Filmhandlung und Hintergrund

Tragikomödie um die Rückkehr eines verlorenen Sohnes und die Härten des Landlebens, die vor alle mdurch ihre Lakonie besticht.

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Kritikerrezensionen

  • Zwei Bauern und kein Land: Tragikomödie um die Rückkehr eines verlorenen Sohnes und die Härten des Landlebens, die vor alle mdurch ihre Lakonie besticht.

    Die Musik gibt einen Tonfall heiterer Gelassenheit vor, die Bilder vermitteln Wohlbehagen, aber streng genommen erzählt der Film ein Drama. Der Mecklenburger Landwirt Johannes Becker (Ernst Stötzner) hat keinerlei Grund zu guter Laune: Sein Hof ist pleite, seine Frau ist weg, Dorfpolizistin Marie (Theresa Scholze) hat nichts Besseres zu tun, als ihn ständig zu schikanieren; und dann geht auch noch just zur Erntezeit sein Mähdrescher kaputt. Als Becker keinen Ausweg mehr sieht, gibt er endlich dem ständigen Drängen seines Nachbarn (Hans-Uwe Bauer) nach: Großgrundbesitzer Fuchs hat nach und nach das komplette Ackerland des Dorfes aufgekauft; mit dem Becker-Hof ist seine Sammlung komplett. Ausgerechnet jetzt kommt Becker junior (Christoph Schechinger) heim, findet Gefallen am Landleben, verliebt sich in Marie und verkündet dem verdutzten Vater, er wolle Bauer werden. Der hat nun ein Problem, denn Fuchs will das Land selbstredend nicht mehr hergeben. Die Geschichte ist im Grunde sogar eher noch schlichter, als die Zusammenfassung nahelegt, weil Handlungselemente wie die beginnende Romanze zwischen Felix und Marie oder die Scharmützel zwischen Becker und seiner Frau eher der Auflockerung dienen. Dabei sind die zwischenmenschlichen Verknüpfungen, die das Drehbuch sehr lakonisch abhandelt, durchaus interessant: Katrin (Katharina Thalbach) hatte den Gatten verlassen, weil er sie nicht bei der Bürgermeisterwahl unterstützen wollte. Gleiches war schon Felix widerfahren, der eine Karriere als DJ anstrebte, vom Vater aber kein Geld für eine Anlage bekam. Er ist dann nach Hamburg gezogen, aber die letzten Jahre hat er wegen Raubkopierens in großem Stil im Gefängnis verbracht. Der alte Becker hat davon wegen der langen Funkstille zwischen Eltern und Sohn keine Ahnung; Felix wiederum weiß noch nichts von der Trennung der Eltern. Interessanterweise ist die Überschaubarkeit kein Manko, auch wenn die diversen Drohnenflüge mitunter den Anschein vermitteln, Regisseurin Sibylle Tafel habe ein wenig auf Zeit gespielt. Trotzdem ist „Zwei Bauern und kein Land“ sehr kurzweilig, was nicht zuletzt an Ernst Stötzner liegt. Es gibt nicht viele Schauspieler, deren Maulfaulheit derart beredt ist, denn meist genügt ihm bloß ein Blick. Es werden ohnehin nicht mehr Worte als nötig gemacht, weshalb die Prägnanz der knappen Dialoge zwischen Vater und Sohn umso wichtiger ist. Christoph Schechinger, der schon vor einigen Jahren in dem Degeto-Film „Kleine Schiffe“ beeindruckte, ist Stötzner ein ebenbürtiger Partner. Die Rollen von Beckers Freunden, ebenfalls Landwirte, sind mit Andreas Schmidt und Thomas Kügel nicht minder markant besetzt. Dass sich das Trio schließlich zusammentut, um dem betrügerischen Fuchs ein Schnippchen zu schlagen und illegal nachts das Getreide zu ernten, ist eine weitere der vielen sympathischen Ideen, aus denen der Film keine große Sache macht. Dazu zählt neben dem Kaffeewasser aus der Regentonne auch der Running Gag (genau genommen ist es ein Driving Gag), dass sich Becker regelmäßig quer durch die Felder aus dem Staub macht, wenn er wieder mal von Marie oder ihren Kollegen bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung erwischt wird. tpg.

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