Wie im Himmel (2004)

Originaltitel: Så som i himmelen
Wie im Himmel: Ein Dirigent findet in einem ländlichen Kirchenchor in der schwedischen Provinz seine Berufung und sein Glück.
Kinostart: 15.10.2017
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Filmhandlung und Hintergrund

Wie im Himmel: Ein Dirigent findet in einem ländlichen Kirchenchor in der schwedischen Provinz seine Berufung und sein Glück.

Der weltberühmte Dirigent Daniel Dareus (Michael Nyqvist) wird vom körperlichen Kollaps aus der vormals steilen, internationalen Karrierebahn geworfen. Er kehrt in sein schwedisches Heimatdorf zurück und findet nach einer klärenden Phase der Rekonvaleszenz eine neue Bestimmung als kreativer Leiter des ortsansässigen gemischten Kirchenchors. Dort verliebt er sich bald in die hübsche Lena (Frida Hallgren) und betätigt sich als Lebenshelfer in der Not, was jedoch nicht überall auf christliche Gegenliebe stößt.

In dieser mit kauzigen Typen reich gesegneten Mischung zwischen Culture-Clash-Komödie und Sinnfindungsdrama erweist sich einmal mehr der dörfliche Mikrokosmos als heilsames Pflaster für gehetzte Karrieremenschen.

Der international renommierte Dirigent Daniel beendet nach einem körperlichen Zusammenbruch seine Karriere und zieht sich in das Dorf seiner Kindheit in Nordschweden zurück. Dort lässt er sich überreden, den örtlichen Kirchenchor zu leiten – und steckt tatsächlich nach und nach die Dorfbewohner, vor allem die Frauen, mit seiner musikalischen Begeisterung an.

Als der renommierte Dirigent Daniel Dareus einen schweren körperlichen Zusammenbruch erleidet, beendet er seine internationale Karriere und zieht sich in sein Heimatdorf in Nordschweden zurück. Obwohl er eigentlich seine Ruhe haben will, lässt er sich überreden, den örtlichen Kirchenchor zu leiten. Nach und nach erfährt Daniel so von den Sorgen und Nöten des bunt zusammengewürfelten Chors. Schließlich gelingt es ihm, das ganze Dorf mit seiner Begeisterung für die Musik anzustecken und den grauen Alltag vergessen zu machen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Nach seinem Herzinfarkt beendet der gefeierte Dirigent Daniel Daréus (Michael Nyqvist) seine Karriere. Sein Arzt hat ihm ein kaputtes Herz bescheinigt. Es verheißt nichts Gutes, als dieser Daniel durch die verschneite Landschaft in das Dorf seiner traurigen Kindheit zurückfährt. Dort weiß niemand, dass er einmal hier gelebt hat, jeder kennt ihn nur wegen seines internationalen Ruhms. Der scheue Künstler kann sich über die Flocken und einen Schneehasen vor dem Fenster kindlich freuen. Es verheißt nichts Gutes, dass der Schneehase von Conny erschossen wird, dem Schlägertypen aus Daniels früherer Schulklasse.

    Als Daniel die Chormitglieder zu Lockerungsübungen anleitet, spürt man förmlich die Spannung. Einerseits erhoffen sich die Dorfbewohner von dem Künstler musikalischen Ruhm, andererseits aber sehen sie in ihm einen Sonderling, dem sie nur zögernd folgen können. Die Spannung entlädt sich und zieht die Zuschauer in ein faszinierendes Abenteuer, als die Chorsänger im Kreis am Boden liegen, jeder den Kopf auf dem Bauch eines anderen, und hemmungslos zu lachen beginnen.

    Wie in „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ – übrigens auch heuer oscarnominiert gewesen neben „Wie im Himmel“ - beflügelt das Singen im Chor die Menschen, weckt ungeahnte Kräfte, versetzt Berge. Dieser Prozess bleibt durchgehend spannend, in einem 125minütigen Film mit stillen Landschaftsbildern und wenig reißerischen Szenen. Die Schweden haben hier mit Hemmungen aus puritanischem Erbe zu kämpfen, und die Männer werden schnell aggressiv. Der prügelnde Conny, der machtgewohnte Pfarrer, der geschäftstüchtige Arne: Man hat Angst, was sie mit Daniel anstellen werden, der in seiner ungelenken Spracharmut manchmal an den französischen Monsieur Hulot erinnert.

