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Wenn die Flut kommt

Kinostart: 08.06.2006
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Kritikerrezensionen

    1. Jeden Abend entledigt sich Irène ihres Eherings, schminkt sich blutrot und setzt eine Maske mit groben Zügen und großer Nase auf. So wird aus der dicklichen, schüchternen, aber herzlichen Frau auf der Bühne eine derb-robuste Mörderin mit blut-verschmierten Armen und gestreiftem Hausfrauen-Kleid. Nach der Vorstellung wieder sie selbst, verbringt sie ihr Leben alleine mit dem Fernseher in Hotelzimmern oder im Auto. Sie ist einsam in ihrem Leben, und wenn sie mit ihrem Mann telefoniert, dann um die Farbe der neuen Kacheln in Küche und Bad zu diskutieren.

      Dries ist ihr männlicher Gegenpart. Ebenfalls alleine lebt er in einer alten Scheune und baut überlebensgroße Figuren für Straßenumzüge. Er ist ein Bastler, der sich wenig um einen festen Job schert. Seine Wohnung, das ist eine Werkstatt, ein Labyrinth, ein großer Spielplatz.

      „Wenn die Flut kommt“ lebt von seinen skurrilen Figuren. Sehr realistisch gezeichnet, mit kleinen Macken und Eigenarten ausgestattet, schlagen sich die Volksschauspielerin und ihr „Kücken“ durchs Leben in der öden Provinz. Das so etwas nicht lange gut gehen kann, ist bald klar. Schon als Irène ihren Retter in der Not auf die Bühne holt, vermischen sich die beiden vorher so klar getrennten Welten, das Leben und das Theater. Ihre Liebe ist ein bisschen von jedem, ein Spiel einerseits, aber auch die wirkliche Sehnsucht nach Geborgenheit. Die Grenze lässt sich selten definieren. Mal trägt Irène die Maske, mal schlüpft Dries in sein Kostüm, nur selten stehen sich beide ohne Verkleidung gegenüber. Sicherheit bietet das den beiden nicht, und obwohl ihr Dries unweigerlich hinterherreist, und sie sogar seinen Eltern als „seine Frau“ präsentiert, nähert sich für Irène unweigerliche das Ende der Reise, so sicher wie der langsame einsetzende Herbst.

      Fazit: Romantisches Roadmovie mit charismatischen und skurrilen Hauptfiguren, das jedoch kaum Überraschungen, dafür aber einige Längen bereithält.

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