Whatever Happens Next

  1. Ø 0
   Kinostart: 08.11.2018

Whatever Happens Next: In seinem Regiedebüt erzählt Julian Pörksen die Geschichte eines modernen Taugenichts als melancholisch verspieltes Roadmovie voller irrwitziger Figuren.

Trailer abspielen
Whatever Happens Next Poster
Trailer abspielen

Kinoprogramm in deiner Nähe

Noch sind keine Kinotickets in diesem Ort verfügbar.

Alle Bilder und Videos zu Whatever Happens Next

Filmhandlung und Hintergrund

Whatever Happens Next: In seinem Regiedebüt erzählt Julian Pörksen die Geschichte eines modernen Taugenichts als melancholisch verspieltes Roadmovie voller irrwitziger Figuren.

Was wäre, wenn man alles stehen und liegenlässt — Job, Verpflichtungen, Familie, die gesamte bürgerliche Existenz, sogar das Fahrrad  und einfach loszieht, in die Welt hinaus? Der 43-jährige Paul Zeise (Sebastian Rudolph) macht genau das. Von einem Tag auf den anderen entscheidet er, auszusteigen. Er lässt sein Heim, seine Frau Luise (Christine Hoppe) und seinen Beruf zurück. Paul lässt sich treiben. Ohne Struktur, ohne Ziel. Sein Leben wird fortan vom Zufall bestimmt.

Mit seinem Grundvertrauen in den Augenblick schlägt sich Paul durch. Er trampt, schnorrt, lügt und taucht auch manchmal ungebeten auf — auf einer Beerdigung etwa. Sein Weg führt nach Kiel und im Auto eines Studenten nach Polen. Dort lebt Paul auf der Straße. Schließlich lernt er die junge Nele (Lilith Stangenberg) kennen, die mindestens genauso durchgeknallt ist wie er. Gemeinsam ziehen sie weiter. Doch was Paul nicht weiß: Der Privatdetektiv Ulrich Klinger (Peter René Lüdicke) ist ihm im Namen seiner Frau die ganze Zeit auf den Fersen.

„Whatever Happens Next“ — Hintergründe

Sympathisch, ein bisschen verrückt und irgendwie auch ein bisschen traurig — so zeichnet Julian Pörksen den modernen Taugenichts in seinem Regiedebüt. Gespielt wird die Hauptrolle von Sebastian Rudolph („4 Könige“) als Anti-Held, der sich jeder Zielstrebigkeit verweigert. Ganz im Sinne von Joseph Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“ also. Herausgekommen ist ein aberwitziger und melancholischer Roadtrip, der auf der Berlinale 2018 im Rahmen der Reihe Perspektive Deutsches Kino seine Weltpremiere feierte.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User (0)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

  • „Besonders wertvoll”

    Das Langfilmdebüt WHATEVER HAPPENS NEXT erzählt lakonisch und unaufgeregt von dem Aussteiger Paul, der eines Tages beschließt, sein bürgerliches Leben hinter sich zu lassen und sich vom Leben treiben zu lassen.
    Es passiert von jetzt auf gleich. Paul ist mit seinem Rad auf dem Weg zur Arbeit. Auf einmal hält er inne, lässt sein Rad an einer Pferdekoppel stehen und läuft los. Querfeldein, ohne Ziel, ohne Gepäck, monatelang. Er hat sich mit diesem neuen Leben arrangiert. Er nutzt Mitfahrgelegenheiten, besorgt sich Essen, quartiert sich bei Menschen ein, die ihn lassen - oder die davon erst einmal nichts mitkriegen. Und so landet er eines Tages bei Nele, einer jungen Frau, in die er sich verliebt. Währenddessen hat Pauls Frau einen Privatdetektiv engagiert, der Paul immer ein Stückchen näher kommt. Das Langfilmdebüt WHATEVER HAPPENS NEXT von Julian Pörksen erzählt seine ungewöhnliche Aussteigergeschichte mit Lakonie und dem Mut zur Langsamkeit. Dialoge braucht es auch nicht viele, um das Lebensmodell von Paul zu verdeutlichen. Sebastian Rudolph brilliert in der Rolle des Mannes, der sein bürgerliches Leben hinter sich gelassen hat und der sich nun in der Welt dahintreiben lässt. Seine offen strahlenden Augen und ein entwaffnendes Lächeln vermitteln glaubhaft die Gelöstheit eines Mannes, der alles, was fesselt, hinter sich gelassen hat. Zusammen mit einem guten Blick für Landschaft und Umgebung und einem sensiblen Zeitgespür entsteht so ein beeindruckend unaufgeregtes Roadmovie, dem man gerne bis zum Ende des Weges folgt.

    Jurybegründung:

    Paul steigt aus. Sofort. Radikal. Er lässt sein Fahrrad am Wegesrand stehen und lebt von nun an in den Tag hinein. So beginnt das Debüt des aus einer Freiburger Theaterfamilie stammenden Autor, Regisseur und Dramaturg Julian Pörksen, das seine Uraufführung in der Reihen "Perspektiven deutsches Kino" der Berlinale 2018 feierte.
    Paul lässt den Stress des Alltags hinter sich und entschleunigt sein Leben. Das lässt der Regisseur den Zuschauer körperlich erfahren, in dem er für seine Geschichte einen langsamen, floatenden Rhythmus wählt, der an Lynchs A STRAIGHT STORY erinnert. Er gestaltet eindrucksvolle, statische Kinobilder, die einzelnen Bilder und Szenen lässt er lange stehen.
    Konsequent folgt das Roadmovie dem Weg Pauls. Von Hannover geht es über Hamburg in den Raum Leipzig, von dort nach Lodz und nach Kiel. Paul lädt sich stets selbst ein und ist in den Haushalten bald unentbehrlich, weil er Leerstellen im Leben seiner einsamen Gastgeber füllt. Beim krebskranken Hamburger Kunsthändler nimmt er die Stelle des unterschätzten Sohnes ein. Für den Studenten auf dem Weg nach Polen ist er der willkommene Reisebegleiter. In Lodz begleitet er einen Sterbenden, dessen Familie erst nach dessen Tod eintrifft. Und in Kiel ist er das Pendant für eine verunsicherte, von seelischen Leiden belastete junge Frau, die ihn zugleich anzieht und immer wieder zurückstößt.
    Eingebettet wird die Suche seiner Frau nach einem Lebenszeichen, wofür sie einen Privatdetektiv engagiert hat. Die Frage nach dem Warum für sein Verschwinden führt bei beiden zu einem Schub auch für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.
    Die Gestaltungsweise lässt den Schauspielern Raum und Zeit, um ihre Figuren vielfältig zu gestalten. Dabei knüpft Lilith Spangenberg an ihre Rolle in WILD an, Eva Löbau, Henning Peker oder Hanns Zischler geben ihren Figuren in nur wenigen Minuten Profil. Die eigentliche Entdeckung des Films aber ist Hauptdarsteller Sebastian Rudolph, der sonst nur in Nebenrollen besetzt ist.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kommentare