Win Win

   Kinostart: 21.07.2011
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Filmhandlung und Hintergrund

Intelligent-anrührendes Family-Entertainment um Außenseiter, die erst eine Zweckgemeinschaft und später Freunde werden.

Mike, ein mittelmäßiger Kleinstadtanwalt, hadert mit seinem Schicksal. Der Job läuft schlecht, das Geld ist knapp, und das Ringerteam, das er trainiert, verliert einen Wettkampf nach dem anderen. Als er aber seinen Klienten Leo, der an Alzheimer leidet, ins Altersheim steckt und als dessen Vormund monatlich 1500 Dollar kassiert, scheint sich das Blatt zu wenden. Zumal Teenager Kyle, Leos Enkel und hochbegabter Ringer, plötzlich vor seiner Haustür steht und die Mannschaft über Nacht aus dem Dauertief herausholt. Eine klassische Win-Win-Situation, wäre da nicht Kyles drogensüchtige Mama.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. „Win Win“ von Regisseur Tom McCarthy ist ein Film, der etwas erzählen will und der nicht als kommerziell ausgerichtetes Produkt konzipiert wurde. Er ist eine Independent-Produktion wie schon McCarthys „The Visitor“ aus dem Jahr 2007, in dem ein einsamer Universitätsprofessor Freundschaft mit einem illegalen Immigranten und dessen Mutter schließt. Hier geht es in ähnlich unscheinbarem Realismus, aber auch mit humorvollen Tönen um einen durchschnittlichen Mann, der sich aus finanziellen Sorgen zu einer moralisch fragwürdigen Trickserei verleiten lässt. Doch erst als ein Jugendlicher in sein Leben tritt, geraten die Dinge für den Familienvater richtig in Bewegung.

      Zunächst widmet sich die Geschichte dem normalen, eher etwas trüben Alltag von Mike. Er hat nicht genug Klienten, um fällige Reparaturen zuhause und im Büro zu bezahlen. Wenn er von der Arbeit heimkehrt, kümmert er sich um die verstopfte Toilette und andere Haushaltspflichten. Die Schülermannschaft im Wrestling, die er trainiert, ist eine Katastrophe, und auch Mike und sein Co-Trainer sind ziemliche Amateure, wenn auch engagierte. Beim morgendlichen Joggen mit seinem alten Freund Terry bekommt Mike einen Panikanfall mit Atemnot, wie öfters in letzter Zeit.

      Paul Giamatti ist für die Rolle dieses unauffälligen, nicht gerade attraktiven Mannes eine ideale Besetzung. Aus seiner Mimik und seinen Gesten spricht Gutmütigkeit, Pflicht- , aber auch ein wenig Schuldbewusstsein nach dem Trick mit der Vormundschaft für Leo Poplar, von dem seine Frau Jackie nichts erfährt. Kyle, der schweigsame Junge mit den gefärbten Haaren, der zum Entsetzen von Jackie raucht, macht zunächst keinen besonders guten Eindruck auf die Flahertys. Aber so gerne sie ihren Gast wieder los wären, seine Mutter meldet sich nicht und Kyle will nicht zurück nach Ohio. In der patenten Jackie, gespielt von Amy Ryan, erwachen mütterliche Instinkte. Mike adoptiert ihn innerlich erst, als er ihn beim Training sieht. Es gehört zu den komischen Höhepunkten, wie Mike und seine Co-Trainer es jeweils kaum fassen können, dass Kyle seine Gegner im Ringen dermaßen schnell niederzwingt.

      Für die Rolle des Kyle wählte McCarthy den echten Highschool-Wrestler Alex Shaffer, der hier sein Filmdebüt gibt. Dass Shaffer kein routinierter Schauspieler ist, passt zu seiner wortkargen, scheuen Figur. Das Leben mit dem Jugendlichen wird für die Flahertys zu einer interessanten Erfahrung, denn sie dürfen an Kyles vielversprechender Entwicklung teilhaben und müssen sich auch den Konflikten mit ihm stellen. Der Jugendliche bringt neuen Schwung in die Familie und profitiert selbst – eine Win-Win-Situation, wie sie der Titel verspricht.

