Zuhause ist der Zauber los

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   2008
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Filmhandlung und Hintergrund

Zuhause ist der Zauber los: Witzige wie anrührenden Familienkomödie mit Eddie Murphy als "Daddy ohne Plan".

Investmentbanker Evan Danielson ist nicht erfreut, als ihm seine Ex die gemeinsame Tochter Olivia für eine Woche aufs Auge drückt, muss er doch gerade gegen Johnny Whitefeather und dessen innovative „indianische“ Methoden seine Pfründe verteidigen. Doch da entpuppt sich ein Spleen von Olivia als Rettung für Daddys berufliche Probleme: Das Töchterchen kann mittels einer magischen Decke Kontakt zu unsichtbaren Prinzessinnen aufnehmen. Und die besitzen detaillierte Kenntnisse über die Welt der Börsen und Aktienkurse.

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Kritikerrezensionen

  • Erstaunlich, wie dieser Film die Finanzkrise einfach überspringt. Eddie Murphy spielt mit seiner Rolle als Evan Danielson einen Workaholic, der mit Investments jongliert, mit Milliardenbeträgen, der darin auch ziemlich gut ist und bestimmt eine Menge Boni bekommt. Jetzt hat er für eine Woche seine Tochter, und sein ganzes Leben bricht erstmal zusammen. Weil er eben nicht mehr ungestört Tag und Nacht arbeiten kann, und weil die Tochter damit seinem Karrierestreben im Weg steht. Immerhin muss er sich gegen einen innerbetrieblichen Konkurrenten behaupten, gegen Johnny Whitefeather. Der Wettbewerb im Turbokapitalismus betrifft eben nicht nur das Außen, sondern auch das Innen in den Großkonzernen, und wer den anderen nicht aussticht, wird selbst ausgestochen.

    Das alles ist genau die Welt, die die wirkliche Welt der Wirtschaft, das heißt: der Staatsschulden und Arbeitsplätze, an den Rand des Abgrunds getrieben hat. Aber der Film kritisiert das nicht, ganz offensichtlich wurde er vor der Lehman-Pleite konzipiert, vielleicht auch schon abgedreht. Statt diesem System der Gier und des Willens zur Macht positive Familienwerte als erstrebenswerte Alternative gegenüberzustellen, weiß der Film einen besseren, heißt: dem kapitalistischem System konformere Lösung: die Verbindung des Besten beider Welten. Also: die Wärme der Liebe zur Tochter und den angestrebten Chefposten im Investmenthaus, den Evan am Ende bekommt, fröhlich vereint; unter der Woche unmenschlich rackern, am Wochenende dann ein bisschen Zeit für die Familie.

    Oder in der Symbolsprache des Films gesprochen: Evan trifft seine Finanzentscheidungen aufgrund von Kinderspielen, von Ratschlägen, die er von den imaginären Freunden seiner Tochter erhält. Tipps, die immer zutreffen. Die spirituell-magische Welt, die vielleicht nur der Fantasie eines kleinen Mädchens entspringt, feiert hier Hochzeit mit Beruf-Karriere-Geld-Streben, und alles ist wunderbar.

    Die Werte, die Eddie Murphy hier vertritt, sind seit über einem Jahr out of time, aber das ist ein Kinderfilm, und da macht dieses Unzeitgemäße des Films weniger aus. Nur vorsichtig treten (in dieser unseren wirklichen Welt) die Finanzlobbyisten inzwischen wieder auf den Plan, wenn es darum geht, konkrete Regulierungen des Bankenwesens zu verhindern, doch in diesem Film feiert der freie Markt fröhliche Urständ, als wäre nie was gewesen. Ansonsten ist der Film relativ gut erträglich, anders, als der wirklich herzzerreißend hirnlose deutsche Titel vermuten lässt: denn die Fantasiewelt von Tochter Olivia wird nicht gezeigt, keine CGI-Charaktere bevölkern plötzlich Evans Wohnung. Alles spielt sich im Kopf ab, im Kopf von Olivia, die als einzige die Prinzessinnen, den Drachen, die Königin sehen kann; und als einzige deren Antworten auf Evans Fragen um Firmenwerte und Börsenkurse hören kann.

    Johnny Whitefeather wiederum hat eine eigene, ähnliche Masche, um sich von den anderen Finanzfuzzis abzuheben und damit ganz nach oben zu kommen: er geht den Weg des indianischen Schamanismus, mit Federn im Haar und blumiger Redeweise und anderem Hokuspokus. Was bei ihm aber nur bloßer Schein ist, eine Tarnung seines bluttriefenden Maules der Gier, das ist bei Evan ganz echt: weil die Einflüsterungen der unsichtbaren Fabelwesen zutreffen. Was beim Protagonisten funktioniert, die Vereinigung von Kapitalismus und privatem Glück, ist beim Antagonisten nur Schein, Täuschung, unechter Tand; der denn auch nicht glücklich wird.

