A Girl Walks Home Alone at Night (2014)

A Girl Walks Home Alone at Night Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

A Girl Walks Home Alone at Night: Atmosphärisches Horrordrama und Romanze um einen weiblichen Vampir in einer iranischen Sin City.

Arash kümmert sich um seinen heroinabhängigen Vater Hossein, mit dem er im iranischen Bad City lebt. Als der knallharte Drogendealer und Zuhälter Saeed Hosseins ausstehende Schulden eintreibt, büßt Arash alles Bargeld und seinen geliebten Ford Thunderbird ein. Kurz darauf kann er sich beides plus einen Koffer Drogen von Saeed zurückholen. Denn der liegt tot in seinem Haus, ausgesaugt von einer Vampirin, die verschleiert Übeltätern auf der nächtlichen Straße auflauert. Ahnungslos verliebt sich der gutmütige Arash in den Engel der Nacht.

Ein einfacher iranischer Junge macht auf den nächtlichen Straßen Bekanntschaft mit einem weiblichen Vampir. Höchst originelles, in atmosphärischem Schwarzweiß gedrehtes Horrordrama, das Iran als tristes Sin City neu erfindet.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ich denke, dass die Vampire immer mit uns sein werden und dass unser Interesse an den nächtlichen Blutsaugern nie vergehen wird. Hier kommt Ana Lily Amirpours Debüt eines stilisierten Vampirmädchens im Tschador. Bestimmt wird ihr Schleier bald zur Pop Mythologie des Vamprismus gehören! Bad City ist eine Stadt, die am Tag schmerzend hell erstrahlt, aber die Nächte sind düster und schwarz. Hier lebt Arash (Arash Marandi), der mit Tolle und weissem T-Shirt aussieht wie ein Rebell der 50er. Ein Archetyp. Arashs Mutter ist tot und deshalb wurde sein Vater zum Junkie. Die Schulden beim Dealer Saeed sind enorm. Vielleicht ist Arash der letzte unschuldige Charakter in Bad City? Nachts unterwegs ist auch das Mädchen ohne Namen: Phantom Girl, eingehüllt in den Taschador, auf ihrem Skateboard. Sie ist ein Vampir und der Schleier ihr Kostüm der Nacht. Irgendwann kommen sich Arash und das gefährliche Girl näher... A Girl Walks Home At Night ist eine Stilübung voller Kraft, der permanent nach vorn treibt. Bad City wirkt wie der Ort in einem Traum. Obwohl alles in der Wüste Kaliforniens gefilmt wurde, ist Bad City ein iranischer Ort. Nicht nur die Regisseurin, auch die meisten Schauspieler sind Perser. Gefilmt in körnigem Schwarzweiss wirkt Bad City aber auch wie ein romantisches Gedicht: Die schwarz verschleierte Frau, ganz allein auf einem Parkplatz, kaum wahrnehmbar in der Finsternis, umgeben vom Nichts. Ihr Ziel sind Männer, die sich grausam benehmen gegenüber Frauen. Da sie verschleiert ist, könnte man nun alles Mögliche an politisch, ethnisch, religiösem Unterbau in ihre Figur interpretieren. Amirpour lässt aber einfach die Kraft der Bilder wirken. Der Schleier, wie sie ihn in der Dunkelheit nach sich zieht, vermag mehr auszudrücken als jeder feministische Monolog! Einem kleinen Jungen flüstert sie zu, er solle ein guter Junge sein, ansonsten... Es klingt wie eine Drohung. Das sind aber nur Nebensächlichkeiten. Im Wesentlichen stellt A Girl Walks Home At Night eine aufregende Erneuerung eines wohlbekannten Genres dar. Eines Genres, das immer mit uns sein wird! Zu diesem Film findet ihr eine Film Liste mit stilisierten Vampirfilmen auf cinegeek.de
  • Persische Poesie: die surreale Indie-Romanze zwischen einem jungen Mann und einer Vampirin fasziniert nicht nur musikalisch.

    In schön ausgeleuchteten, von Dunkelheit umflorten Schwarzweißbildern erstreckt sich die fiktive Stadt “Bad City” wie eine urbane Wüste von “Persepolis”. Sie verkörpert überzeugend den Iran, zumal auch alle persisch sprechen – dass Ana Lily Amirpours Spielfilmerstling, der ihren identisch betitelten Kurzfilm abendfüllend expandiert, komplett in Kalifornien entstand, fällt gar nicht erst auf. Zu authentisch taucht ihr Independent-Werk in die beklemmende Nacht, wo ein weiblicher Vampir mit Tschador (Sheila Vand aus “Argo”) Frauenunterdrückern nachschleicht und sie aussaugt. Der junge Arash (der Hamburger Arash Marandi im James-Dean-Look) verliebt sich in sie, eine unschuldige Romanze folgt, deren Konstellation “So finster die Nacht” ähnelt.

    Amirpour würzt dies mit einem phantastischen Soundtrack, eifert stilistisch den frühen Arbeiten von Indie-Ikone Jim Jarmusch nach und fügt in rauen Bildkompositionen dessen “Only Lovers Left Alive” neu zusammen, weniger ausgefeilt, dafür mit einigen soziopolitischen Untertönen. Obwohl die Verschleierte nur Männer wie einen harten Drogendealer reißt, der eine traurige Hure quält, obwohl deren Leichen sich im Straßengraben sammeln, ohne dass es jemand stört, obwohl Versuchung und Gefahr sich in unheimlichen Synthietönen ausdrücken und die Einsamkeit und Verlassenheit dieses öden Industriegebiets beklemmt: Amirpour drängt politische und religiöse Allegorien nicht auf, sondern lässt ihre Geschichte bei sich.

    Damit können ganz magische Momente der Zweisamkeit aufblühen, die sie mit großartigen Pop- und Rocksongs unterlegt. Die Bandbreite des oft genug hypnotischen Soundtracks umfasst Electro und Techno für Noir-Stimmungen, ferner ein Orchester wie von Ennio Morricone persönlich, um einen epischen Western-Touch beizufügen. Der Wechsel zwischen rauschhafter Musik und nüchternem Minimalismus verleiht der verwegenen Romanze mit einem Engel der Nacht den Reiz purer Low-Budget-Kunst. tk.
  • Sehr viel Stil, nicht gar so viel Substanz, aber dennoch faszinierend.
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Darsteller und Crew

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