      Dieses dynamische Miteinander der Hauptfiguren anzuschauen, ist bewegend und ergreifend, gerade weil es so differenziert geschildert wird. Die Begegnung von Mike und Kyle erscheint als eine dieser wundersamen Fügungen, die das Leben plötzlich erfrischen und mit Glanz erfüllen können. Auch Nebenrollen wie die des Großvaters Leo, den der aus vielen Filmen bekannte Burt Young verkörpert, oder von Kyles neuem Freund Stemler, einer komischen Wrestling-Niete, die von David Thompson dargestellt wird, sind markant charakterisiert und gut gespielt.

      Fazit: Beeindruckender, in seiner Realitätsnähe unscheinbar gestalteter Film über einen Jugendlichen, der frischen Wind in den Alltag eines Durchschnittsamerikaners bringt.
    2. Win Win: Intelligent-anrührendes Family-Entertainment um Außenseiter, die erst eine Zweckgemeinschaft und später Freunde werden.

      Ein erfolgloser Anwalt in Geldnöten und ein Teen-Ringer mit Familienproblemen kämpfen sich ins Leben zurück. Doppelsieg-Strategie, die aufgeht - auch fürs Publikum.

      Mike ist ein mittelmäßiger Kleinstadt-Anwalt. Die Familie liebt er, den Job hasst er. Geld ist knapp, selbst um die defekte Heizung zu reparieren, reicht es nicht. Leo, ein Klient von Mike, versinkt langsam in Demenz, will aber nicht aus seinem Haus ausziehen. Als Mike entdeckt, dass Leos Vormund 1500 Dollar im Monat bezahlt bekommt, übernimmt er selbst diese Aufgabe und steckt Leo ins Altersheim. Unmoralisch, aber Leo geht es da besser und Mike braucht das Bare. Ein klassische „Win Win“-Situation, die zudem dadurch versüßt wird, dass plötzlich Kyle auf seiner Türschwelle auftaucht: Ein hoch begabter Ringer, der das desolate, von Mike betreute High-School-Team plötzlich von Sieg zu Sieg führt.

      Um „zufällige“ Familien geht es bei Autor/Regisseur Thomas McCarthy, um (liebenswerte) Außenseiter, die sich in einem Haus, einer Zweitwohnung oder einem Bahnhof zusammen tun, Zweckgemeinschaften schließen und darüber zu Freunden werden. Zum dritten Mal arbeitet McCarthy, hauptberuflich Schauspieler („Syriana“), nach „Station Agent“ und „Ein Sommer in New York - The Visitor“ mit Kameramann Oliver Bokelberg zusammen und erneut mutet ihr Film höchst realistisch an. Um „echte“ Leute dreht sich die Story, erzählt von Menschen mit nachvollziehbaren Problemen und alle Unwahrscheinlichkeiten unterstreichen wie in den Romanen John Irvings den Wahrheitsgehalt nur.

      In bester Spiellaune zeigt sich einmal mehr Trauerkloß Paul Giamatti („Sideways“), der als gebeuteltes Schlitzohr gefällt, das mühsam versucht, die Fassade bürgerlicher Wohlanständigkeit aufrecht zu erhalten. Die kantige Amy Ryan („The Wire“) verkörpert das moralische Zentrum der Geschichte, für die komischen (Sidekick-)Momente sind der linkische Jeffrey Tambor und der zappelige Bobby Cannavale als Mikes Co-Trainer zuständig. Das Herz der Handlung - für das auch das der Zuseher schlägt - ist Kyle, gespielt vom Blondie-Ringer Alex Shaffer, der den Lebensmut nicht verliert. Trotz erpresserischer Drogenmama und Prügel-Stiefvater glaubt er an Familie, holt Opa Leo („Rocky“-Trainer Burt Young) aus dem Heim und versorgt diesen zum Frühstück mit den geliebten Cocoa Puffs. Familie ist möglich, intelligent-anrührendes Family Entertainment auch. geh.
    3. „Wertvoll”

