Yes

  1. Ø 2
   2004
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Filmhandlung und Hintergrund

Yes: Liebesgeschichte zwischen einer verheirateten amerikanischen Wissenschaftlerin und einem libanesischen Koch.

Sie (Joan Allen) ist eine emanzipierte, selbstbewusste Wissenschaftlerin, verstrickt in eine unglückliche Ehe mit einem reichen Politiker (Sam Neill). Er (Simon Abkarian) ist ein gelernter Chirurg, der einst vor den unerträglichen Bürgerkriegsbedingungen aus Beirut floh und nun in England Schnittchen im Partyservice verteilt. Als sie sich auf einer gesellschaftlichen Veranstaltung über den Weg laufen, ist es Liebe auf den ersten Blick.

Dialoge in Versform und eine verspielte Bildsprache machen Sally Potters Kommentar zum Aufeinandertreffen der Kulturen und Geschlechter zum Tipp für künstlerisch anspruchsvolle Romantiker.

Eine unglücklich verheiratete, amerikanische Wissenschaftlerin verliebt sich in London leidenschaftlich in einen libanesischen Koch. Ihre Beziehung wird rasch von den politischen und kulturellen Konflikten ihrer Heimatländer überschattet. Das Paar geht schließlich getrennte Wege, er nach Beirut, sie nach Belfast, dann treffen sie beide in Havanna wieder aufeinander.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Bei ihrem in Versform erzählten Drama „Yes“ verzichtet Sally Potter erneut auf gängige filmische Konventionen und belegt gleichzeitig, dass sich Kunst und Kino durchaus intelligent-unterhaltsam in Einklang bringen lassen.

    Die einzige Konstante im Oeuvre der britischen Filmemacherin ist die, dass es keine gibt und sie in keine Schublade passt. Als schwülstiges Schaustück verfilmte Potter Virginia Woolfs „Orlando“, nur um dann eine formal streng durchkomponierte „Tango Lesson“ zu geben. Ihrem opulenten Historien-Epos „The Man Who Cried“ folgt nun die (nur) auf den ersten Blick klassische Liebesgeschichte „Yes“. Sie erzählt von einer wohlsituierten Politikergattin, ihres Zeichens kühl kalkulierende Wissenschaftlerin, die auf einem Bankett einen neuen Mann kennen lernt. Einen wortgewandten, hoch emotionalen Koch, der eigentlich Arzt ist und den es aus seiner Heimatstadt Beirut nach London verschlagen hat. Das Feuer der ersten Liebe weicht der Ernüchterung ob ihrer kulturellen und politischen Differenzen, ihren verschiedenen Wurzeln und ihrem unterschiedlichen Blick auf die Welt.

    Der „Aha-Effekt“, das „Kenn‘ ich schon“ will, kann sich erst gar nicht einstellen, kommunizieren die Figuren doch primär mittels jambischer Blankverse. Eine Distanz wird geschaffen. Etabliert schon bei der ersten Annäherung des Paares, von der man wie ein Voyeur mittels Bilder einer Überwachungskamera erfährt. Brecht lässt grüßen, während der Blick von Außen auf die Allgemeingültigkeit der Story verweist. Ein poetisch-philosophisches Lehrstück im Zeichen von 9/11, eine griechische Tragödie. Am Individuellen macht Potter das Allgemeingültige fest. Das Private ist politisch, das Politische privat. In einer globalisierten Welt gibt es keine Rückzugsmöglichkeiten mehr. Jeder trägt Verantwortung, muss sich stellen, Stellung beziehen. Das machen die groß aufspielenden Schauspieler, allen voran Joan Allen, sichtbar, ja geradezu spürbar. Und: Es gibt durchaus noch Hoffnung, treffen sich die Liebenden nach ihren Irrfahrten doch in Havanna, auf Kuba wieder. Wo sich zum Nachdenken das Träumen gesellt… geh.

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