen lässt.

Die 16-jährige Jenny wächst 1961 in einem Mittelklassehaushalt im Londoner Twickenham auf. Für ihren strengen Vater ist eine solide Schaulausbildung das wichtigste, das Cellospiel ist noch das äußerste an Freizeitbeschäftigung, das er gestattet. Doch Jenny will mehr vom Leben. Als sie den deutlich älteren Lebemann David kennenlernt und von ihm zunächst in die Society und später, an ihrem 17. Geburtstag in Paris, auch in die Liebe eingeführt wird, werden ihre Träume wahr. Doch dann wird das aufgeweckte Mädchen von der Realität eingeholt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das Drehbuch zu diesem Film, nach den Erinnerungen der Journalistin Lynn Barber, hat Nick Hornby geschrieben; und da ist es kein Wunder, dass viel über die Musik erzählt wird, dass viele Schritte in der education sentimentale der sechzehnjährigen Jenny über die Musik eingeleitet werden. Ihre erste Begegnung mit David zum Beispiel, der mit dem Auto an ihr vorbeifährt und sie direkt im Regen stehen lässt – als Musikliebhaber aber ihr Cello mitnimmt, es könnte ja bleibende Schäden erleiden. Während Jenny natürlich nicht zu einem Fremden ins Auto steigen sollte.

    Was sie natürlich dann trotzdem tut, mit allen Konsequenzen.

    Ganz elegant ist der Film geschrieben, und ganz elegant auch inszeniert und gespielt. Voll Ironie, auf allen Ebenen, der Regie, der Darsteller, der Filmfiguren. Wie in der ganz klassischen Hollywoodkomödie ist der Umweg sicherlich und auf jeden Fall der lustigere Weg zum Ziel, die Figuren untereinander wie auch der Film zum Zuschauer spielen ihre Bälle stets über Bande. Das ist ein herrliches Vergnügen, wie Jenny sich in Davids Kreise einfügt, in die Kreise der Nonkonformisten, der unaufdringlich im Luxus Lebenden, der Bohemiens, der Intellektuellen. Jenny, die von Frankreich träumt, die immer wieder französische Bonmots in ihre Rede einfließen lässt, die Chansons hört, sie fühlt sich wohl in dieser neuen, ganz anderen Welt. Weil sie ja eigentlich, das spürt sie genau, so gar nicht hineinpasst in die biedere Kleinbürgerexistenz ihrer Eltern, vor allem des Vater, die zufrieden sind im engen Reihenhaus und denen das Radio ein genügend großes Fenster zur Welt ist.

    Alfred Molina spielt den spießbürgerlichen Papa ganz ernst, ein zufriedener Gefangener seiner Vorurteile und strenger vorgefertigter moralischer Wertungen. Peter Saarsgards David ist der Gegenpol dazu, ein fröhlicher Schelm, ein witziger Charmeur, weltgewandt und intelligent. Einer, der locker jeden beschwatzen kann, der die strengen Regeln, die der Vater gesetzt hat, so umgehen kann, dass die Eltern alle Übertretungen für eigene Ideen halten; weil sie die gefälschte Unterschrift von Oxford-Professor C.S. Lewis für bare Münze nehmen und weil sie an eine erfundene Tante als angeblichen Anstandswauwau glauben.

    Und Jenny fühlt sich zu Höherem berufen, hat in der Schule lauter Einsen, und sie wird bestimmt in Oxford studieren, um dann… nun ja. Um dann wahrscheinlich Lehrerin zu werden, andere Möglichkeiten gibt es nicht für Akademikerinnen Anfang der 60er Jahre.

    Doch mit ihrer Begegnung mit dem fidelen Lumpenpack um David und seine Freunde Danny und Helen ändert sich ihre Welt, weil sich ihre Welt erweitert. Endlich hat sie Gleichgesinnte gefunden, es ergeben sich herrlich spritzige High-Brow-Dialoge über Kunst und Kultur und Savoir vivre voll Witz und Ironie, im Woody-Allen-Stil. Und für Jenny ist klar, dass sie ihre Jungfräulichkeit nur an ihn verlieren wird, an David, den viel Älteren, nach ihrem 17. Geburtstag, wenn sie mit David in Paris sein wird…

    „So viele Gedichte und Lieder darüber, und dann ist es so schnell vorbei“ – diese Erfahrung des berühmten Ersten Mals ist – ohne dass jemand es wüsste – ein Omen dafür, was kommen wird. Denn für Jenny führt die Abkürzung in den Lebensstil, den sie sich wünscht, unter Umgehung einer angemessenen Reifezeit, in einen Abgrund. Geschickt variiert Lone Scherfig nun den Ton des Films, der sich von der anfänglichen heiteren Ausgelassenheit mit jedem Hinweis auf Davids Unseriosität in allen Dingen zu Melancholie und Verzweiflung entwickelt.