        Das Leben von Mike sah schon mal besser aus: Sein Beruf als Kleinstadtanwalt bringt ihm kaum noch Gewinn ein, sein Schul-Ringerteam verliert ständig und seiner Familie möchte er von all diesen Sorgen nichts beichten. Als er aber eines Tages die Vormundschaft für einen wohlhabenden alten Klienten übernehmen kann und dessen Enkel Kyle vor seiner Tür steht, scheint sich das Blatt zu wenden. Denn Kyle ist ein absolutes Ass im Ringen und möchte in Mikes Mannschaft mitmachen. Alles könnte nun so schön sein, wenn das Schicksal nicht noch weitere Überraschungen präsentieren würde. Eine authentische Geschichte voller kleiner Wendungen und Überraschungen liefert Regisseur Thomas McCarthy, die vor allem von seinen wunderbaren Darstellern, allen voran Paul Giamatti und Alex Shaffer als Kyle, lebt. Durch den humorvollen und stets ehrlichen Umgang aller Figuren miteinander entsteht eine etwas andere Familiengeschichte, in der man gleichzeitig lachen und weinen möchte. Die tragikomische Geschichte liefert ein Abbild des wahren amerikanischen Lebens der heutigen Zeit, mit all seinen gesellschaftlichen und finanziellen Problemen. Ruhige Bilder, auf den Punkt geschriebene Dialoge und ein sanfter Grundton schaffen eine anrührende Geschichte für die ganze Familie.

        Jurybegründung:

        Ein liebenswürdiger, aber wenig erfolgreicher Anwalt, der in seiner Freizeit eine Gruppe Jugendlicher trainiert und auch bei dieser Aufgabe, einen Haufen Knaben zu guten Ringern zu erziehen, floppt, trifft auf einen psychisch verstörten Jungen namens Kyle. Und ausgerechnet dieser Junge, dessen Großvater der Anwalt in ein Pflegeheim abgeschoben und dafür auch noch Pflegegeld kassiert hat, entpuppt sich als das große Ringertalent, auf das Mike Flaherty all die Jahre gewartet hat. Dass dies zu einem Dilemma führt und zu einigen Problemen, liegt auf der Hand. Nach einer etwas breit geratenen Exposition entwickelt sich dann eine anrührende Geschichte über eine Gruppe von sympathischen, vom Leben arg gebeutelten Menschen, die alle auf ihre zweite Chance warten. Da ist Mike, der sich durch seinen Betrug fast um Kopf und Kragen bringt, da ist seine temperamentvolle, warmherzige Frau, die Kyle ein neues Zuhause bietet, da ist der schwierige Junge, der zum ersten Mal in seinem unruhigen Leben eine Heimat findet und im vorübergehenden Erfolg als Ringer eine kaum mehr erwartete Perspektive, und da ist Leo Poplar, der alte Mann am Rande der Demenz, der in das Heim verpflanzt wurde und nur eines möchte: zurück in sein eigenes Haus. Viele Themen reißt dieser liebenswürdig unprätentiöse Film an - von der Demenz und den Problemen des Alters über die Folgen einer von Gewalt überschatteten Kindheit und die Bedeutung von Freundschaft, Vertrauen und Sport als Hoffnung auf ein besseres Leben bis hin zu dem Überlebenskampf der Mittelschicht in einer von Wirtschaftskrisen geschüttelten Welt. Vieles wird dabei nur angedeutet, was der Handlung zugute kommt. Ebenso wie die starken Schauspieler, allen voran Paul Giamatti als Mike und Alex Shaffer als Kyle, die den Figuren eine überzeugende Authentizität verleihen. Kein Hollywood-Glamour umgibt diese Charaktere, sondern eine herzerfrischende Normalität. Eine Komödie ist dieser Film nicht wirklich, eher ein Drama mit gelegentlich humorvollen Momenten in den Dialogen und im Gehabe einiger Figuren wie dem überspannten Co-Trainer, einem attraktiven aber liebeskranken Unternehmer. Die Handlung konzentriert sich auf wenige Schauplätze, was man als Stärke, aber auch als eine der Schwächen von WIN WIN betrachten kann, da der Film dadurch eindimensional wirkt und die Kamera-Arbeit etwas eintönig erscheinen lässt. Auch die vom Ausschuss bemängelte wenig überraschende Entwicklung der Handlung hin zu ihrem voraussehbaren Ende gab bei der Bewertung den Ausschlag, nicht das höchste Prädikat zu vergeben.

        Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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