Filmhandlung und Hintergrund

TV-Thriller: Eine liberale Bildungsbürgerfamilie wird zur Zielscheibe für die Schikanen eines gewaltbereiten türkischen Jugendlichen.

Felix wächst in einem gutbürgerlichen Elternhaus auf, Vater Simon ist angehender Literaturprofessor, die Mutter Immobilienmaklerin. Der junge Türke Can versorgt Felix nicht nur mit Marihuana, sondern hat es sich auch zum Hobby gemacht, Felix zusammen mit seinen Freunden zu hänseln und zu drangsalieren. Als er dem behüteten Teenager dessen neue Sportschuhe wegnimmt, ist für Felix‘ Vater das Maß voll. Er konfrontiert Can, doch der zeigt sich uneinsichtig. Simon sieht keinen anderen Weg, als die Polizei zu informieren.

Angehender Literaturprofessor konfrontiert den jugendlichen türkischen Drangsalierer seines Sohnes, worauf eine Spirale der Gewalt beginnt. Spekulatives, aber auch emotional eindringliches Fernsehdrama.

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Kritiken und Bewertungen

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3 Bewertungen
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Kritikerrezensionen

  • Wut: TV-Thriller: Eine liberale Bildungsbürgerfamilie wird zur Zielscheibe für die Schikanen eines gewaltbereiten türkischen Jugendlichen.

    Das Drehbuch zu diesem Film galt jahrelang als unverfilmbar: Die Geschichte sei politisch nicht korrekt und könne als ausländerfeindlich missverstanden werden.

    Es ist das große Verdienst von Produzent Christian Granderath und WDR-Redakteur Wolf-Dietrich Brücker, dass sich daran auch nach der Verfilmung nichts geändert hat: „Wut“ stellt, wie WDR-Fernsehfilmchef Gebhard Henke ganz richtig formuliert, radikale Fragen und gibt radikale Antworten. Darüber hinaus ist der Film auch ein Signal gegen den immer wieder und nicht ganz zu Unrecht erhobenen Vorwurf, die ARD vermeide zur „Primetime“ unbequeme Themen und verschiebe sie lieber auf spätere Sendeplätze. „Zu oft“, weiß auch Brücker, „gehorchen wir dem Gebot der Quote, der Gefälligkeit, der ästhetischen Durchschnittlichkeit“.

    „Wut“ hingegen ist gewissermaßen der Einbruch der Realität in die heile Fernsehfilmwelt. Ungeschönt beschreibt Autor Max Eipp, der in seinem Drehbuch eigene Erfahrungen verarbeitete, wie die Ideale eines liberal gesinnten Hochschuldozenten an der Wirklichkeit scheitern: Felix Laub (Robert Höller), Sohn aus gutem Hause, wird auf dem Schulweg regelmäßig von dem jungen türkischen Dealer Can (Oktay Özdemir) „abgezogen“. Als sich sein Vater Simon (August Zirner) einmischt und versucht, den Konflikt auf seine Weise, zu lösen, ist dies der Beginn einer Eskalation, in deren Verlauf die Kontrahenten zu immer aggressiveren Mitteln greifen: Erst taucht Can im Haus der Laubs auf und beleidigt Vater Simon als „Schwuchtel“, dann stört er seine Antrittsvorlesung. Als Simon sieht, wie Can seinem Sohn Haschisch verkauft, verliert er kurz die Kontrolle, wird handgreiflich und von Cans Clique verprügelt. Simon revanchiert sich, indem er seinen rustikalen Freund Michael (Ralph Herforth) auf Can ansetzt. Der rächt sich für die Prügel, nimmt Simons Frau (Corinna Harfouch) als Geisel und fordert Simon zu einem Duell, dass einer von beiden nicht überleben wird.

    Unter der Regie von Züli Aladag wiederholt Özdemir seine brillante Leistung aus Detlef Bucks Kinofilm „Knallhart“. Kongenial ist die Leistung Zirners: Simons Ideale fallen unter dem Ansturm von Cans urwüchsiger Aggressivität regelrecht in sich zusammen. Am Ende greift der Literaturprofessor zu just jenen Steinzeitmethoden, die er dem jungen Türken am Anfang vorgeworfen hat.

    Trotzdem irrt, wer „Wut“ als Kommentar zur aktuellen Kollision der Kulturen hält: Der Konflikt basiert in erster Linie auf den sozialen Unterschieden; es geht nicht um christliche und muslimische Kultur, sondern um Haben oder Nichthaben. tpg.

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