Zum Sterben zu früh

  1. Ø 2
   2014
Zum Sterben zu früh Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Zum Sterben zu früh: Der Polizeifilm von Lars Becker erzählt die Vorgeschichte zu "Unter Feinden", zu dem Georg M. Oswald die gleichnamige Romanvorlage lieferte.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Im Vorhof der Hölle: In Lars Beckers mustergültig gehandhabtem Polizeifilm wird die Freundschaft zweier Drogenfahnder auf eine harte Probe gestellt.

    Lars Beckers makellos umgesetzter Polizeifilm, vom prämierten Kameramann Ngo The Chau („Stereo“) bildstark und mit wenig Farbe fotografiert, steht ganz in der Tradition der unterkühlten „policiers“ mit Alain Delon und Lino Ventura bzw. der taffen amerikanischen Cop Movies der Siebzigerjahre. Nach eigenem Drehbuch erzählt der Regisseur, inspiriert von Georg M. Oswalds gleichnamigem Roman, die Vorgeschichte seines für den Grimme-Preis nominierten Krimis „Unter Feinden“.

    Eine furiose nächtliche Autoverfolgungsjagd eröffnet die Handlung. Die Waterkant-Ermittler Diller und Kessel, privat gute Freunde und beruflich ein eingespieltes Team, jagen zwei Drogenhändler. Das Nobel-Fluchtauto taugt bald nur noch für die Schrottpresse, einer der Gangster erliegt seinen Verletzungen, der andere entkommt. 30 Kilogramm Kokain – Marktwert 500.00 Euro – verschwinden. Kessel hat sie an sich genommen, er braucht Geld, denn die Behandlungskosten für seine kleine Tochter sind enorm…

    Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen in diesem Neo-Noir, bei dem Fritz Karl und Nicholas Ofczarek die darstellerischen Highlights setzen. „Abgefuckt“ bezeichnet ziemlich genau Kessels Zustand, Allmachtsphantasien treiben ihn, Ausländer, meint er, sollte man abschieben, die „sozialen Hängematten“ abschaffen. Seine Ehefrau Claire (Jessica Schwarz) schlägt er, „sie glaubt mir nicht, sie hört mir nicht zu“, beklagt er sich beim Kollegen. Dessen Gattin Emma (Anna Loos) versucht zu vermitteln – ein „Trümmerpaar“ steht in diesem Albtraum einem „Traumpaar“ gegenüber.

    Geschickt verknotet Becker die Handlungsstränge, präzise zeichnet er die Figuren, allesamt harte Hunde, ob diesseits oder jenseits des Gesetzes. Besonders fies – und überzeugend – ist Edin Hasanovic als flüchtiger libanesischer Dealer, ein ewig quasselnder „Good Fella“ in der Tradition von Martin Scorsese. Während die immigrierten Ganoven in bestem Hamburgerisch miteinander parlieren, sich mit „Dicker“ und „Alter“ anreden, wird die Suspense-Schraube wird beständig angezogen, bis das Drama, das sich böse, erfrischend unkorrekte (Ethno-)Witze erlaubt, schließlich im Finale explodiert. Spannende, dramaturgisch perfekt gehandhabte, hoch emotionale 90 Minuten hat man dann geboten bekommen, musikalisch untermalt von Bob Marley, Fleetwood Mac, The Trammps und den Pointer Sisters. Und das ohne Weichzeichnung und Happy End. Bleibt nur auf einen weiteren abgründigen ZDF-Film vom Trio Becker, Karl und Ofczarek zu hoffen – und der muss konsequenterweise in der Hölle spielen. geh.

Kommentare

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