    Coming of Age heißt dieses Genre. Und Jenny ist in ein paar Monaten durch ihre Erfahrungen mit David sehr, sehr alt geworden. Und etwas weise. Aber nicht zu sehr.

    Fazit: Witzige und gewitzte Coming of Age-Komödie mit zunehmend tragischen Einschlägen.
  • Lone Scherfigs Geschichte über das Erwachsenwerden einer 16-Jährigen im London der Prä-Swinging-Sixties ist ein Showcase für die wunderbare Carey Mulligan.

    An education – der Titel des Films umreißt in seiner Doppeldeutigkeit bereits das Spannungsfeld, um das es geht in Lone Scherfigs mittlerweile fünfter Kinoarbeit, ihrem ersten Film seit “Wilbur Wants to Kill Himself” aus dem Jahr 2002. Um eine Lehre nämlich, einerseits im Sinne von Ausbildung, die die 16-jährige Jenny, eine talentierte Schülerin, auf jeden Fall machen soll, wenn es nach ihrem strengen Vater aus dem muffigen Londoner Mittelklassemilieu des Jahres 1961 geht. Andererseits um eine wichtige Lebenserfahrung, die sich aus der Zufallsbekanntschaft mit dem scheinbar sorglosen Lebemann David ergibt: Er eröffnet Jenny eine völlig neue Welt mit unendlich vielen Möglichkeiten, eine Welt mit unangepasster Jazzmusik, moderner Mode, teuren Hotelzimmern und progressiver Lebenssicht, mit Paris und der Aussicht auf sexuelle Erfüllung, eine Welt., von der sie geträumt hat, die ihr durch ihren Schulabschluss näher kommen sollte und sich nun unvermittelt auftut. Zwischen den beiden Polen – Leben für die Schule, Schule des Lebens -schwankt das Mädchen fortan und muss seinen eigenen Weg finden zwischen ernsthafter Pflichtvergessenheit und unbeschwertem Genuss, zwischen Sein und Schein.

    Schon die Szene, in der Jenny ihren Galan kennenlernt, weist diese Geschichte eines Erwachsenwerdens als etwas Besonderes aus: Sie mit ihrem schweren Cello patschnass im strömenden Regen, auf den Bus wartend, der nicht kommt, er in seinem schnittigen Sportcoupé, elegant und redegewandt, der sich bereit erklärt, wenn schon nicht ihr, dann doch wenigstens dem armen Cello in seinem Wagen Sicherheit vor den Wassermassen anbieten zu dürfen – während sie nebenher mitläuft. Da schwingt eine Wahrhaftigkeit, origineller Witz, große Liebe für die Figuren mit, die die Handschrift von “High Fidelity”- und “About a Boy”-Autor Nick Hornby verrät, der nach den Memoiren der britischen Journalistin Lynn Barber sein erstes Drehbuch verfasst hat. Ganze Arbeit hat er geleistet, weil es ihm in seinem Buch auch gelingt, einen Wendepunkt in der Geschichte Englands präzise einzufangen und nachvollziehbar zu machen: der kurze, entscheidende Moment vor dem Beginn der Popkultur, als sich das Empire noch mit stiff upper lip und großer Kraft dem Wandel entgegenstemmt, der von den Beatles ein Jahr später eingeleitet wird. In “An Education” lässt sich die Ära des “Yeah, yeah, yeah” nur erahnen, manifestiert in der Figur von Jenny, deren Neugier und Lust auf Leben die Mauern schließlich zum Einfall bringen muss.

    Lone Scherfig nutzt die Steilvorlage. Stilistisch ist der Film Welten entfernt von ihrem ersten Erfolg, dem Dogma-Werk “Italienisch für Anfänger”, bewahrt hat sie sich aber ihr untrügliches Gespür für Figuren, Stimmung, Raum und Zeit. Sie ist eine wunderbare Schauspieler-Regisseurin, der offenkundig bewusst ist, dass ihre Hauptdarstellerin ein Rohjuwel ist, eine Wucht, eine Entdeckung: Wie die gerade einmal 24-jährige Carey Mulligan ihren heiklen Part eines hellwachen, aber beeindruckbaren Mädchens meistert, das von ihrem Playboy ausgenutzt wird, aber doch zu keinem Moment Opfer ist, ist mit “die neue Audrey Hepburn”, wie es mehrfach zu lesen war, ungenügend beschrieben. Gerade weil diese Jenny ein Original ist, ohne Beispiel, darf man zu Superlativen greifen: Mulligan steht nicht nur in quasi jeder Szene im Mittelpunkt und muss sich obendrein noch gegen Vollprofis wie Peter Sarsgaard, Alfred Molina, Olivia Williams und – in einem kurzen Gastauftritt – Emma Thompson behaupten. Sie macht es, mit Eleganz, Würde, Leichtigkeit und Charme. “An Education” einen gewissen Hang zur Konventionalität zu verzeihen, fällt da nicht schwer. ts.

Darsteller und Crew

News und Stories

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