Zhou Yu de huo che

  1. Ø 0
   2003
Zhou Yu de huo che Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Zhou Yu de huo che: Melancholisch-tragische Liebesgeschichte, in der eine junge Chinesin erforscht, woran die Beziehung ihres Freundes und ihrer Vorgängerin scheiterte.

Xiu, Geliebte eines introvertierten Dichters, versucht, das Schicksal ihrer Vorgängerin zu ergründen, deren Beziehung zu Xius Freund zuvor scheiterte. Sie stößt auf eine Liebesgeschichte, deren Unabdingbarkeit und Schwierigkeit über alles Erwartete hinausgeht.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit ihrer letzten Zusammenarbeit mit Regisseur Sun Zhou, dem melancholischen Sozialdrama „Breaking the Silence“, war Hongkongs Superstar Gong Li 2000 wie mit „Zhou Yus Zug“, der 2003 außer Konkurrenz im Wettbewerb zu sehen war, bei der Berlinale vertreten – und zugleich Präsidentin der Jury. In diesem Fall spielt die chinesische Schauspielerin eine andere Doppelrolle: Zum einen ist sie die junge Frau, die die frühere Beziehung ihres Freundes erforscht – und gleichzeitig eben diese vorangegangene Geliebte, was Sun Zhous poetischen Liebesfilm bisweilen kompliziert macht, den Zuschauer aber dennoch mit seiner melancholischen Stimmung „in the mood for love“ versetzt.

    Die junge Xiu (Gong Li), Geliebte des introvertierten und schüchternen Dichters Chen Ching (Hongkong-Star Tony Leung Kar-Fai, bekannt aus „Der Liebhaber“), versucht, das Schicksal ihrer Vorgängerin zu ergründen, deren Beziehung vor kurzem scheiterte. So stößt sie auf eine Liebesgeschichte, die in ihrer Unabdingbarkeit und Schwierigkeit über alles Erwartete hinausgeht: Wenige Monate bevor sich Chen Ching in Xiu verliebte, begegnete er der Porzellanmalerin Zhou Yu (ebenfalls Gong Li). Vom Gefühl der Seelenverwandschaft überwältigt, schenkte er Zhou Yu vor seiner Rückreise in seine Heimatstadt Chongyang eines seiner Gedichte. Trotz der weiten Entfernung ihrer Wohnorte beginnen beide eine leidenschaftliche Affäre, und jedes Wochenende nimmt Zhou Yu „ihren“ Zug nach Chongyang. Bis Chen Ching die Geliebte fragt, wem ihre Zuneigung wirklich gehört – seiner Kunst oder ihm selbst. „Der Dichter hat mich gefangen genommen“, antwortet darauf die Gefragte und löst damit eine Verunsicherung aus, die Chen Ching nicht mehr überwinden kann. Als Zhou Yu alles daran setzt, seine Poesie zu veröffentlichen, kostet der Preis, den sie zahlt, letztlich ihre Liebe: Von Zhou Yu und ihrer Begeisterung für seine Arbeit bedrängt, lässt sich Chen Ching als Bibliothekar in eine noch entferntere Stadt versetzen. Zhou Yu stürzt sich daraufhin in eine Affäre mit Zhang, einem Tierarzt, den sie auf einer ihrer Zugfahrten kennenlernte.

    Sun Zhous tragisch melancholische Liebesgeschichte dreht sich so vollständig um vier Charaktere – und wird von der wunderschönen und starken Protagonistin Gong Li getragen, die hier vermutlich die schwierigste und facettenreichste weibliche Rolle übernimmt, die das chinesische Kino in den letzten Jahren hervorgebracht hat: Beide der von ihr verkörperten Frauen spiegeln Eigenschaften derselben Persönlichkeit wider – Xiu, die lediglich zu Beginn und gegen Ende des Films die Liebesgeschichte zwischen Zhou Yu und Chen Ching einrahmt, in deren Blicken und Gesten jedoch eine Vorstellung von der Besonnenheit ihres Charakters liegt, der zum Teil auch dem der zugleich leidenschaftlichen wie schüchternen Zhou Yu entsprechen scheint. Dabei bleiben beide Handlungsstränge und die sich überlappenden Zeitebenen der nur wenige Wochen auseinander liegenden Affären oftmals schwer auseinander zu halten. So laufen in Zhou Yus Zug, der die Geliebten trennt und zusammenführt, alle Ebenen auf verwirrende Weise durcheinander, gleichzeitig hält die Strecke jedoch mindestens zwei Welten auseinander: Sobald Zhou Yu den Bahnhof und den Geliebten erreicht, fällt alle Zurückhaltung von ihr, sie scheint wie verwandelt und von ihrer Leidenschaft überwältigt.

    Regisseur Sun Zhous Bilder dieser Liebe und der Landschaften sind betörend, wechseln von epischer Weite zu Zeitlupengesten, die – von einem sensiblen Score untermalt – ganz an Wong Kar-Wais „In the Mood For Love“ erinnern, doch dessen Dichte und Eindringlichkeit vermissen lassen. Wo hier erklärende Worte fehlen, sprechen die Gesichter von Gong Li und Tony Leung Kar-Fai zwar Bände. Letztlich jedoch verfliegen jedoch auch diese mit jeder Zugfahrt mehr und gerät die Handlung mit jedem Halt von Zhou Yus Zug ein wenig zu oft ins Stocken. cm.

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