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Filmhandlung und Hintergrund

Zweiteiliges, stimmungsvolles zeitgeschichtliches Portrait über die letzen Regierungstage Willy Brandts und gleichzeitig Hommage an einen außerordentlichen Menschen, der die Politik lebte.

Frühjahr 1974. Bundeskanzler Willy Brandt ist im Sonderzug auf Wahlreise durch Norddeutschland. Begleitet wird der Kanzler von Journalisten und Journalistinnen, seinen Leibwächtern und seinem Partei-Referenten Günter Guillaume, der auf solchen Reisen den Kontakt zur Regierungszentrale hält. Guillaume ist Brandts „Mädchen für alles“. Dabei steht er seit einem knappen Jahr unter dem Verdacht, Stasi-Agent zu sein, und der Kanzler weiß das. Zwei Wochen nachdem sein Referent Günter Guillaume als Agent der DDR enttarnt wird, tritt Willy Brandt vom Amt des Bundeskanzlers zurück. In nur 14 Tagen entspinnt sich ein historisches Drama um Macht und Verrat, Verführbarkeit und Anstand.

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Kritikerrezensionen

  • Im Schatten der Macht: Zweiteiliges, stimmungsvolles zeitgeschichtliches Portrait über die letzen Regierungstage Willy Brandts und gleichzeitig Hommage an einen außerordentlichen Menschen, der die Politik lebte.

    Dunkel hängen die Wolken über Helgoland. Auf einer Klippe steht der Kanzler, vornüber gebeugt, als ziehe es ihn in die Tiefe. Später, allein in seinem Hotelzimmer, schreibt er deprimiert „Machtverlust? Meinetwegen…Aber Ehrverlust? Niemals!“. Erst kurz zuvor war Brandts persönlicher Referent Günter Guillaume als Agent der DDR enttarnt worden. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Frage, wie ein Agent zum engen Berater des Kanzlers werden konnte - aber auch auf die schlüpfrigen Damengeschichten, die dem Regierungschef nachgesagt werden.

    Kein Kniefall von Warschau, kein Friedensnobelpreis - stattdessen Willy Brandt als Depressiver, als Charmeur. Zunächst befremdet es, dass Oliver Storz Willy Brandt in „Im Schatten der Macht“ im Schatten seiner größten Niederlage zeigen will, schließlich soll der Zweiteiler zum 90. Geburtstag des Politikers in diesem Jahr ausgestrahlt werden. Denn bis heute gilt die Guillaume-Affäre als einer der größten politischen Skandale der Bundesrepublik. Mit nur einem Zeitsprung - der Zweiteiler beginnt damit, das Guillaume 1972 seinem Verbindungsmann berichtet, Vertrauter des Kanzlers geworden zu sein - konzentriert sich Oliver Storz auf die 14 Tage, die dem Rücktritt Willy Brandts im Mai 1974 vorausgehen. Doch gerade dieser Blickwinkel erlaubt es Storz, Brandt nicht nur als Politiker, sondern auch als Mensch aufscheinen zu lassen. Dabei vermeidet er es, den „großen Deutschen“ (so der Titel der von Regina Ziegler mit „Der Verleger“ begonnenen Reihe) unangemessen zu verkitschen - wie es in Zieglers Axel Springer-Portrait der Fall war - und deutet das Privatleben Brandts beispielsweise mehr an, als dass er es auswalzt.

    Oliver Storz setzt auf Zwischentöne und fördert dabei Verblüffendes zutage: Der Spion verhält sich loyaler, was das Privatleben Brandts angeht, als der Bodyguard des Kanzlers, Spion und Ausspionierten verbindet eine beinahe symbiotische Beziehung, und die Politiker Wehner und Genscher entpuppen sich in „Im Schatten der Macht“ als heimtückische Strippenzieher. Dieter Pfaff als Hans-Dietrich Genscher und Rudolf Kowalski als Egon Bahr liefern hervorragende Darstellungen ab, vor allem Jürgen Hentsch als Herbert Wehner hätte - auch nach seinem außerordentlichen Auftritt in „Die Manns“ - endlich eine Auszeichnung verdient. Besonders überzeugend sind jedoch Michael Mendl in der Hauptrolle, dem man vom ersten Satz an den Willy Brandt abnimmt, und die Glanzleistung des Brandt-Sohns Matthias als Günter Guillaume, als Spion zwischen Bewunderung, Loyalität und Diensteifer.

    Oliver Storz ruft viele Bilder in Erinnerung, die man aus der Berichterstattung über die Affäre Guillaume kennt, verzichtet aber zugunsten des einheitlichen, erzählerischen Bogens ganz auf Dokumentarmaterial und drehte stattdessen an Originalschauplätzen und in aufwändigen Bauten, wie dem Kanzlerzug. Sein Zweiteiler ist ein aufwändiges, stimmungsvoll von Kameramann Hans Grimmelmann fotografiertes zeitgeschichtliches Portrait, ein dialogstarker Polit-Film, aber vor allem, und dieser Eindruck bleibt am Ende, eine Hommage an einen außerordentlichen Menschen, der die Politik lebte. sw.

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