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Young@Heart (2007) Film merken

Young@Heart Poster
 

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Filmhandlung und Hintergrund

Young@Heart: Lebensfrohe Dokumentation über einen Rentnerchor, der sich auf die Interpretation von Rocksongs spezialisiert hat.

Für ein lokales Konzert probt der “Young at Heart”-Chor von Northhampton im amerikanischen Bundesstaat Massachusetts. Das Durchschnittsalter der Sänger beträgt erstaunliche 81 Jahre und genau so ungewöhnlich ist ihr Programm, das alles andere als den typischen Vorstellungen ihres Semesters entspricht: “Schizophrenia” von Sonic Youth, “I Feel Good” von James Brown, oder “Fix You” von Coldplay sind nur einige Beispiele für die moderne Auswahl an Songs.

Die letzten Probewochen vor dem großen Auftritt eines Chors, dessen Altersspanne von 75 bis 92 Jahren reicht, hat Stephen Walker verfolgt. Obwohl die Gesangsgruppe schon durch Europa tourte und für königliche Gesellschaften sang, wählen sie nun eine Palette junger Pop- und Rockmusik.

Ein 1982 gegründeter Chor unter der Leitung von Bob Cilman hat sich vor allem auf die Interpretation von Rock- und Punksongs, wie etwa von den Ramones oder den Talking Heads, spezialisiert. Das Besondere dabei ist der Umstand, dass man, um in den Chor aufgenommen zu werden, bereits das 60. Lebensjahr erreicht haben muss.

Älter als 60 muss man sein – das ist das Aufnahmekriterium des 1982 gegründeten Chors unter der Leitung von Bob Cilman, in dem greise Menschen dem Alter und der eigenen Sterblichkeit mit der Interpretation von Songs wie “Should I Stay or Should I Go” oder “Road to Nowhere” einen rockenden Mittelfinger entgegenrecken. Die meisten Mitglieder haben eine ellenlange Krankheitsgeschichte hinter sich, manche sind Weltkriegsveteranen. Was aber auch bedeutet, dass nicht jedes Mitglied des Chors am Ende einer Tour noch unter den Lebenden ist.

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Kritikerrezensionen

  • Die unbefangene Doku über ein kurioses Thema – ein Rentnerchor interpretiert mitreißend Rock- und Punksongs – nähert sich mit viel Herz dem Dilemma von Alter und Tod, feiert dabei aber unwiderstehlich das Leben.

    Rockende Rentner, Punk mit künstlichem Hüftgelenk, ein amüsiertes, enthusiastisches Publikum – so reißerisch beginnt die Doku von Stephen Walker, dessen partizipierender Off-Kommentar den Zuseher immer auf der Höhe des Geschehens hält. Doch seine Respektlosigkeiten sind wohldosiert und massenverträglich, er albert mit den Mitgliedern des Chors herum, statt über sie. Das bedingt nonchalante Lockerungsübungen für das Zwerchfell und zollt den Leistungen der Menschen zwischen 75 und 93 auch gehörig Respekt. Die gute Laune der Herren und Damen jenseits der 60 – das Aufnahmekriterium des 1982 gegründeten Chors – überträgt sich fugenlos auf den Zuschauer. Unter der Leitung von Bob Cilman beginnen sie im amerikanischen Northhampton mit den durchaus chaotischen Proben für einen Gig in sieben Wochen, was das zeitliche Gerüst bildet. Zwar favorisieren die Sänger privat eindeutig Klassik, haben sich aber die Interpretation moderner Rock- Soul- und gar Punk-Hits auf die Fahnen geschrieben.

    Das ergibt einen lebhaften Konzertfilm, der über weite Strecken wie eine warmherzige Komödie funktioniert, was zwar bedeutet, dass er sehr inszeniert ist, aber sein Sujet immer angemessen und auf Augenhöhe behandelt. Die meisten Mitglieder haben eine ellenlange Krankheitsgeschichte hinter sich, manche sind Weltkriegsveteranen – und reißen ganz selbstironisch Witze über die eigene Gebrechlichkeit. Doch langsam aber sicher schleicht sich ein melancholischer Zug ein, Intensivstation und Lebensende sind allgegenwärtig. Dieser geistig fitte Rentnertrupp lehrt auf sanfte Weise den selbstverständlichen Umgang mit altersbedingten Krankheiten und dem unausweichlichen Tod. Als kurz vor dem Auftritt zwei Mitglieder sterben und die Stimmung gedrückt ist, zeigt sich Walkers Fingerspitzengefühl, sich in emotionale Zustände einzufühlen. Songtexte und eigens produzierte Musikvideos wie “I Wanna Be Sedated” von den Ramones, “Stayin’ Alive” von den Bee Gees oder “Road To Nowhere” von den Talking Heads werden zu metaphernreichen Kommentaren zur Gemütslage im hohen Alter. Doch wer ein echter Entertainer ist, lebt und stirbt für die Bühne, inkontinent oder nicht, denn – und selten war dieses Motto so philanthropisch – the show must go on. Schon aus Respekt für die verstorbenen Sänger, die einem ans Herz gewachsen sind. tk.

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