Contergan

  1. Ø 3
   2007
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Contergan: TV-Zweiteiler, der am Beispiel einer betroffenen Familie vom größten Medikamentenskandal der Bundesrepublik erzählt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Nach langer juristischer Auseinandersetzung darf Adolf Winkelmanns Zweiteiler über die Contergan-Affäre nun doch gezeigt werden – und überzeugt auf der ganzen Linie.

    Drei Stunden lang erzählt „Contergan“ über den Skandal um das Schlafmittel gleichen Namens, nach dessen Markteinführung 1957 mehrere tausend Kinder mit schweren Fehlbildungen geboren wurden. Die Zeitsprung-Produktion kleidet die historischen Begebenheiten in eine zweiteilige fiktionale Erzählung. Teil eins, „Eine einzige Tablette“, konzentriert sich auf das private Schicksal des Anwalts Paul Wegener (Benjamin Sadler) und seiner Frau Vera (Katharina Wackernagel), deren Tochter contergangeschädigt zur Welt kommt. Teil zwei, „Der Prozess“, zeichnet das langwierige Gerichtsverfahren gegen den Contergan-Hersteller Grünenthal nach.

    Winkelmann gelingen beklemmende Szenen, die in Alltagssituationen das Leid der Betroffenen nachzeichnen – etwa wenn die zum Geburtstag der contergangeschädigten Kathrin geladenen Kinder allesamt nicht zur Feier erscheinen oder die Eltern Wegener nach der Geburt vom Chefarzt im Krankenhaus beschimpft werden. Dabei vermeiden der Regisseur und sein Drehbuchautor Benedikt Röskau sowohl übertriebene Rührseligkeit als auch das Abgleiten in Stereotypen. Opferanwalt Wegener ist keine unfehlbare Heldenfigur, sondern scheitert im Privatleben am Umgang mit der Behinderung seiner Tochter. Ebenso werden die Vertreter der Firma Grünenthal nicht als eindimensionale Bösewichte dargestellt. Der Film profitiert von seinem exzellenten Darstellerensemble, das bis in die kleinsten Rollen hochkarätig besetzt ist. Allen voran besticht Sylvester Groth als kauziger, aber engagierter Staatsanwalt. Seine Szenen geben dem Film bei aller ernster Thematik immer wieder auch einen Hauch von erleichterndem Humor. Nicht zuletzt bewährt sich auch Winkelmanns Entscheidung, das contergangeschädigte Kind Katrin von einer tatsächlich behinderten Darstellerin spielen zu lassen. Die Intensität der Darstellung wäre auf anderem Wege wohl kaum möglich gewesen.

    Jenseits der kontroversen Thematik überzeugt „Contergan“ auch als Stimmungsbild der 60er Jahre in Deutschland, mit liebevoller Ausstattung bis hin zu den Epochen-typischen Badezimmerkacheln. Die spannende Aufbereitung des historischen Geschehens und die stimmungsvollen Bilder, die Kameramann David Slama eingefangen hat, hätten durchaus auch eine Auswertung auf der großen Leinwand verdient gehabt. jl.

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