Wild Christmas

  1. Ø 5
   2000
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Filmhandlung und Hintergrund

Wild Christmas: Noir-angehauchter Actionthriller über einen aus dem Gefängnis entlassenen Sträfling, der gegen seinen Willen in einen Casinoraub involviert wird.

Kurz bevor er aus dem Gefängnis entlassen werden soll, wird Rudys Zellenkumpel Nick erstochen. Rudy nimmt Nicks Stelle ein und lässt sich von dessen süßer Brieffreundin Ashley abholen. Doch die Freude über den schnell folgenden Sex währt nur kurz, denn bald taucht Ashleys brutaler Bruder auf: Der will ein Casino ausräumen, in dem Nick gearbeitet hat. Rudy weiß: Er sitzt gehörig in der Patsche!

Im Knast wurden Rudy und Nick Freunde, doch kurz vor der gemeinsamen Entlassung fällt Nick dem Attentat eines feindlichen Knackis zum Opfer. Als Rudy vor dem Knasttor auf Nicks attraktive Knast-Brieffreundin Ashley trifft, bringt er es nicht übers Herz, ihr die Wahrheit zu sagen, und gibt sich stattdessen selbst als Nick aus. Als dann aber Ashleys irrer Bruder Gabriel plus Gang auf der Matte steht und ihn, den angeblichen Superdieb, zu einem Casinoraubzug pressen will, bereut Rudy den Entschluss bitter. Jetzt ist Improvisation gefragt, denn Gabriel ist zu jeder Schandtat entschlossen.

An Stunt-Sequenzen reicher Actionthriller von Routinier John Frankenheimer: Rudy nimmt die Rolle seines erstochenen Zellenkumpels Nick ein und begibt sich nach der Entlassung in die Arme von dessen Brieffreundin Ashley. Zu dumm, dass Ashleys brutaler Bruder mit ihm zusammen das Casino ausrauben möchte, in dem Nick gearbeitet hat.

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Kritikerrezensionen

  • Nach seinem extrem actionbetonten Thriller "Ronin" (1998) lässt es Regisseur John Frankenheimer wieder ruhiger angehen. "Reindeer Games" ist eine verzwickte Mischung aus Krimi-Drama und Film Noir, Gangsterfilm und Mysterythriller. Und er funktioniert. Autor Ehren Krueger, der mit seinem Skript zwar lange nicht die Intensität seines Psycho-Thrillers "Arlington Road"(1999) erreicht, hat erneut einen Plot geschaffen, der von den unterschiedlichen Eigenschaften seiner Charaktere lebt.

    Der Häftling Rudy, ein reuevoller Dieb, der endlich eine glückliche Zukunft will, ist kein wirklicher Held, sondern ein relativ normaler Mensch. Ben Affleck kann in dieser Rolle voll und ganz überzeugen, sie passt zu ihm. Einen Action-Helden würde man ihm nicht abnehmen, den Loser, der Angst vor dem Tod hat, schon.

    Dann Gabriel, der Schurke, der sich selber gerne als Obergangster propagiert, obwohl er eigentlich unerfahren ist. Dies versucht er mit brutalster Gewalt zur Seite zu schieben, seine Unfähigkeit darf seinem Gegenüber nicht bewusst werden. Wer könnte besser absolut böse spielen und dabei noch eine gewisse Note herzlichen Charme ausdrücken als Gary Sinise.

    Eine ähnliche Rolle hatte er bereits als Kindesentführer in "Kopfgeld"(1996), nur dass sein Charakter Gabriel eher heruntergekommen wirken muss. Für Sinise kein Problem, dem Regisseur und Schauspieler würde man wohl jede Rolle abnehmen. Und dann Ashley, anfangs ein Engel, doch mit fortlaufender Handlung wird sie immer zwielichtiger. Charlize Theron geht in ihrer Rolle auf, beherrscht ihre Szenen mit ihrem guten Spiel und ihrer puren Erotik. Die Besetzung könnte wohl perfekter nicht sein.

    Der Plot unterhält bestens. Nicht dass hier ein grandioser Spannungsbogen erzeugt würde, aber es gibt keinen Leerlauf. Die Planung des Überfalls bishin zur Durchführung wird konsequent geschildert und überraschende Wendungen in der Geschichte machen den Film zusätzlich interessant. Erst gegen Ende gibt es ein paar sehr unwahrscheinliche Wendungen und Geschehnisse, die Rudy in einem einzigen Satz auf den Punkt bringt: "Es hätten tausend Dinge schief gehen können."

