John Frankenheimer

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor
John Frankenheimer Poster

Leben & Werk

Mit fast 70 Jahren erlebte er mit dem rasanten, ungeheuer ökonomisch erzählten und inszenierten Agentenfilm „Ronin“ ein spektakuläres Comeback. Fünf Spezialisten, die wie Melville-Helden den Verlust ihres Ehrenkodex erleben, jagen – zunehmend sinnloser – einem Koffer mit dubiosem Inhalt hinterher und beinahe alle sterben dabei. Der Erfolg dieses Filmes basiert auch auf drei ohne digitale Effekte hergestellten Autoverfolgungsjagden, deren Tempo und Spannung mitreißend ist. John Frankenheimer, geboren 1930, hat im Lauf seiner von ständigem Auf und Ab begleiteten Karriere großartige Filme gedreht und fatale Misserfolge einstecken müssen. Ironischerweise drehte er seine größten Erfolge in Frankreich: das Rennfahrerdrama „Grand Prix“, das er 1966 mit 21 Kameras parallel aufnahm, das Résistancedrama im Eisenbahnermilieu „Der Zug“, und „French Connection II„, in dem Gene Hackman in Marseille zwischen Sprachunkenntnis, fremden Sitten, einem Cold Turkey und Rauschgiftgangstern einen Höllentanz erlebt. Frankenheimer kam vom Fernsehen, wo er sich in den 50er Jahren den Umgang mit Schauspielern aneignete, und debütierte mit „Die jungen Wilden„, in dem Burt Lancaster einen Sozialarbeiter unter New Yorker Straßenbanden spielte. Lancaster wurde noch in vier weiteren Filmen Frankenheimers Hauptdarsteller, so in „Der Zug“, dem Fallschirmspringerdrama „Die den Hals riskieren„, dem Polit-Thriller „Sieben Tage im Mai“ und vor allem in Frankenheimers bekanntestem Film „Der Gefangene von Alcatraz“, in dem er sich in einer 50 Jahre umfassenden Zeitspanne im Zuchthaus zu einer Autorität in der Vogelkunde entwickelt. Frankenheimers Thriller handeln von unangepassten Charakteren und Einzelgängern, die sich ein zweites Leben verschaffen (der Bankier Rock Hudson in „Seconds – Der Mann, der zweimal lebte“) oder sich Selbsttäuschungen hingeben (Sheriff Gregory Peck in „I Walk the Line – Der Sheriff“). Sie behandeln als Polit-Thriller drohende Machtübernahmen durch das Militär („Sieben Tage im Mai“) und von Kalter-Kriegs-Mentalität durchdrungene Paranoia-Vorstellungen der Amerikaner („The Manchurian Candidate – Botschafter der Angst“), der Parallelen zu Stanley Kubricks parallel entstandenem „Dr. Seltsam“ aufweist. Frankenheimers größter Erfolg war der Terroristenfilm „Schwarzer Sonntag„. In den 80ern und 90ern arbeitete der durch Alkoholprobleme in seiner Arbeit behinderte Frankenheimer vielfach für das amerikanische Kabelfernsehen, gewann für HBO und TNT mehrere „Emmy“-Awards, und inszenierte mit Michael Caine in England den Spionage-Thriller „Der 4 1/2 Billionen-Dollar-Vertrag“. Frankenheimers Filme sind durchweg virtuos fotografiert, es gelingt ihm im Szenenaufbau immer wieder, aktionsreiche Passagen durch Dialogszenen zu unterstützen, die das Interesse an den Personen, die vielfach Probleme im Privaten mit sich tragen, weiter entfachen.

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