    Dazwischen gibt es ein paar Szenen, in denen Murphy seinen Körper komisch werden lässt, aber Gottseidank hat er ein paar Gänge zurückgeschaltet, und wenn er mit Gesang einen Fantasiedrachen besänftigen oder auf öffentlichen Plätzen tanzen muss oder in einem Indoor-Spielplatz herumfuhrwerkt und mit Bällen beworfen wird, wird dennoch der große bloße Slapstick vermieden.

    Und irgendwie ist es ja schon (vielleicht unfreiwillig) lustig, wie Evan das Kuscheltuch seiner Tochter fetischisiert, das Zugang in ihre Zauberwelt und damit magisches Insiderwissen über große Investmentgeschäfte verschaffen kann. Finanzentscheidungen, die von den Einflüsterungen zweier unsichtbarer Zauberprinzessinnen abhängen: im Grunde ist genau das der Grund für den Zusammenbruch des Geldwesens im letzten Jahr.

    Fazit: Familienkomödie für FDP-Wähler, die voll und ganz den freien Kapitalismus feiert. Mit schönem Beatles-Soundtrack.
  • In der witzigen wie anrührenden Familienkomödie des Genre-Spezialisten Karey Kirkpatrick zeigt sich Eddie Murphy als „Daddy ohne Plan“ endlich wieder in Topform.

    Fast hätte man meinen können, Eddie Murphy, der legendäre „Glücksritter“ und „Beverly Hills Cop“, der „verrückte Professor“ und Tiersprachen sprechende „Dr. Dolittle“ hätte seinen komödiantischen Zenit nach kleineren („Norbit“) und größeren Flops („Mensch, Dave!“) inzwischen überschritten. Doch nun meldet sich die Quasselstrippe vom Dienst zurück. In der munteren Familien-Komödie des Genre-erfahrenen Autors und Regisseurs Karey Kirkpatrick darf Murphy wieder Kind sein, wenn auch anfangs eher gezwungenermaßen.

    Denn als gestresster Investmentbanker Evan Danielson ist er gar nicht erfreut, dass ihm seine Ex die gemeinsame Tochter Olivia (zum Knuddeln: Yara Shahidi) für eine Woche aufs Auge drückt. Muss er doch gerade gegen Johnny Whitefeather (Thomas Haden Church brilliert als esoterischer Börsen-Guru) und dessen innovative „indianische“ Methoden seine Pfründe verteidigen. Doch dann entpuppt sich ausgerechnet ein Spleen von Olivia als Rettung für Daddys berufliche Probleme. Das Töchterchen kann nämlich mittels einer magischen Decke namens „Goo Gaa“ Kontakt zu unsichtbaren Prinzessinnen aufnehmen. Und die besitzen erstaunlich detaillierte Kenntnisse über die Welt der Börsen, Konzerne und Aktienkurse.

    Natürlich ist diese „Goo Gaa“ lediglich Mittel zum Zweck, Symbol und Ausdruck der Entfremdung, die zwischen Vater und Tochter stattgefunden hat. Während der Erwachsene seine familiären Sorgen unter einem Berg von Arbeit vergräbt, verkriecht sich die unverstandene, vernachlässigte Kleine unter ihrer Kuscheldecke.

    Ähnlich wie zuletzt beim Dwayne-Johnson-Vehikel „Daddy ohne Plan“ macht es auch in „Zuhause ist der Zauber los“ großen Spaß, dem hoffnungslos überforderten Vater bei seinen Alleinerziehungsversuchen zuzugucken. Murphy meistert diese Gratwanderung zwischen knallhartem Business Man und warmherzigen Familienmenschen ganz hervorragend und spielt gerade in den Sequenzen, wo er sich in Olivias Traumwelt zum Affen machen muss, sein komisches Talent voll aus. Kirkpatrick, sowohl als Drehbuchautor („Chicken Run“, „Die Geheimnisse der Spiderwicks“) als auch als Regisseur („Ab durch die Hecke“) ein Garant für massenkompatible Stoffe, findet genau die richtige Mischung aus leisen und lauten Tönen. Da werden zum einen ange- bzw. ver-brannte Pfannkuchen nach Lust und Laune mit Senf, Ketchup und Schokoladensauce beschmiert und Daddys heilige Unterlagen mit Buntstiften und Glitzerklebstoff „verschönert“. Dann wiederum schleicht sich der (noch nicht geläuterte) Evan wie ein Dieb nachts ins Haus seiner Tochter, um ihr die Decke (und damit die vermeintlichen wichtigen Investment-Insider-Infos) zu klauen, was mindestens ebenso viele Emotionen freisetzt wie die Schlussszene, wenn Murphy als König (aus Olivias Fantasiewelt) verkleidet zu den Klängen des Beatles-Klassikers „All You Need Is Love“ zur Schulaufführung seiner Tochter erscheint. Da kullern hemmungslos die Tränen, es werden aber auch Erinnerungen wach an den legendären „Prinzen von Zamunda“, einem weiteren Komödien-Highlight, für das Murphy Ende der 1980er gemeinsam mit John Landis sorgte. lasso.

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