    Regisseur und Drehbuchautor Kay Pollak hat mit dem späten Comeback seiner Filmfigur einiges gemeinsam. Zwischen seinem vorigen Spielfilm „Love me!“ und „Wie im Himmel“ liegen 18 Jahre. „Love me!“ kam in Schweden am dem Tag in die Kinos, an dem der beliebte Premierminister Olof Palme nach dem Besuch eines anderen Kinofilms ermordet wurde. Pollak wandte sich vom Filmemachen ab. Seine Frau, die in einem Chor sang, inspirierte schließlich den 66jährigen zu dieser Geschichte über angstfreie Begegnungen und Menschlichkeit.

    Die Zuneigung zu der lebenslustigen Lena (Frida Hallgren) bricht Daniels Panzer auf. Auch die Chormitglieder gehen nicht nur beim Singen aus sich heraus: Die ständigen Kaffeepausen, mit denen sie Daniel genauso nervten wie ihr Handygeklingel in den Proben, werden zu kleinen Festen, der Lebenshunger gibt gar eine wilde Tanzparty.

    Man spürt in jeder Einstellung die ernsthafte Sorgfalt Pollaks. Unter anderen Umständen hätte man eine solche Geschichte als kitschig verschrien. Hier aber hält die Lust am Zuschauen solche Bedenken nieder, am Ende fließen Tränen. Aus einem unscheinbaren Stoff ist in epischer Fülle großes Gefühlskino entstanden. Schön, dass es solche Filme noch gibt!

    Fazit: Berühmter Dirigent wird Chorleiter in einem schwedischen Dorf: Großes, oscarnominiertes Gefühlskino um späte Lebensfreude und kollektiven Aufbruch.
  • Schwedens diesjähriger Kandidat für den Auslands-”Oscar” ist ein warmherziges Drama über die Heimkehr zu sich selbst.

    Nach einer Schaffenspause von 18 Jahren legt Kay Pollak mit “Wie im Himmel” ein hochemotionales Werk vor, das an manchen Stellen haarscharf an der Grenze zum Kitsch laviert, jedoch niemals seicht wird. Trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit entwickelt der Plot eine nachgerade hypnotische Sogwirkung. Sind es doch die archetypischen Motive der Suche nach sich selbst und der Heimkehr, die Pollak einerseits mit der nicht zu bändigenden Wucht der Musik, andererseits mit der Urwüchsigkeit der schwedischen Natur koppelt: Nach einem Herzinfarkt sucht der weltbekannte Dirigent Daniel Dareus in der Abgeschiedenheit vom hektischen Kulturbetrieb Ruhe und Erholung. Ausgerechnet sein nordschwedisches Heimatdorf hat er sich als Refugium ausgesucht, obwohl er einst alle Brücken dorthin abbrach, sogar seinen Namen änderte. In dem Provinzdorf erkennt man ergo in dem Musik-Star nicht mehr den kleinen Jungen, der vor Jahren stetes Opfer des Spottes und der Gewalt der anderen Kinder war. Behutsam, fast betulich schildert Pollak, wie sich der Neuankömmling und die Altvorderen beschnuppern. Die Gegensätzlichkeit des hochsensiblen Dirigenten und der schroffen Dorfbewohner baut eine sublime Spannung auf. Dieser Druck findet erst sein Ventil, als sich Dareus wieder mit Musik beschäftigt, die Stelle als Kantor antritt und damit das beschauliche Leben der Dorfgemeinschaft aus der Bahn schleudert. Liebe und Eifersucht, Neid und Missgunst, aber auch Treue und aufrichtige Freundschaft schlagen Schneisen in die starre Gemeinschaft. Und Daniel Dareus wird von den Mitgliedern seines Chores genau so geprägt wie umgekehrt. Wenn hier auch so mancher Konflikt zu plakativ und die Metaphorik zu aufdringlich gerät, so beweist der Regisseur dennoch sein untrügliches Gespür für die Zeichnung von Charakteren, wobei auch das außerordentliche Spiel seiner Akteure ihm zu Passe kommt. Hauptdarsteller Michael Nyqvist gelingt es, Daniel Dareus’ Wandlung und Öffnung glaubwürdig darzustellen. Frida Hallgren überzeugt als seine große Liebe Lena, die – wie sollte es auch anders sein – für ihn Rettung und Anker auf der Suche nach sich selbst wird. So ist “Wie im Himmel” nicht nur die Heimkehr des Daniel Dareus, sondern sicher auch die Rückkehr Kay Pollaks zu seinen eigenen Wurzeln – in beiden Fällen mit einem Happy End. tw.

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