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Zum Vergleich

Kinostart: 03.09.2009

Filmhandlung und Hintergrund

Kommentarlose Gegenüberstellung des weltweiten Umgangs mit dem Grundmaterial für den Hausbau, dem Ziegelstein.

Wie arbeitet die Welt? Dieser Frage widmet sich der Film am Beispiel des Hausbauens und stellt Beispiele aus der ganzen Welt gegenüber. Das hochindustrielle Europa, das traditionale Afrika oder das frühindustrielle Indien: Alle haben die kleinste Materialeinheit, den Ziegelstein, gemeinsam und doch sind, begonnen bei der Ziegelsteinherstellung, Aussehen, Vorgehensweise, Umsetzung und Ergebnis sehr unterschiedlich. In sechzig Minuten werden zwanzig Einheiten gezeigt und ohne Kommentar in den Raum gestellt.

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Darsteller und Crew

  • Harun Farocki
    Harun Farocki
  • Matthias Rajmann
    Matthias Rajmann
  • Ingo Kratisch
    Ingo Kratisch
  • Meggie Schneider
    Meggie Schneider

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Zum Vergleich: Kommentarlose Gegenüberstellung des weltweiten Umgangs mit dem Grundmaterial für den Hausbau, dem Ziegelstein.

    Meditativer Doku-Essay, der weltweit Produktionsmethoden von Ziegelsteinen zeigt und den Zuschauer daraus eigene Schlüsse ziehen lässt.

    Another brick in the wall: Haron Farocki, seit 40 Jahren kreativ im Filmgeschäft tätig, betrachtet in seinem einstündigen Experiment die Arbeit auf drei Kontinenten am Rohstoff für menschliche Behausungen. Er legt unterschiedlichste Arbeitsweisen offen und lässt sie urteilslos auf den Betrachter einwirken. Da er auf jeden Kommentar verzichtet, selbst Gespräche nicht untertitelt, sondern nur mit minimalistischen Texttafeln über den Produktionsprozess informiert, muss man seine eigenen Schlüsse aus dem faszinierenden Rohmaterial ziehen.

    Die Ziegelsteinherstellung dient als Anlass, mittels Arbeitsmethoden Gesellschaften in vor-, früh- und hochindustrieller Entwicklungsform vorzustellen: Afrika, Indien und Europa bilden erstaunliche Kontraste. In einem Dorf in Burkina Faso helfen Männer, Frauen und Kinder in Handarbeit beim Brennen und Pressen des Tons. Es sind keine „Eisenfresser“, die unter unmenschlichen Bedingungen geschunden werden - die Arbeit macht offensichtlich Spaß. Auch in verschiedenen Orten Indiens ist die Herstellung ein soziales Miteinander, wenn auch einige technische Hilfsmittel die Produktion unterstützen.

    Ganz anders in Westeuropa: Hier arbeiten (fast) nur noch Maschinen. In einer vollständig automatisierten Fertigungshalle in Dachau ist außer einem Controller am Monitor kein Mensch mehr in Sichtweite. Der Maschinenlärm hat die idyllischen Geräusche der anderen Schauplätze abgelöst, aber es ist ohnehin niemand da, mit dem der Mann reden könnte. Das ist der vollzogene „Workingman’s Death“, das Ende des Arbeiters, eine Entsozialisierung der Fertigung und die Vereinsamung am Arbeitsplatz. Auffälliger könnte der Kontrast zur Friedlichkeit in Afrika nicht sein. Außerdem wird dort ausschließlich menschliche Energie aufgewendet, während Roboter einen immensen Stromverbrauch haben. Neben der stupenden Ungleichzeitigkeit von Methodik und Dauer der Herstellung fällt auf, dass neue Produktionsformen in Afrika ökologisch sinnvoll und sozialverträglich ausfallen. Was nur einige der erstaunlichen Entdeckungen sind, die man in Farockis ungewöhnlicher Dokumentation machen kann. tk.

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    Kino.de Redaktion  

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