Pius XII.

  
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Filmhandlung und Hintergrund

Zweiteiliges TV-Porträt von Papst Pius XII. und seiner Rolle im von Deutschen besetzten Rom des Jahres 1943.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Pius XII.: Zweiteiliges TV-Porträt von Papst Pius XII. und seiner Rolle im von Deutschen besetzten Rom des Jahres 1943.

    Im Gegensatz zu einem Zweiteiler über Augustinus, den das „Erste“ an Ostern zur Mittagszeit versendet hat, lief „Pius XII.“ völlig zurecht im Abendprogramm. Regisseur (Christian Duguay), Autor, Produzenten (u.a. Martin Choroba) und Auftraggeber (der Bayerische Rundfunk und die italienische RAI) sind die gleichen, und auch der Aufwand ist ähnlich groß. Die Dramaturgie orientiert sich diesmal jedoch deutlich stärker an gewohnten Fernseherwartungen.

    Mindestens so wichtig wie die Leistungen des Papstes ist eine parallel erzählte Liebesgeschichte. Pius XII. aber ist unbestritten das spirituelle Zentrum der Geschichte, die sich anders als das epische Augustinus-Porträt nicht dem gesamten Leben widmet, sondern sich klugerweise auf die Kriegsjahre 1943 und ’44 konzentriert.

    Der 1939 zum Papst gewählte Eugenio Pacelli hatte eine äußerst schwierige Gratwanderung zu absolvieren: Einerseits wollte er klare Stellung zur deutschen Judenverfolgung beziehen, andererseits musste er die politische Neutralität wahren. Außerdem hatten die Nationalsozialisten frühere Einmischungsversuche etwa der niederländischen Kirche mit blutiger Rache an jüdischen Holländern beantwortet. Als die Nazis jedoch die römischen Juden deportieren, kann Pacelli nicht länger schweigen.

    Immer wieder thematisiert das Drehbuch (Fabrizio Betelli, Francesco Arlanch) den Zwiespalt, lässt aber nicht den Hauch eines Zweifels aufkommen, was die Haltung des Papstes zu den Nazis angeht: Der Faschismus ist in seinen Augen die Inkarnation des Teufels, die Pflicht zum Widerstand eine Fortsetzung des ewigen Kampfs zwischen Gut und Böse („Weiche, Satan!“). Da Pius zudem vom wunderbaren James Cromwell (den meisten Menschen als Farmer in „Ein Schweinchen namens Babe“ bekannt) als gütiger und weiser Papst verkörpert wird, sind die Sympathien ohnehin auf seiner Seite.

    Damit die Handlung über drei Stunden trägt, muss sich Pacelli den Film mit einem jungen jüdischen Liebespaar teilen. Dessen Geschichte hätte man zwar durchaus kürzer erzählen können, aber die Romanze ist der Tribut an die Sendezeit: Mit Glück und Geschick entkommen die schöne Miriam (Alessandra Mastronardi, erinnert verblüffend an die junge Sophia Loren) und Schwarzmarktgenie Davide (Marco Foschi) der Deportation und finden Zuflucht in einem Kloster. Unter den deutschen Mitwirkenden imponiert vor allem Ken Duken als ebenso feingeistiger wie grausamer Nazi. tpg.

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