Zum Kuckuck mit der Liebe

  

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Familienkomödie, in der neben den menschlichen Darstellern auch die größte Kuckucksuhr Deutschlands eine Rolle spielt.

Schon vor Jahren ist in der Kuckucksuhren-Manufaktur Dobisch die Zeit stehen geblieben. In den späten Sechzigern hatte es der Firmengründer gewagt, das einzige Unternehmen dieser Art außerhalb des Schwarzwalds zu eröffnen. Prompt strafte ihn die Innung der Kuckucksuhrenhersteller mit Verachtung und verwehrte ihm das Verbandssiegel. Witwe Leonore hat nach seinem Tod geschworen, nicht eher zu ruhen, bis der sehnlichste Wunsch des verblichenen Gatten erfüllt sei. Seither ist Frohsinn ein seltener Gast im Hause Dobisch.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Zum Kuckuck mit der Liebe: TV-Familienkomödie, in der neben den menschlichen Darstellern auch die größte Kuckucksuhr Deutschlands eine Rolle spielt.

    Mit leichter Hand inszeniertes und geschickt als Komödie kaschiertes Drama, in dem die Melancholie nie Überhand nimmt.

    Schon vor Jahren ist in der ehrwürdigen Kuckucksuhren-Manufaktur Dobisch die Zeit stehen geblieben. In den späten Sechzigern hatte es der Firmengründer gewagt, das einzige Unternehmen dieser Art außerhalb des Schwarzwalds zu eröffnen. Prompt strafte ihn die Innung der Kuckucksuhrenhersteller mit Verachtung: Die Aufnahme in den Verband blieb ihm ebenso verwehrt wie das dazugehörige Siegel. Dobischs Frau Leonore (Rita Russek) hat nach seinem Tod geschworen, nicht eher zu ruhen, bis der sehnlichste Wunsch des verblichenen Gatten erfüllt sei. Das ist nun schon lange her, Frohsinn ist dennoch ein seltener Gast im Hause Dobisch; trotz der hübschen Frauen, die sich die beiden eigentlich recht langweiligen Söhne irgendwie geangelt haben.

    Natürlich ist dieser Trübsinn keine gute Voraussetzung für ein Lustspiel. Trotzdem hat Altmeister Hajo Gies das Drehbuch mit scheinbar leichter Hand umgesetzt. Die durchaus vorhandenen nachdenklichen Seiten sind so geschickt integriert, dass die Geschichte nie melancholisch wird, zumal die Ereignisse nach dem Prolog so richtig ins Rollen kommen: Als sich eine Abordnung aus dem Schwarzwald ankündigt, beauftragt Patriarchin Leonore ihre Schwiegertochter Katrin (Bernadette Heerwagen), anlässlich des Festakts eine Rede zu halten. Um an ihrer Rhetorik zu feilen, fährt Katrin unter einem Vorwand nach Hamburg. Dortselbst fällt sie gemeinsam mit dem lebensmüden Rhetoriklehrer Hubertus Hobbs (Jan-Gregor Kremp) erst vom Dach und dann ins Bett. Prompt spielt daheim die riesige Kuckucksuhr auf dem Rathausdach verrückt; und auch das Familiengefüge, in dem ein Rädchen ins andere zu greifen pflegte, gerät aus den Fugen. Hobbs wiederum erkennt instinktiv, dass Katrin gar keine rhetorische Nachhilfe braucht; ihr Problem ist das Herz.

    Gies erzählt die vielschichtige Handlung mit viel Freude an den Figuren, die teilweise durchaus skurrile Züge tragen, aber dennoch liebenswert sind. Das gilt vor allem für Leonores Söhne: Während Anton (Johann von Bülow), der begnadete Handwerker, seiner Katrin in stiller Hingabe ergeben ist, steht Lothar (Stephan Grossmann) ganz klar unter dem Pantoffel seiner ehrgeizigen Gattin (Elena Uhlig). Im Grunde sind ihre Intrigen für den ganzen Schlamassel verantwortlich, denn sie will Lothar um jeden Preis zu Leonores Nachfolger machen. Hübsch sind auch die diversen Nebenschauplätze (Buch: Thomas Oliver Walendy); unter anderem verzehrt sich der Hausarzt (Rüdiger Vogler) schon seit Jahrzehnten nach Leonore. Natürlich sorgen mehrere Missverständnisse für komische Momente, doch im Grunde ist „Zum Kuckuck mit der Liebe“ ein geschickt als Komödie kaschiertes Drama: Der zwischendurch für Katrins Onkel aus Amerika gehaltene Hobbs ist eine Art Prinz, der die gesamte Familie mit seiner unkonventionellen alkoholgeschwängerten Art unsanft aus ihrem Dornröschenschlaf reißt. Das gilt naturgemäß vor allem für die hin und hergerissene Katrin. Dass sich eine brave Ehefrau in einem Freitagsfilm ungestraft einem anderen Mann hingeben kann, wäre im biederbraven Weltbild der ARD-Tochter Degeto früher undenkbar gewesen. tpg.

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