Die Gustloff Poster
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Die Gustloff: Zweiteiliges Historiendrama um die letzte Fahrt des Dampfers "Wilhelm Gustloff" im Januar 1945, Teil 1: Hafen der Hoffnung, Teil 2: Flucht über die Ostsee.

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Kritikerrezensionen

  • Die Untaten der Nationalsozialisten verurteilen, aber auch das Leiden der deutschen Opfer zeigen – mit diesem Akzent wurden die Zweiteiler „Dresden“ und „Die Flucht“ jeweils zum Jahressieger der TV-Movie-Charts. „Die Gustloff“ will jetzt an diesen Erfolg anknüpfen.

    Der Untergang der „Gustloff“ am 30. Januar 1945 gilt mit mehr als 9.000 Ertrunkenen – sechsmal mehr als beim Untergang der „Titanic“ – als größte Schiffskatastrophe der Seefahrt. In den Medien war dieses Thema spätestens seit Günter Grass‘ Novelle „Im Krebsgang“ (2002) wieder virulent. Das ZDF und die UFA Filmproduktion hatten bereits längere Zeit ein Drehbuch über die Flüchtlingskatastrophe entwickelt, aber erst der Erfolg der ZDF-Produktion „Dresden“ machte die Realisierung möglich. Drei Jahre lang hatte Rainer Berg mit Hilfe des Gustloff-Überlebenden und Chronisten Heinz Schön an dem Drehbuch gearbeitet. Als Regisseur wurde Joseph Vilsmaier gewonnen, der sich bereits mit Filmen wie „Stalingrad“ (1993), „Leo und Claire“ (2001) oder „Der letzte Zug“ (2006) mit der NS-Zeit auseinandersetzte. Ihr Ansatz stand schnell fest: Rainer Berg und Joseph Vilsmaier wollen den Untergang des Traumschiffs der dreißiger Jahre als Sinnbild für den Untergang der Nazi-Herrschaft und als selbstverschuldete Katastrophe zeigen. Sie konzentrieren sich auf drei Erzähltage und erzählen die Ereignisse rund um den Untergang aus verschiedenen Perspektiven.

    Im Mittelpunkt steht der Fahrkapitän Hellmut Kehding (Kai Wiesinger), der die „Wilhelm Gustloff“ mit möglichst vielen Flüchtlingen an Bord sicher von Gotenhafen nach Kiel bringen soll. Doch von Anfang an stößt er auf Unwillen, denn er ist nicht der einzige, der an Bord etwas zu sagen hat: es gibt zwei weitere Kapitäne (Michael Mendl und Karl Markovics) und den NSDAP-Vertreter (Alexander Held) an Bord, und jeder verfolgt sein eigenes Ziel. Sogar Kehdings Bruder Harald (Heiner Lauterbach), ein Kapitänleutnant mit geheimnisvollen Aufgaben, macht ihm das Leben schwer. Dazu kommt die Sorge um seine große Liebe Erika (Valerie Niehaus), die in Gotenhafen als Marinehelferin arbeitet, und unerlaubterweise den Flüchtlingen Lilli (Dana Vávrová), Kalli (Willi Gerk) und Marianne (Anja Knauer) hilft. Schließlich gelingt es Kapitän Kehding doch noch, das Schiff für 9000 Flüchtlinge zu öffnen, außerdem sind 1.500 Soldaten an Bord. Als die „Gustloff“ plötzlich und ohne Geleitschutz auslaufen soll und Kehding außerdem ein dubioser, verschlüsselter Funkspruch erreicht, stoppt er die Weiterfahrt. Sein Bruder befürchtet einen Anschlag und lässt das Schiff durchsuchen. Als verdächtig gilt auch Erika, die sich an Bord geschmuggelt hat. Es kommt zum Eklat als ein zweiter dubioser Funkspruch eingeht. Angeblich soll sich ein Minensuchverband auf Kollisionskurs befinden, deshalb werden die Positionslichter gesetzt. Hellmut Kehding hält dieses Vorgehen für falsch, doch ihm wird das Kommando entzogen. Das Schiff läuft hell erleuchtet seinem Untergang entgegen…

    Rainer Berg und Joseph Vilsmaier gelingt es, die Fragen, die noch heute der Untergang der „Wilhelm Gustloff“ aufwirft, prägnant zu thematisieren und die verschiedenen Fraktionen an Bord sowie das dramatische Schicksal der Flüchtlinge zu zeigen. Das ist ebenso verdienstvoll wie überfällig (gleiches gilt übrigens auch für die begleitende Dokumentation „Die Gustloff“ aus dem Hause Knopp). Der Aufwand, der für den Zweiteiler betrieben wird, ist beachtlich, auch sind die computergenerierten Bilder des fahrenden Schiffes überzeugend. Die Güte des Casts beeindruckt, vor allem Kai Wiesinger, mit dem Vilsmaier „Comedian Harmonists“ gedreht hatte, zeigt als mutiger, pragmatischer Kapitän eine großartige Leistung. Es ist wohltuend, dass dieses Mal bei einem Event-Zweiteiler auf eine dominante Liebesgeschichte zugunsten eines Brüder-Konflikts verzichtet wurde. Ansonsten ist „Die Gustloff“ jedoch zeitweise etwas zu konventionell und klischeelastig geraten, manche Figuren wirken holzschnittartig und auch die Dialoge („Das Leben ist keine Kreuzfahrt, Kleiner…“) überzeugen nicht immer. Für die Untergangsszenen hätte man sich ein ähnlich überzeugendes visuelles Konzept wie für den Feuersturm in „Dresden“ gewünscht, etwas, dass den Zuschauer neben der Dramatik und Tragik der Geschehnisse auch optisch stärker fesselt. „Die Gustloff“ ist nicht „Titanic“ – ob der Zweiteiler das Zeug hat, den Erfolg von „Dresden“ oder „Die Flucht“ zu erreichen, müssen nun die Zuschauer entscheiden. sw.

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