Filmhandlung und Hintergrund

Nachdenkliche und eindringliche Doku über Menschenexperimente in Konzentrationslagern. Dem schrecklichen, kaum erklärbaren Thema nähern sich die Filmemacher über ein Gespräch mit dem Psychohistoriker Robert Jay Lifton.

Seit Jahrzehnten forscht US-Professor Robert Jay Lifton über Opfer in Hiroshima, Vietnam und des Dritten Reichs. Sein Interesse gilt der Verstrickung von Medizinern in politische Gewaltakte, womit er einst das Feld der Psychohistory schuf und auf die Frage stieß, unter welchen Umständen Heiler zu Mördern werden. Dafür interviewte er Holocaustüberlebende und Ärzte, die unter Missachtung ihres hippokratischen Eids in Auschwitz grausame Experimente an jüdischen Gefangenen vornahmen.

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Darsteller und Crew

  • Hannes Karnick
    Hannes Karnick
  • Wolfgang Richter
    Wolfgang Richter
  • Jan Tilman Schade
    Jan Tilman Schade

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Wenn Ärzte töten: Nachdenkliche und eindringliche Doku über Menschenexperimente in Konzentrationslagern. Dem schrecklichen, kaum erklärbaren Thema nähern sich die Filmemacher über ein Gespräch mit dem Psychohistoriker Robert Jay Lifton.

    Das Grauen, von dem die eindringliche Dokumentation über Menschenexperimente in Konzentrationslagern handelt, entsteht allein im Kopf des Zuschauers.

    In seiner Gesamtheit lässt sich das Grauen nicht begreifen - wohl aber Teile davon beleuchten. Damit stellt sich die Dokumentation von Hannes Karnick und Wolfgang Richter („Martin Niemöller: „Was würde Jesus dazu sagen?““) gleich eingangs die Frage, ob und wie ein Film diesem Schreckensthema annähernd gerecht werden kann. Die Antwort darauf ist erstaunlich: Durch reduzierte filmische Mittel - keinerlei entsprechendes Bildmaterial wird gezeigt - und die Konzentration auf einen einzigen Interviewpartner entstehen alle Zusammenhänge erst in der Vorstellung des Zuschauers. Eine angemessene Vorgehensweise, die Romuald Karmakar („Hamburger Lektionen“) nicht ganz unähnlich ist.

    Gesprächspartner - Talking Head sozusagen - ist allein Harvard-Professor Robert Jay Lifton, der mit seinen psychohistorischen Studien über Gewaltopfer in Hiroshima und Vietnam einen neuen Forschungszweig begründete und sich bald den Holocaustüberlebenden widmete. Der zum Interviewzeitpunkt 83-Jährige erinnert sich, wie er von ihnen über deutsche Ärzte, die in Auschwitz mordeten, unter Zusicherung von Anonymität unbeschreibliche Details erfuhr. Auf Bitten der Opfer veröffentlichte er seine Ergebnisse über das, was unter Mengele und Konsorten an jüdischen Häftlingen verbrochen wurde.

    Im KZ haben sich Heiler in Mörder verwandelt. Welche psychologische Prozesse dabei geschehen,ist das Fachgebiet des jüdischen Professors, der sich glasklar an die Gespräche vor vielen Jahrzehnten erinnert und diese Vorgänge genau beschreibt. Er beschreibt, wie die Zweifel junger Mediziner von erfahrenen Kollegen unterdrückt wurden, um das unmenschliche System am Laufen zu halten; und wie die pervertierte Form von Euthanasie das Fundament des Nationalsozialismus bildete, deren Vision biologischer Perfektion die Vernichtung allen unwerten Lebens einschließt. Ein so nachdenklicher wie eindringlicher Beitrag auf hohem intellektuellen Niveau, der der Frage nach dem Bösen neue Erkenntnisse abgewinnt. tk.

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