    Aber dies ist ja ein Hollywood-Popcorn-Movie, das einfach nur unterhaltsam sein und Spaß machen soll. Und dies schafft "Reindeer Games" ohne Probleme, was ihn wohl, ähnlich wie "Tödliche Weihnachten" es 1996 war, zum Christmas-Thriller 2000 machen wird.

    Fazit: Solide Hollywood-Popcorn-Unterhaltung. Ein Thriller, der zwar keinen großartigen Spannungsbogen aufweisen kann, aber immerhin nie langweilig wird.
  • Der mittlerweile 70-jährige Regieveteran John Frankenheimer kann auf ein langes Filmschaffen zurückblicken, das exzellente Klassiker wie „Botschafter der Angst“ und „French Connection II“, aber auch den einen oder anderen Ausrutscher wie „DNA – Die Insel des Dr. Moreau“ umfasst. 1998 meldete er sich stilsicher mit dem ebenso eleganten wie atemlosen Agententhriller „Ronin“ zurück, und jetzt legt der Routinier des Genrekinos mit dem in unterkühlter Noir-Tradition konstruierten „Reindeer Games“ einen Heist-Thriller reinsten Wassers nach. In den Hauptrollen finden sich mit Ben Affleck („Auf die stürmische Art“) und Charlize Theron („The Astronaut’s Wife“) zwei aufstrebende junge Hollywood-Stars.

    Eigentlich sollte die Miramax-Veröffentlichung in Einklang mit ihrer zur Weihnachtszeit angesiedelten Story um vertauschte und verdeckte Indentitäten im Dezember in die amerikanischen Kinos kommen. Doch gab man der starken Konkurrenz (unter anderem die ebenfalls von Drehbuchautor Ehren Kruger geskriptete Slasherbescherung „Scream 3“) nach und wählte die wohl nicht so ideale Pole-Position Ende Februar. Ihren Ausgang nimmt die rasante Räuberpistole mit einem Schwenk über eine handvoll toter Weihnachtsmänner, dann geht es unvermittelt weiter in einem Staatsgefängnis in Michigan (tatsächlich wurde in British Columbia gedreht), wo sich Nick (James Frain) und Rudy (Affleck) eine Zelle teilen. Nick pflegt eine Briefromanze mit der süßen Ashley (Theron ist hier auch dem Namen nach Ashley Judd ähnlich). Als Nick kurz vor seiner Entlassung erstochen wird, zeigt Rudy wenig Skrupel und gibt sich bei der am Gefängnistor wartenden Ashley als Nick aus. Kaum haben sie eine Runde im überschwenglichen Sexclinch verbracht, steht Ashleys unausstehlicher Bruder Gabriel (Gary Sinise) auf der Matte. Er verlangt vom gründlich vermöbelten Rudy – oder wie er glaubt, Nick – mit ihm und seinen nicht minder gewalttägig-garstigen Handlangern ein indianisches Casino auszurauben, in dem Nick gearbeitet te. Zwei Fluchtversuche und eine Reihe sadistischer Misshandlungen später, willigt Rudy ein, mit der Gang in Weihnachtsmännerkostümen den großen Coup im Casino zu wagen. Fortan überschlagen sich die Ereignisse mit der Schnelligkeit der später abgefeuerten Maschinengewehrsalven, und die einigermaßen konstruierte Handlung schlägt wie ein gehetzter Hase wilde und unerwartete Haken.

    Tempo, Tempo, Tempo scheint das Motto des einmal sehr schnörkellos zur Sache kommenden Frankenheimer gewesen zu sein. Mit seinem routinierten Actionthriller gönnt er dem Zuschauer kaum eine Verschnaufpause. Ein Gewaltgewitter folgt auf das nächste, während die endlosen tristen Schneelandschaften „Fargo“ ins Gedächtnis rufen. Doch dessen Comic relief will „Reindeer Games“ nicht bieten – stattdessen gibt es Tough-Guy-Kino pur, in dem es die glatte Visage von Affleck Frankenheimer schwer angetan zu haben scheint: Auffällig viele Großaufnahmen gönnt der Regisseur seinem jungen Star. Den Spannungsbogen lässt er dennoch nicht aus dem Auge: Er wird straff gehalten, auch wenn nicht alle Handlungshaken glaubhaft sind. Für das Genrepublikum wird allemal grundsolide Unterhaltung geboten, und der deutsche Starttermin im Dezember kommt dem Szenario entgegen. ara.

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